Kloster unter Wasser

Es begann nach einem Gast TG eines Elsässers am Thunersee: Beim Dekogespräch fiel der Name von einem Tauchgebiet im Jura: ‚Vouglans’ oder ‚Chartreuse’. Und wie das bei Süchtigen ist, man hofft, leicht an die Droge ran zu kommen. Nach zweima­ligem Besuch in der Gegend und diversen Gesprächen war es am 5. August 2005 soweit. Der See ruft und wir kommen.

Zu Neuem, das spannend tönt, kann ich selten nein sagen. So kam es, dass wir vier (Anita, Franz, Martin Plüss und ich) am Freitagmorgen früh unterwegs zu diesem Stausee waren. Wir wussten nicht genau, was uns erwartete und daher waren der Kombi von Franz und der Jeep von Martin randvoll und der Anhänger mit dem Schlauchboot und fast 20 Tauchflaschen beladen. Dank GPS und den vorgängigen Besuchen von Martin Plüss verlief die Fahrt ohne Probleme und ohne Umwege, einzig der franz. Zoll interessierte sich für all die ihm unbekannten Sachen auf dem Anhänger. Leider verlief die Suche nach Zimmern erfolglos und daher mussten wir auf dem nahe gelegenen Campingplatz unsere als Reserve mitgenommenen Zelte aufstellen.

Schon bald nach dem Mittagessen stiessen wir das Schlauchboot in den See, schleppten all die Ausrüstungen dazu und los ging es.

Doch warum all dieser Aufwand? Was suchten wir in diesem Stausee? Martin Plüss hat uns allen von einem Kloster unter Wasser erzählt, welches 1968 beim Bau der neuen Staumauer überflutet wurde und dessen Überreste nun in 50m – 80m Tiefe ruhen. Wir kannten den Ort nur ungefähr und hatten einzig einen Lageplan der Ruinen unter Wasser und alte Fotos.

 

Zum Glück fanden wir die erwähnte Boje und schon bald waren Anita und Franz in Wasser und verschwanden in der Tiefe. Interessiert sahen wir den Blasen nach und wir fragten uns, was die wohl da unten so kreuz und quer ansahen. Nach dem Auftauchen berichteten sie von Grund auf 35m mit einigen Mauern. Darauf hin liessen wir Martin’s uns beide der Kette entlang in die Tiefe gleiten. Die oberen 20m waren trübe bei einer Sichtweite von unter 3m, es war aber hell und 20° warm. Darunter wurde es dunkel, 6° mit einer Sichtweite von etwas um die 20m. Wir tauchten den Mauern entlang. Diese ragen etwa 2m aus dem Grund und sind ca. einen 1m dick. Wir fanden kein Gebäude, sahen auch keine Fische und alle Bäume waren wohl abgesägt worden, als die neue Staumauer geschlossen wurde. Nach einem kurzen Deko-stopp im warmen Wasser tauchten auch wir wieder auf.

Im Hafen lief uns ein älterer Herr mit Tauchausrüstung entgegen, er fragte uns, wo wir gewesen seien und ob wir eine Bewilligung hätten… Wir erzählten, was wir gesehen hatten und scheinbar fand er, dass wir wohl tauchen könnten. Offenbar waren wir beim alten Wasserreservoir gewesen und das Kloster sei eine Boje weiter. Da es nun Freitagabend war, hatte sich das mit der Tauchbewilligung auch schnell erledigt. Es war der Herr gewesen, der in der 60er Jahren das Kloster wieder entdeckt hat.

Nach dem Essen, nach langen Gesprächen beim Dekowein, krochen wir in unsere Zelte.

 

Am Samstagmorgen legten wir an der zweiten Boje an. Schon bald konnten wir die ca. 15m hohen Backsteinmauern unter Wasser bestaunen. Über eine grosse Fläche verteilt fanden wir immer wieder Mauerreste der ehemaligen Unterkunft der Mönche. Durch Fenster und Türen hindurch, Treppen hoch und runter. Da alle Dächer und Decken vor dem ‚Versenken’ entfernt worden waren, konnten wir so ohne Risiken tauchen.

 

Hohle Teile der Wände zeigten die damalige Zentralheizung des Mittelalters: Hier wurde warme Luft vom Kaminfeuer in die oberen Stockwerke und anderen Räume geleitet.

 

Im ehemaligen Weinkeller waren leider keine Flaschen mehr zu finden.

 

Die Oberkanten sind rund auf 45m und daher zeigten unsere Tauchcomputer schon bald Aufstiegszeiten von über 30 min. an. Am Morgen fanden wir die Kette wieder und konnten so bequem die Deko an ihr ‚absitzen’. Nachmittags, nach einer grossflächigeren Erkundung der Ruinen, stiegen wir im freien Wasser auf und hängten an der dünnen Schnur der mitgenommenen Dekoboje.

 

Im Hafen zeigte uns dann der ‚Entdecker’ der Chartreuse ein paar Fotos und Skizzen der Ruinen. Er schwärmte vor allem von den Mauern der ehemaligen Kirche und erklärte uns den Weg dorthin.

So war am Sonntagmorgen für uns Martin’s klar: Wir gehen zur Kirche! Nach dem Sinkflug der einen Mauer entlang, 1 min. gerade bis einer Wegmarkierung, um 90° drehen, dann 3 min. weiter auf 45m, knapp sahen wir den Grund unter uns und wir schwammen etwa 5m auseinander, um ja die Ruine nicht zu verpassen. Etwas mulmig war mir schon, hatte ich doch mutig behauptet, dass ich die Kirche, nur mit der Skizze im Kopf, finde. Die Nullzeit war schon abgelaufen, da sah ich unter mir den Fuss der Mauer und als ich den Kopf hob, ragte die rötliche Mauer hoch vor mir auf. Fast hätte ich den Kopf angeschlagen. Durch ein hohes Fenster mit einer schrägen Fensterbank und einem gotischen Spitzbogen tauchte ich ins Innere. Auch ohne Dach wirkten diese Mauern in unserm Scheinwerferlicht sehr imposant und eindrücklich. Schon beim Absitzen der Deko nach dem Freiwasseraufstieg war mir klar, dass ich diese Kirche wieder betauche. Die nötige Bewilligung werden wir schon dieses Jahr beantragen.

 

So Tauchen macht wirklich süchtig!

Flusstauchgang in der Thur

Schon lange beabsichtigte ich, einen Flusstauchgang in der Thur unter die Brübachfälle bei Henau zu machen. Die unheimlichen Geschichten über diesen Thurfall liessen mich aber von diesem Vorhaben bis vor kurzem abhalten. Denn: der Brübachfall ist bei den Einheimischen gefürchtet, weil in den unbändigen und gefährlichen Wasserwalzen im Fallbecken schon einige Badende den Ertrinkungstod fanden… Trotzdem hört man aber von den wenigen Thur-Dive-Insidern immer wieder, dass es sich für geübte Taucher um einen absolut genialen aber anspruchsvollen Spot handle, weil sich unter der rund 6 Meter hohen Wasserfallstufe eine grossräumige Halbhöhle befinde und diese im Winter von kapitalen Barben bewohnt werde… Verheissungsvolle Worte, welche nach langem Zögern endlich mal geprüft werden müssen.

 

Die anhaltende Trockenheit hat die Thur in den vergangenen drei Wochen auf einen minimalen Wasserpegel unter 2,5m3/s zurückgehen lassen – beste Voraussetzungen für einen sichtigen Tauchgang bei moderater Strömung! Gute Dienste für die Tauchgangsplanung leisten die hydrologischen Messdaten vom BAFU

Zu diesem Spezialtauchgang begleitete mich gestern SWISS-DIVERS-Kollege Marc Dürst. Um ans Wasser zu gelangen, parkt man am besten (nach eingeholter Parkerlaubnis!) beim ehemaligen Kraftwerk. Dort führt eine steile Metalltreppe zum Fluss hinunter, wo über einen kleinen Sandstrand problemlos eingestiegen werden kann. Die grollenden Fälle, die sichtbare Strömung und die feine Gischt in der Luft machen diesen Tauchplatz recht unheimlich… Beim Abtauchen muss man sofort hinter der linksseitigen Felskante Schutz suchen, ansonsten einem die trotz Wenigwasser immer noch starke Strömung erfasst und gnadenlos Flussabwärts wegspült. Die Flossen könnten für diesen Spot sogar im Auto gelassen werden: nur noch die Pull&Glide-Technik ermöglicht einem, entlang der linken Felswand Richtung Wasserfall vorzudringen. Das Donnern wird immer stärker – die Wassermassen vibrieren förmlich. Plötzlich wird man von einer Rückwärtsströmung erfasst, worauf der Taucher sanft in eine geräumige Halbhöhle unter den Fall verschlungen wird. Am hintersten, rund 6 Meter tiefen und strömungsfreien Punkt ist nach wenigen Tauchminuten bereits der Umkehrpunkt erreicht. Aber: der Ausblick aus der tief in den hellen Sandstein errodierten Halbhöhle in die grünfarbige, brodelnde Wassermasse ist schlichtweg gewaltig – wenn das Weisswasser vom Falleinschlag nicht da wäre, würde man sich tatsächlich im Cavernbereich der Ressel fühlen… 
 Akkustisch untermalt wird das Spektakel von einem markdurchdringenden Donnern und Grollen des Wasserfalls. Leider tummelten sich bei unserem Besuch keine Barben und Forellen in der hintersten Höhlennische. Das 4-grädige Eiswasser der Thur, welches seinen Ursprung im Säntisgebiet hat, spühlte uns bereits nach 30 Tauchminuten wieder an die Einstiegsstelle zurück. 

Fazit: ein kurzes, aber äusserst empfehlenswertes Flusstaucherlebnis, welches auch eine längere Anreise rechtfertigt, zumal die Thur in der näheren Umgebung noch zwei weitere, sehr schöne Tauchgänge in der 'Soor' bei Bütschwil und in der Lichtensteiger-Äulischlucht ermöglicht – dazu aber später 🙂

Danke Marc für diesen nicht alltäglichen Tauchgang, die gelungenen Schnappschüsse und diesen Hollywood-anmassenden Shortvideo aus der fischlosen Brübacher-Barbenhöhle *schmunzel*
http://www.youtube.com/watch?v=uGr5tK6MgXM  

Tauchen mit Aalen

 Gestern Abend waren einige von uns Tauchbolden im Rhein (Zollbrücke, Rheinau) für einen Dämmerungstauchgang. Da es wenig Strömung und gute Sicht hatte, nahm ich meine Kamera mit. Der Tauchgang war Hammer! Neben Hecht und Welsen hatten wir auch rund herum Aale in allen Grössen. Sowohl zwischen den Steinen wie auch viele freischwimmende Exemplare. Die schwammen z.T zwischen uns durch. Hatte gerade ein Deja-Vu vom Dokufilm “Die Schlangeninsel”. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Habe Bilder und einen Film in die Gallery gestellt. Hier…

Caven im Lot (FR)

Mittwoch, 17.Juni, 03:40 Uhr – keine Schlafstörung, nein – es sollte nach Frankreich ins Lot zum Höhlentauchen gehen. Nach anfänglichen Start-Verzögerungen (alle Reisenden wurden von der Grenzwache aufgehalten) ging es los in Richtung Frankreich. Christian’s Dive Mobil wurde bis unters Dach mit D18, D12s, Stages und Trockis gefüllt um uns in Frankreich gemütliches Höhlentauchen zu ermöglichen. Nach rund 10 Stunden Reisezeit sollten wir in Cajarc eintreffen und unsere Unterkunft – eine alte Mühle auf einer kleinen Insel beziehen. Chris und Mani liessen es sich nicht nehmen noch am gleichen Nachmittag der Resurgence du Ressel einen Besuch abzustatten und die Sichtweiten zu checken. Beim abendlichen BBQ konnten die Jungs bereits von guten Bedingungen berichten.
Am Donnerstag Morgen trafen sich alle Cave-Divers von DIR-CH am Fluss Célé ein – Urs, Mani, Juha, Dani, Bruno, Chris und ich. Für Urs und Chris stand ein etwas grösserer TMX-Dive in der Höhle auf dem Program, die verbleibenden 5 Jungs genossen die flacheren Bereich der Höhle. Nach einem Blindflug durch den Fluss tauchten wir in den Tunnel der Ressel ein – Phantastisch! Für Dani, Bruno und mich war es der erste Besuch im Lot und wir sollten aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen.
Am Donnerstag Nachmittag stand die “Fontaine du Truffe” auf dem Tagesplan. Wir sollten schockiert werden – eine kleine “Pfütze” mit praktisch null Sicht – so schien es zumindest. Die alten Hasen tauchten ab und verschwanden bald im engen, nur ertastbarem Loch. Nach mehrmahligen Fehlversuchen gelang es uns endlich durch das Engniss durchzuschlüpfen und die Sicht änderte sich schalgartig zu einer glasklaren Geschichte. Das erstmals kleine, trübe Loch wandelte sich in eine wunderschöne Höhle welche alle “Eingelassenen” begeisterte.
Am Abend gab es ein (meist) leckeres Essen in einem schönen Restaurant in Roccamadour – ein unglaubliches Dorf, welches unbedingt besucht werden sollte.
Freitag und Samstag sollte weiter fleissig getaucht werden. Wir besuchten Fontaine de Saint Georges, Fountaine du Truffe und Source de Landenouze.
Die Fontaine de Saint Georges bietete eine stark milchige Sicht – nach Angaben der erfahreneren Cave-Divers jedoch für die Verhältnisse in der Höhle bereits gute Sicht. Uns begeisterte vor allem der recht enge, steile Abgang und die eher düstere, dunkle Atmosphere der Höhle. Ganz im Kontrast zur Truffe welche wir am Nachmittag nochmals besuchen sollten – diesmal schafften es sogar alle ohne Ausnahme durch das erste Engniss. Die Truffe wirkt aufgrund des hellen Gesteins sehr freundlich. Der Trocken-Bereich nach dem ersten Siphon lädt zu einem gemütlichen “Schwätzchen” in der Höhle ein – genial.
Die letzte Höhle für unsern diesjährigen Lot Besuch sollte die Landenouze sein. Die Höhle mussten wir uns “schwer erarbeiten” – das Gerät musste in einem Brunnen abgeseilt werden, was doch einiges an Schweisstropfen forderte. Es sollte sich aber lohnen – bei recht guter Sicht tauchten wir bis zum sogenannten “Z”, einem Bereich der Höhle, fast gebaut für Taucher. Die Höhle steigt in einerm Z-Form nach oben an und dreht gleich wieder rum – so verläuft die Main-Line plötzlich an der Decke, dann wieder auf dem Boden. Man muss es fast erlebt haben.

All in all war die Reise genial – auch der Rückweg verlief problemlos – bei einigen schlafend, bei den anderen mit angeregten Diskussionen rund um das Erlebte und kommende Projekte. An dieser Stelle auch besten Dank an Urs für die kompetenten Führungen vor Ort und Chris für das geniale Mobil und die Fahrerei.
Lot, wir kommen wieder keine Frage!

 

Bild 1: Bereit für den nächsten TG an der Saint Georges

 

Bild 2: Die Cave Divers (v-l-n-r): Juha, Chris, Dani, Reto, Mani, Bruno und Urs

Caven im Jura

Heute war es endlich soweit – nachdem wir im März in Mexiko den Cave 1 abgeschlossen hatten sollte es endlich in der Schweiz in eine Höhle zum Tauchen gehen. Mehrfache Versuche zu früheren Zeitpunkten scheiterten an den Wassermassen – ein Tauchen in die “Source de l’Orbe” war bis vor einigen Wochen kaum möglich.

Zur frühen Morgenstunde ging es also ab nach Valorbe zur Source de l’Orbe. Nach rund 2 Stunden Fahrt hiess es erstmals D12 an den Rücken schnallen und die rund 5 Minuten Fussweg den Hügel rauf hinter uns zu bringen. Nach ziemlichem Geschnaufe kamen wir rund 15 Minuten später wieder beim Auto an, montierten Ausrüstung und erneut den Hügel rauf. Doch es sollte sich lohnen!

Bei super Sicht tauchten wir in die Dunkelheit – unsere Ewratungen waren eher gering. Bis dato kannten wir nur Mexiko und gingen davon aus, dass es eher unspektakulär werden sollte. Wie wir uns irrten – der Tauchgang war genial. Die Höhle faszinierte uns alle – ein interessantes Profil, Steine, Drops und sogar einiges an Leben in der Höhle versüssten uns den Tauchgang. Bei schwacher Strömung ging das Raustauchen fast wie von selbst – ein wenig flösseln und die Umgebung geniessen.

Nach zwei erfolgreichen Tauchgängen machten wir uns wieder auf den Weg nach Zürich – wir kommen wieder, keine Frage. Ob es noch andere so spannende Höhlen in der Region gibt?

 

 

Höhlenforschung: Die Gütschtobelhöhle

 Hans Meier hat Swiss-Divers freundlicherweise seinen Bericht über die Erforschung der Gütschtobelhöhle als PDF zur Verfügung gestellt. Auch wenn der Bericht aus dem Jahr 1999 ist doch sehr interessant zu lesen.

"Vermutet wurde schon längere Zeit, dass sich im Gütschtobel eine Grössere Höhle verborgen hällt. Bei Hochwasser treten an verschiedenen Stellen aus Spalten und Geröll Wasser hervor. Im Mai 1982 wurde mit dem Graben begonnen."

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Erlebnisbericht Marmorerasee (GR)

Wie ich Euch bereits in der Shoutbox mitgeteilt hatte, ging ich über das 1. August Wochenende an den Marmorerasee um zum einen meine neue Fotoausrüstung zu testen, den Bergsee Specialty zu machen und natürlich das Tauchen zu geniessen.

Zu dritt begann die Reise bei mir zu Hause. Ursprünglich planten wir, nur mit einem Fahrzeug nach Sur zu fahren. Es stellte sich beim Laden jedoch schnell heraus, dass ein Fahrzeug nicht ausreichend ist. Wir hatten einfach zu viel Material bei uns. Kurzerhand entschieden wir uns, doch zwei Autos zu nutzen. Ist zwar nicht das, was man als ökonomisch bezeichnen kann, in Anbetracht des Gesamtgewichts der Ladung wird es aber keinen all zu grossen Unterschied gemacht haben.

Die Anreise zum Hotel Alp Flex dauerte ca. 2 1/2 Stunde. Bei der Abfahrt in Zürich regnete es noch. Je näher wir unserem Ziel jedoch kamen, um so schöner wurde auch das Wetter. Ok, ich hatte es ja auch extra bestellt. In Sur angekommen, steuerten wir sofort den Einstieg des Marmorerasees an. Jedoch war der Haupteinstieg von ein paar St. Gallern, welche sich extrem breit machten, bereits belegt. Wir entschieden uns für einen anderen Einstieg ganz in der Nähe.

Eine kurze Tauchplatzerklärung, die Ausrüstung zusammengebaut, die Kamera in den Unterwassermodus gebracht und schon waren wir im Wasser. Brrrr.. Trotz Trockenanzug fühlte sich das Wasser frisch an. Zumindest die ersten 5 Minuten. Die Sicht war weiter unter meinen Erwartungen. Es war eine trübe Suppe. Aber egal. Ich wollte beim ersten Tauchgang sowieso meine Kamera testen.

Das Ikelite Kameragehäuse ist sauber austariert. Es tendiert nur ein klein wenig ins negative, was ich persönlich mag. Der Unterwasserblitz verpasst dem Gehäuse aber gehörig Schlagseite, wenn ich es baummeln lasse. Die Bedienung mit den Trockenhandschuhen ist gewöhnungsbedürftig. Entsprechend mies gelangen mir auch die ersten Aufnahmen. Unscharf, verwackelt, zu dunkel, zu hell, falscher Fokus. Eigentlich die komplette Palette möglicher Fehler. Aber egal.. Damit hatte ich gerechnet.

Nach 50 Minuten wurde auch langsam meine Luft knapp. Fotografieren unter Wasser braucht halt mehr Luft und in einem Bergsee ist es gleich nochmals mehr. So sind wir aus dem Wasser raus, haben uns umgezogen und erst mal den Grill eingefeuert. Die üppige Mahlzeit liess uns erst mal träge rumdösen und die Gegend geniessen. Den geplanten zweiten Tauchgang liessen wir am Ende sausen, was eine gute Wahl war. Ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner hätte uns ansonsten mittem im Tauchgang überrascht. Somit führte uns unser Weg ins Hotel Alp Flex . Das Hotel kann ich im Übrigen nur empfehlen 😉 *zwinker* *zwinker*

Am nächsten Morgen wurde ich durch strahlenden Sonnenschein geweckt. Voller Tatendrang ging es zum Frühstück und danach wieder an den See. Dieses mal hatten wir mehr Glück und der Platz mit dem Haupteinstieg war noch unbesetzt. Dieses mal haben wir uns dafür etwas breiter gemacht. Nach dem wir die Ausrüstung zusammengebaut hatten, warteten wir nur noch darauf, dass die Sonne komplett über dem See stand und uns mit schönem Licht diente. Denn auch beim zweiten Tauchgang war für mich wieder die Unterwasserfotografie angesagt.

Mein Pech dabei war, dass ich über die Nacht nicht die Akku der Kamera frisch geladen hatte. Eine weitere Erfahrung bestand darin, dass ich in Zukunft die Grundeinstellungen der Kamera bereits an Land tätige. Unter Wasser mit diesen Handschuhen ist es einfach zu nervig. Ich war plötzlich in einem Untermenü und wusste nicht mehr, wie ich da nun wieder rauskomme. Die fast leere Akku veranlasste mich dazu, die Kamera abzuschalten, die Restenergie für den Ausflug auf den Julierpass zu sparen und einfach das Tauchen zu geniessen. Doch nach 45 Minuten war auch hier schon wieder das Ende erreicht und wir verliessen den See.

Nach dem wir die Ausrüstung zum Trocknen drapiert hatten, wurde erneut der Grill eingefeuert und auch jetzt folgte wieder ein üppiges Mal. Wir ruhten uns nach dem Essen noch aus und hängten anschliessend den zweiten Tauchgang an. Wobei wir warteten, bis die letzten Taucher der neu hinzugekommenen St. Gallern wieder aus dem Wasser waren.

Mein Tauchpartner und ich planten beim zweiten Tauchgang ohne Kamera ins Wasser zu gehen, dafür aber die Tiefe zu erhöhen. Ziel waren 20 bis 30 Meter. Das gelang uns auch recht gut. Doch irgendwie fühlte ich mich dort unten nicht mehr wohl. Eine leichte Übelkeit gepaart mit leichtem Schwindel reichten mir, um eine geringere Tauchtiefe aufzusuchen. Doch auch dort oben ging es mir nicht wirklich viel besser. Wir brachen den Tauchgang noch ca. 35 Minuten ab.

Mir war das natürlich peinlich und überhaupt nicht recht. Schliesslich konnte mein Partner nicht alleine im Wasser bleiben. Aber so sind nun mal die Regeln des Tauchen. Das schwächste Glied gibt den Takt an. Mir wurden auch überhaupt keine Vorwürfe oder der Gleiche gemacht.

Nach dem wir alles getrocknet und verstaut hatten, machten wir noch einen Kurzausflug auf den Sustenpass. Dort ober fotografierten wir noch die Gegend und gingen anschliessend zurück ins Hotel Alp Flex.

Der 3. August brachte uns jedoch die Offenbarung. 2 Tage ohne Regen und schönes Wetter klarten den Marmorerasee deutlich auf. Die Sicht war auch noch auf 20 Meter gut. So ging es zum letzten Tauchgang und dank frisch geladener Akku zu einer neuerlichen Fotosession. Doch auch bei diesem Anlauf wurden meine Fotos nur bedingt besser. Ein Barotrauma in beiden Unterschenkel führt gegen Ende des Tauchgangs zu einem Krampf und ich beendete den Tauchgang nach 45 Minuten.

Bei heissen 30 Grad ging es noch ein letztes mal ins Hotel Alp Flex . Ein Mittagessen und das Nachführen unserer Logs standen auf dem Programm. Danach nahmen wir die 2 1/2 Stunden Rückfahrt in Angriff.

Fazit Marmorerasee :

Der See an sich birgt einen gewissen Charme. Das grünliche Wasser haben wir in dieser Art nicht mal im Zürichsee. Wer jedoch glasklares Wasser erwartet, der wird entäuscht sein. Um die Tauchgänge wirklich geniessen zu können, muss das Wetter mitspielen. Nur bei gutem Wetter und hohen Temperaturen bietet der Marmorerasee die gewünschten Sichtverhältnisse. Die 1700 Höhenmeter dürfen auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die spürte ich noch recht schnell.

Fazit Unterwasserfotografie:

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch wenn ich vorher schon mit einer Lumix unter Wasser tätig war, ist das kein Vergleich mit einer digitalen Spiegelreflexkamera. Nebst einer noch besseren Tarierung will auch die Bedienung des Gehäuses gelernt sein. Grundsätzlich bin ich zufrieden. Ich bin auch überzeugt, mit der richtigen Übung werden auch meine Aufnahmen besser werden.

Photos zum Wochenende

http://www.xcalibur.ch/?z=http://www.xcalibur.ch/gallery/guest.php?g2_itemId=2516

So, das war nun mein Erlebnisbericht vom Marmorerasee. Für Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung..

cheers,

€uer €xi 😉

Gasverlust auf 20m?

Gestern starteten Dani und ich einen kleinen Versuch: Schon lange quälte uns die Frage, wie schnell der Luftvorrat auf einer bestimmten Tiefe dahinschwinden würde, wenn ein Mitteldruck-Schlauch platzt, die zweite Stufe abbläst oder ähnliche Unschönheiten.

Was ist einfacher, als dies unter Wasser zu ermitteln? In einem ersten Versuch nahmen wir eine Stahlflasche mit auf einen kleinen Tauchgang. Dieser sollte uns in eine Tiefe von genau 20m führen. Dort wurde die Flasche “befestigt” und für den Versuch vorbereitet. Folgende Rahmenbedingungen:

  • 15L Stahlflasche mit 2 Abgängen
  • 120 Bar Restdruck
  • Keine ersten Stufen (d.h. “nackte Abgänge”)

Ready – Set – Go: Und ein Ventil wurde vollständig aufgedreht. Luft ströhmte in riesigen Mengen aus der Flasche und verursachte ziemlich Action unter Wasser (oder sagen wir mal so: es war keine schlechte Idee die Flasche mittels einem Spool zu sichern). Nach 20 Sekunden “Sprudelbad” wurde das Ventil wieder vollständig geschlossen und die Flasche zur Restdruckmessung an die Oberfläche geführt.

An Land zeigte sich, dass in der Flasche noch 40 Bar Restdruck zurückgeblieben sind. Innert 20 Sekunden verloren wir somit rund 80 Bar oder aber 1200 Liter Luft. Beachtlich… weitere 10 Sekunden und die Flasche wäre leer gewesen.

Wie verhält sich das ganze aber, falls eine erste Stufe montiert ist? Diese sollte die abströhmende Luftmenge vermindern – oder nicht? Wie lange spielt eine erste Stufe bei einem solchen Experiment mit?

Dieser Frage werden wir wohl in einem nächsten Feldversuch auf den Grund gehen.

 

Man fasst nicht alles an….

Heute war ich ein wenig schwimmen und tauchen  in Altendorf (nur mit Taucherbrille) und hab da eine wunderschöne Muschel gesehen! ich tauch da also runter und hab sie nuuur ganz leicht berührt… Nur berührt! nicht rausgenommen oder ähnlichs!

 Ich geh also wieder an land und plötzlich merk ich, das mir blut runterläuft wie ein Bach! =) Ich wasch mir das zeug also ab und hab ca. 8 Pflaster gebraucht, bis es entlich aufgehört hatte!!! =)))

 Fazit: MAN GUCKT NUR MIT DEN AUGEN!!! =P

 

Und noch was lustiges:

Ich war vorhin an der Tanke um mir ein Eis zu kaufen! Also ich dann an der Kasse stand, schaute mich die verkäuferin völlig entsetzt an…. Ich dachte nur, wasn mit der los?! Da schaute ich mal runter und entdeckte, dass ich den ganzen Fussboden mit blut betröpfelte hatte…. =)) Hab ich natürlich aufgewischt! =))))

Erfahrungen aus einem Deko Tauchgang

Gestern fand unser erster “echter” Dekotauchgang statt (siehe Blog), d.h. mit entsprechender Tauchplanung und mit über 20 Minuten Deko total. Anbei einige Erfahrungen / Bemerkungen aus diesem “Abenteuer”.

Wir trafen uns wie geplant um 18 Uhr und bereiteten den Tauchgang an der Terlinde vor. Jeder brachte ein D-12 mit Pressluft sowie eine 40cuft Stage mit einem 50er Gemisch. Zusätzlich hatten wir für die Gruppe eine 40cuft O2-Stage. Diese sollte im Einstiegsbereich deponiert werden.

Alles in allem dauerten die Vorbereitungen länger als üblicherweise – es lag auch eine gewisse (positive) Nervosität in der Luft – oder war es Vorfreude? Etwas nach 19 Uhr startete der Tauchgang und wir machten und auf den Weg in die Tiefe. Die Sicht war glücklicherweise relativ gut (ausser ein “Schlamm-Band” im Bereich 8-12m). Bereits beim Abstieg musste ich mich mit meiner Maske rumärgern – irgend etwas passte nicht 100%, denn es lief andauernd Wasser rein. Auch mehrmaliges Ausbalsen und Verschieben wollte keine Besserung bringen. Mit diesem “Handicap bewaffnet” sollte der TG doch zu Ende getaucht werden. Nach rund 25m Grundzeit machten wir uns an den Aufstieg und die bevorstehenden Deko-Stopps. Es stellte sich heraus, dass ein genaues Einhalten der Zeiten und Tiefen gar nicht mal so leicht ist. Immer wieder muss man zu den Wetnotes greifen und den Tauchplan mit den aktuellen Daten vergleichen. Mit rund 3 Minuten “verspätung” erreichten wir das Ende der Deko-Stopps auf 6m. Wir verbrachten weitere 10 Minuten im Wasser beim fröhlichen Austauchen und “Stage leersaufen”.

 

Abschliessen können 2-3 Dinge aus dem Tauchgang gelernt werden (alles nichts neues, doch es bestätigt sich immer wieder):

  • Im Wasser und während des TGs wird nichts besser. Kleine Probleme werden zur lästigen Geschichte und “behindern einem ganz bedeutend (mindestens gedanklich)”. Meine Maske war das beste Beispiel. Ich hätte das Problem mit der Maske bereits im Flachwasser (oder notfalls an der Oberfläche) lösen müssen.
  • Plane deinen TG und tauche deinen Plan: Leichter gesagt als getan. Aufstiegsgeschwindigkeiten einhalten, Tiefen kontrollieren, Wechsel auf Stage… alles eigentlich banale Tasks, doch im Wasser mit der ganzen Ausrüstung gar nicht so einfach. Es braucht Übung!
  • Koordiniertes “ins Wasser gehen” der Gruppe: Wir brauchten viel zu lange um ins Wasser zu kommen, nachdem wir unsere Trockis anhatten. Dies führte bei den vorherrschenden Lufttemperaturen zu “plütsch nassem” Unterzieher – und somit auch zu “Stress”. Es gehört alles sauber vorbereitet – von allen Tauchern. Nachher möglichst koordiniert und gemächlich ab ins Wasser.

 Alles in allem hat es Spass gemacht und war sicher eine super Erfahrung, welche wir bald wiederholen sollten – mit den entsprechenden Verbesserungen versteht sich.