Re: Re: AOWD gleich nach OWD?

SWISS DIVERS Foren Tauchausbildung AOWD gleich nach OWD? Re: Re: AOWD gleich nach OWD?

#69080
Squarry
Taucher

Deshalb (Kreis schliessen etc.) finde ich gehört ein AOWD nicht direkt anschliessend an ein OWD-Kurs, sondern müsste mindestens eine gewisse Anzahl Tauchgänge voraussetzen – zur eigenen Sicherheit. Ansonsten ist es wirklich reine Geldmacherei auf Kosten der Sicherheit des Tauchers.

Da wäre ich definitiv dagegen. Ich finde es sollte jedem selbst überlassen werden, jedenfalls bei der aktuell vorherrschenden Struktur. Eine Mindestanzahl Tauchgänge sagt REIN GAR NICHTS über die Fähigkeiten aus (Individualität des Menschen und der Art der absolvierten Tauchgänge). Somit müsste es (in einer perfekten Welt) eigentlich eine staatliche Organisation geben, welche nach einheitlichen Kriterien prüft, ob man für den AOWD tauglich ist. In der Praxis leider/zum Glück unmöglich. Zudem impliziert eine schnöde Anzahl Tauchgänge, dass diese alle als gleichwertig angesehen werden. Ist ein 10m Dive im Roten Meer im Hinblick auf «Erfahrung gewinnen» tatsächlich gleich zu gewichten wie ein 35m Tauchgang im Walensee an einer Steilwand bei 8° und 2m Sicht?

Das Thema «Anzahl Tauchgänge» mit «eigener Sicherheit» zu kombinieren, erachte ich als ziemlichen Unsinn. Eine solche direkte Korrelation dürfte nur sehr schwierig auszumachen sein. Die Sicherheit meines Buddies und mir hängt in erster Linie vom Köpfchen, der Vernunft, der gesunden Selbsteinschätzung, den Fertigkeiten, der Ausrüstung und der Konstitution ab. Ein Depp bleibt auch nach 1'000 Tauchgängen noch ein Depp. Vielleicht geht ihm einfach irgendwann das Glück aus.

Ich würde mich ja schön bedanken, wenn ich erst z.B. 50 Tauchgänge machen müsste nur um das doofe Kärtchen zu bekommen, bloss weil ein paar Affen mit 40 Tauchgängen immer noch nicht wissen wie tauchen funktioniert… besonders da der AOWD gerne als Scheinlegitimation genommen wird (neben der doofen Anzahl Tauchgänge) um gewisse Dives mit Veranstaltern machen zu dürfen. Klaro mag das in Summe besser sein als Nix, ist aber trotzdem nicht so viel Wert wie es den Anschein macht. Und nichts ist gefährlicher als Scheinsicherheit.

Ich bin ganz klar der Meinung, dass jeder selbst wissen muss welchen Kurs er wann machen möchte. Das sollte man im Idealfall mit dem Tauchlehrer seines Vertrauens absprechen. Das geht allerdings nur, wenn man einen solchen hat… Persönlich würde ich mir mehr sicherheitsrelevante Inhalte (im Stil des Stress & Rescue) bereits in der Grundausbildung wünschen. Zudem kann ich nur jedem empfehlen von Zeit zu Zeit ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und sich einen Tauchlehrer zu mieten. Ohne Fokus auf irgendein Kärtchen. So kann man sich auf die eigenen individuellen Schwächen konzentrieren, resp. solche erst einmal ausmachen um dann gezielt daran zu arbeiten. In jedem anderen Sport läuft das mehr oder weniger so. Um gleich beim Vergleich mit anderem Sport zu bleiben: wer 3 mal wöchentlich 10km mit 135 Puls rennt, läuft zwar pro Jahr sehr viele Kilometer, wird aber trotzdem relativ schnell keine Fortschritte mehr machen. So wie man beim Training Reize setzen sollte, sollte man dies auch beim Tauchen tun. Nur wer abwechslungsreiche und herausfordernde Tauchgänge macht (sich also aus seiner Komfortzone bewegt) wird auch viel lernen und wertvolle Erfahrungen gewinnen.