Re: Re: Argon für den Trocki

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Anonym

Aus der Berufstaucherei ist längstens bekannt, dass bei Tauchgängen mit Warmwasseranzügen eine längere Deko zu machen ist. Entsprechend höher ist die Sättigung. Die Standardtabellen führten anfangs zu vermehrten Deko-Zwischenfällen.

Anfangs Tauchgang ist der/die Taucher/in noch warm und macht in der Regel Muskelarbeit. Je höher die Arbeit desto höher die Sättigung. Wenn wir nun noch auf der Tiefe heizen, steigt die Hautdurchblutung an. Entsprechend läuft die Sättigung schneller ab.
Auf der Deko ist dann die Heizung defekt, Taucher kühlt aus und die Entsättigung läuft entsprechend langsamer ab. Die N2 Löslichkeit nimmt dazu bei abnehmender Temperatur im Gewebe noch exponentiell zu.
Somit haben wir eine schlechte Durchblutung mit schlechter Entsättigung, zusätzlich bleibt mehr gelöstes Gas im Gewebe zurück. Wenn die Hauttemperatur nach dem Tauchgang rasch ansteigt, kann dies zu Mikroblasen in der Haut und weiter führen.

Die Hände und Füsse sinnvoll zu heizen ist nach meiner Erfahrung nur bei kurzen Tauchgängen möglich. Bei längeren Tauchgängen ist die Heizfläche schlicht viel zu klein um effektiv die Wärme zu halten. Es nützt nur wenig, warme Hände und Füsse zu haben und die Kerntemperatur ist weiter am sinken.
Die meisten Forschungstaucher verwenden nur eine Torsoweste. Diese ist in der Regel ein Eigenfabrikat, da es die passende Weste bisher leider auf dem Markt noch nicht gibt.

Habe diverse Versuchs- und Forschung-Tauchgänge mit Kerntemperaturüberwachung gemacht. Am längsten funktionierte das ganze mit der Torsoweste. Damit konnte der Kerntemperaturabfall ziemlich lange hinausgezörgert werden.
Am besten auf der Deko war allerdings die Gaswärmeanlage. Darin wird das Atemgas auf 50-60°C und ca. 95% rel.Feuchtigkeit gebracht. Durch das feuchtwarme Atemgas konnte die Kerntemperatur während der Deko wieder angehoben werden. Die Heizung brauchte es in diesem Falle gar nicht mehr.

Kalte Hände sind für mich ein klarer Fall von schlechter Gesamtisolation des Tauchers. Ob dies nun Nass- oder Trockenhandschuhe sind.

Bei den üblichen Heizwesten so im 30-40W Bereich kommt eine Verbesserung der Wärmeerhaltung auch durch die Weste selbst. Probiert mal einen Tauchgang ohne Weste und dann mit Weste ohne Stromversorgung.
Eine schwache Weste führt zu einer besseren Hautdurchblutung und entsprechend wird die wichtige Wärme des Körpers vermehrt nach aussen abgeführt.

Mit der Torsoheizung und entsprechend richtiger Kleidung hatte ich noch nie Probleme wegen kalter Extremitäten. Meine Ausführungen entsprechen sicher nicht dem heutigen Stand der Forschung und stammen aus dem letzten Jahrhundert mit updates ans jetztige Jahrhundert. ;D
Auch gibt es viele Meinungen dazu. Habe jedoch aus meinen Erkenntissen Tauchgänge mit Deko von bis zu 12h in 4-6°C Wassertemperatur schadlos überstanden.  🙂

somit immer schön warm beim Tauchen
Hans