Re: Re: Bildbearbeitungs-Programme

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#63466

marc
Teilnehmer

Etwas Hintergrund zu meinen bisherigen Software-Evaluationen bzw. Arbeitsweise (könnte ja für den einen oder anderen Lesen auch noch interessant sein):

Das “Problem” bei den Adobe-Programmen war für mich, dass sie nicht direkt mit den RAW-Files meiner Kamera arbeiten. Man musste es erst (verlustfrei) importieren und als .psd abspeichern. Darauf konnte man dann analog dem ursprünglichen RAW arbeiten. D.h. aber, dass wenn ich das ursprüngliche RAW behalten wollte, ich dieses zusätzlich abspeichern musst. D.h. RAW + PSD + JPG und somit anstatt zwei gleich drei hatte (wovon RAW+PSD beide sehr gross sind). Das war zwar grundsätzlich möglich aber hat mir nicht so gepasst.

Ich suchte einen Weg wie ich das RAW direkt “einlesen” und als “Arbeitsbasis” verwenden kann. Die Modifikationen sollen dann als zusätzliche “Ebenen” bzw. Metadaten zum eigentlich RAW abgelegt sein, ohne das noch weitere Formate wie z.B. die Adboe-PSD's benötigt werden.

Diese Funktionalität fand ich bei Nikon Capture NX und jetzt neu auch bei Apple Aperture wo ich jederzeit das original RAW (Nikon .nef) rausholen kann und die Modifikationen lediglich als Ebenen dazu gespeichert sind.

Von der Arbeitsweise hat sich bei mir folgender Ablauf etabliert:

– Alle RAW's in ein neues “Projekt” einlesen (gescheit beim einstecken der SD-Karte und Bentzerbestätigung automatisch)

– Alle RAW's der Reihe nach durchgehen und Schrott gleich löschen

– Serien gleicher Fotos alle nebeneinander anzeigen und die besten Auswählen – alle anderen löschen

– Alle verbleibende RAW durchgehen und optimieren (falls notwendig): Weissabgleich/Farben, Belichtung, Schärfen, Zuschneiden – neu mache ich einiges davon auch nur noch lokal und nicht mehr auf das ganze Bild (Beispiel: nur Augen nachschärfen)

– Alternative Bearbeitungen werden als “Branch” (die IT-Leute werden das ggf. von klassischen Versionskontrollen kennen) des Originalbildes versucht und versioniert

– Metadaten (Event, Ort, etc. auf einem Bild erfassen) und mittels “Push Metadata” auf alle anderen Bilder dieses Projektes push'en.

– Alle RAW's selektieren und in einem Rutsch als JPG mit bestimmten Attributen (Grösse etc.) exportieren und auf dem Fileserver ablegen.

– JPG's auf Webseite(n) etc. hochladen/veröffentlichen (kann auch direkt aus Aperture gemacht werden)

– Als Ablage, Archiv etc. werden die RAW+Modifikationen behalten. Die JPG's sind “vergänglich” in meiner Ablage

Diese Überlegungen bzw. Arbeitsweise zeigen evtl warum ich persönlich mit den Adobe-Programmen (insbesondere dem Photoshop CS) für die breite Masse der Bilder nicht so glücklich wurde. Es ist mir zu wenig auf den Photo-Workflow getrimmt bzw. ein zu allgemeiner Pixel-Akrobat.

Mit Nikon Capture NX ist die obige Arbeitsweise auch weitgehend möglich (ausser vielleicht der schönen Version- und Branch-Verwaltung) aber einfach “mühsamer” in der Bedienung als das Apple-Progi. Insbesondere das Speichern von Modifikationen wie Batch-Grössenänderungen etc. Weiter störte mich an diesem Progi das ich die Tastaturbelegung überhaupt nicht anpassen konnte. Funktionen die keine Tasteturabkürzung hatten (wie z.B. Schärfen) mussten immer mittels Maus aus dem Menu ausgewählt werden.

Für ganz spezielle Fälle – welche eher in die Richtung Kreativ-Kunst (-Versuche) gehen als standard Photonachbearbeitung verwende ich PhotoShop CS. Ist aber schon seit Monaten nicht mehr vorgekommen.

Das so mal meine Erfahrungen der letzten Jahre.

Gruss, Marc