Re: Re: Gefährlicher Hecht!

Tauchen in der Schweiz Foren Re: Re: Gefährlicher Hecht!

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Anonym

Hier der im vorstehenden Bericht erwähnte Artikel über den Wels aus der gleichen Serie im St.Galler Tagblatt:

Der Bodensee bietet Tauchern eine faszinierende Flora und Fauna. In der Winterzeit ist das Wasser klar und sind Tauchgänge in die Tiefen des Sees ergiebig. Mächtig ist der Wels, der sogar Kleinkinder auf seiner Speisekarte haben soll.
rudolf hirtl

BODENSEE. Von allen Fischen, die im Bodensee anzutreffen sind, ist der Wels mit Abstand der grösste. An der Mündung zum Alten Rhein sind Fischern vor zwei Jahren über zwei Meter lange und 60 Kilo schwere Exemplare ins Netz gegangen. Taucher haben unabhängig voneinander berichtet, Welse gesichtet zu haben, die gegen 2,50 Meter lang und vermutlich über 100 Kilo schwer waren.

Nicht unwahrscheinlich; der vermutlich bis anhin grösste im westeuropäischen Süsswasser gefangene Wels wurde im März des Vorjahrs im Fluss Po in Italien an Land geholt. Der 253 Zentimeter lange Koloss wog 118 Kilogramm. Ähnlich grosse Exemplare werden auch in den Tiefen des Bodensees vermutet.

Allesfressender Gigant
Fische, Aale, Krebse, Molche, Wasservögel, Ratten, Schlangen, badende Hunde – und selbst Kleinkinder soll der schwimmende Gigant mit seinem riesigen Maul schon verschlungen haben. Im slowakischen Bratislava, so wird erzählt, sollen Fischer beim Ausnehmen des Mageninhalts eines gigantischen Welses mit Entsetzen die Reste eines Knaben gefunden haben. Diese und ähnliche Geschichten nähren den Mythos, der diesen Fisch umgibt.

Auch wenn der heimische Wels räubert, was das Zeug hält; ein potenzieller Menschenfresser ist er erwiesenermassen nicht. Es kann weiterhin ohne Angst in Bodensee und Alten Rhein gebadet und getaucht werden. Dass sich hungrige Welse aber gelegentlich eine Ente von der Oberfläche holen, ist hingegen belegt. Kein Anglerlatein ist auch, dass beim Apportieren von Holzstücken aus dem See schon so mancher kleine Hund spurlos verschwunden ist. Welse suchen sich nicht jeden Tag eine neue Unterkunft, sondern finden sich nach ihren Beutezügen immer an denselben Stellen ein. Ab Wassertemperaturen von sieben bis vier Grad Celsius stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme ein. Sie überwintern in Uferspalten, in Gruben in Ufernähe oder auf schlammigem Grund liegend.

Keine Scheu vor Tauchern
Wenn der Wels nicht will, besteht keine Chance, das man ihn zu sehen bekommt. Der Süsswasser-Raubfisch verfügt über einen hervorragenden Geruchssinn sowie ein empfindliches Gehör. Da er neben den Menschen keine natürlichen Feinde hat, ist er laut Berichten von hiesigen Sporttauchern allerdings nicht sehr scheu. In der Regel lässt er Besucher unter Wasser neugierig nahe an sich ran, ehe er gemächlich wegschwimmt. Laichzeit ist Juni bis Juli, wobei die Eier vom Männchen bis zum Schlüpfen der Brut bewacht werden. Taucher sind gut beraten, während dieser Phase dem Milchner nicht zu nahe zu kommen. Die grantigen Gesellen greifen mittels Kopfstössen unvermittelt an.