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Mein Erfahrungen mit dem Gerät – alles subjektiv auf mich bezogen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Allererster Eindruck:
Schreck…
Der Akku ist im Lieferzustand leer. Wenn man ihn an den Strom hängt, startet das Gerät, was aber ein grösserer Stromverbrauch ist, als der Lader bringt, worauf es nach ca 10s wieder abschaltet. Nach weiteren 20s ist die Spannung wieder genug hoch, dass das Gerät bootet, nach 10s wieder genug leer, dass es wieder abschaltet, usw…
Mit der Funktion Keylock wird der Compi in ein standby geschickt, womit er nicht mehr wirklich einschaltet, bis man den keylock deaktiviert.
*phew*
Als nächstes, retrospektiv, da der Compi jetzt ja deaktiviert rumliegt und die blinkende rote LED auf die stattfindende Ladung hindeutet, erwartete ich den effektiven Displaybereich grösser. Nicht, dass er zu klein ist, irgendwie genau richtig, aber eben eigentlich grösser erwartet.
Nach erfolgreicher Ladung dann eingeschaltet und konfiguriert. Mein Gerät wurde gemäss Log im August in der Fabrik getestet, mir aber im November überreicht, und hatte dennoch bereits die neuste Firmware vom Oktober installiert.
Das LCD lässt sich einstellen, die Funktion kann ich bestenfalls damit erklären, dass softwaremässig das Bild verschoben wird, bis die software-Pixel mit der hardware übereinstimmen. Das Bild ist zwar jederzeit scharf, gewinnt aber mit der richtigen Einstellung an Brillianz.
Etwas hit'n'miss empfinde ich die PC-Software, welche mittlerweile in einer neuen Version released wurde, aber von der grundlegenden Bedienung gleich geblieben ist. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich erstens an das Uwatec-Interface des SmartTrak gewöhnt bin und zweitens, dass keinerlei offensichtliche Dokumentation beiliegt, die einem über die grundlegende Philosphie und Bedienung aufklären würde. Ja, es ist einigermassen Intuitiv, dennoch wärs schön, wenn man ein Quick-Guide erhalten würde.
Zur Bedienung möchte ich meine Freundin zitieren, als ich ihr das Gerät mal in die Hand drückte. Eigentlich wollte ich kurz das Konzept von Line-Select-Keys erklären, wurde aber von ihr abgeschnitten: «Weisst du, ganz blöd bin ich eigentlich nicht, und angeschrieben ists ja auch noch…» Und schon fummelte sie für 5min drauflos, immer wieder «sag wie geht… Ach so…» 😀
Also wirklich simpel.
Zumindest der Compi selbst… 😉
Vom Funktionsumfang her ist eigentlich im Vergleich mit Mares Puck und Nemo nicht viel umwerfend neues enthalten, sondern alles grösstenteils gleich geblieben, respektive natürlich durch die neuen Möglichkeiten des grossen Displays erweitert worden.
Schlecht finde ich den Kompass. Nicht in der Funktion, sondern in der update-rate, welche ca 2Hz ist. Ziemlich ruckelnd, was ich zum einen flüssiger erwarte und zum anderen bei der Navigation unter Wasser sogar stresserhöhend empfinde.
Was mir fehlt, sind die Limit-Funktionen. Gerne würde ich ein Timer einschalten können, der mit die maximale Tauchzeit überwacht, oder mich über die maximale Tiefe warnt. Gut, hats nicht, über die absolute Notwendigkeit kann man geteilter Meinung sein. Ein nettes Gimmick empfinde ich es.
Betreiben kann man das Gerät im Nitrox-Modus (21% – 50%), im Luft-Modus, wo der CNS-Wert nicht gerechnet wird (beim umschalten in Luft-Modus wird der Wert resetted), sowie auch als Bottom-Timer.
Ein schönes Gimmick wäre noch ein Apnoe-Modus, wo die Aufstiegsgeschwindigkeit nicht gepiept wird…
Schwach empfinde ich der Fakt, dass geladene Bilder lediglich im Oberflächenmodus betrachtet werden können, nicht aber unter Wasser. Fischbestimmung anhand Bilder? Njet. Auch keine ablenkenden Bilder während der Deko… Irgendwie wird das von der Werbung anders suggeriert…
Nett finde ich die Möglichkeit der Karte, welche allerdings mit der maximalen Auflösung von 320×200 und nicht scrollbar etwas mager ausfallen und wirklich bestensfalls eine Übersicht fürs briefing bieten. Schön ists natürlich, dass es online schon diverse Karten zum saugen gibt, aber inwiefern die wirklich hilfreich sind…? Mit der Auflösung und Grösse lässt sich einfach nicht viel Daten draufpacken… Werde demnächst mal ein Selbst-Versuch starten.
Genial empfinde ich das Situations-Bewusstsein, welcher mir das Gerät liefert. Neu ist für mich der Compi am Handgelenk – bisher lediglich Uwatec SmartCom in Konsolenform – zusätzlich hilft mir zum Beispiel die Profilanzeige während dem Tauchgang, oder auch die Tiefenangabe mit der scrollenden Band, in welchem dann Deko- und SicherheitsStop an den entsprechenden Tiefen dargestellt sind.
Auch interessant ist die Möglichkeit zum Gaswechsel. 3 Gase, Luft oder Nitrox-Gemische mit max 50%, können definiert und während dem TG gewechselt werden.
Schade allerdings, dass sich die Gase nicht deaktivieren lassen: Das erste Gas muss das mit dem geringsten Anteil sein. Mann kann also nicht wie in meinem Beispiel Gas 1 21%, Gas 2 28% und Gas 3 32% definieren – weil ich zuhause vor allem damit tauche – und dann eines davon auswählen, sondern muss immer den TG mit Gas 1 beginnen und dann unterwasser auf das jeweilige und effektiv benutzte Gas umschalten.
Oder aber jeden Tauchgang – falls nötig – das Gas 1 neu einstellen.
Ist für mich aber eine Frage der Abwägung von Funktionalität gegenüber zusätzliche Bedien-Komplexität, welche nun halt so definiert wurde.
Ablesbarkeit empfinde ich als hevorragend, erst ab einem Winkel von ungefähr 60° werden einige Farben invertiert, das Display bleibt aber immer ablesbar.
Helligkeit hab ich auf Minimum reduziert. Das war für mich bisher immer genug hell und schont Akku.
Laufzeit ist der wirklich magere Punkt des Geräts. Garantiert sind gemäss Hersteller 6 Tauchgänge à 45min im Tropenwasser. Meine Erfahrungen der Ferien in Thailand haben gezeigt, dass nach 5 Tauchgängen à je ziemlich genau 60min der Akku immer noch auf 50% steht. Im Zürichsee hält er aber nur 3 Tauchgänge à 60min durch, dann ist am Schluss des dritten TG's der Akku auf 20% und die Anzeige gelb. (Anmerkung, der Compi hat jetzt 50 TG auf dem Buckel, also noch relativ neu)
Der Ladeadapter sollte mit Vorsicht verwendet werden. Einfach draufwürgen wie ein Mares Drak Interface ist nicht drin: Es geht drum, vier relativ filigrane Kontaktstifte auf vier Gegenstücke zu bringen. Mit der entsprechenden Sorgfalt sehe ich kein Problem, ist aber dennoch fummelig und soll hören-sagen schon bei ein paar wenigen Leuten für abgebrochene Stifte gesorgt haben – wurde dann aber anstands- und kostenlos von Mares ersetzt… Und gibt natürlich auch den Vorteil, dass es dafür keine Öffnungen für Batterien usw gibt, die geflutet werden können…
Was für mich ebenfalls besser als bei anderen Farb-Compis ist, die Verwendung der Farben. Ich persönlich mag es nicht, wenn die Zahlen selbst die Farben ändern. Geht mir gegen den Strich, was aber von meinem Hintergrund der Fliegerei her kommt. Dort ist man der Meinung, dass die Änderung der Farbe der Zahl selbst hirnmässig zusätzliche Resourcen braucht, da das Symbol neu interpretiert werden muss – besonders in einer abnormal-situation. Ändert hingegen nur der Hintergrund, so lässt sich diese Info schneller verarbeiten.
Das Rechenmodell finde ich interessant…!
Bisher habe ich keinen Unterschied zum MaresNemoAir gefunden, was auch zu erwarten ist. Der UwatecSmartCom hat zwar ein unterschiedliches Modell, hat mir aber bisher keine grosse Differenzen gezeigt. Gerade beim Tauchen im Z-See haben beide praktisch immer 100% die gleichen Zeiten, Dekos und Tiefen angezeigt. In den Ferien hat mir des öfteren der Uwatec eine bis zwei Minuten mehr Grundzeit gewährt.
Es gibt Leute, die behaupten, das Suunto und Mares das gleiche Modell benützen, und dem ist aber definitiv nicht so. Wo ich bei einem Wiederholungstauchgang mit dem Icon in zwei Minuten Deko rutschte, wollte der Zoop bereits insgesamt 9min…! Der Unterschied liegt dabei anscheinend vor allem darin, wie der Stickstoff an der Oberfläche abgebaut wird, da die Daten während dem vorherigen Tauchgang ziemlich übereinstimmten.
Für mich ist der Icon ein guter Sport-Tauch-Compi, der für den Luftbereich gemacht ist. Klar können andere Geräte mehr, respektive eben Trimix, kosten aber entsprechend mehr. Für mich passt es. Und wenn ich mal in andere Bereiche vordringen werde, so werden bis dahin die Hersteller schon wieder neue und bessere Geräte entwickelt haben, womit sich ein weiterer Generationenwechsel lohnt.
Braucht ein Anfänger so ein Dingens? Nein. Wie gesagt, der Puck hat grundlegend die gleichen Funktionen, nur halt eben anstatt vier Knöpfen einen einzigen, womit die Bedienung etwas Fummelig gestaltet ist, alles aber zu einem Viertel oder weniger des Preises…
Mir gefällt das beleuchtete, grosse, farbige Display, und wie es benützt wird, was mir ein nochmals besseres Situations-Bewusstsein als ein simpler Arm-Compi wie Zoop, Puck etc, ermöglicht.
Was ich ursprünglich wollte, ist bei der erfolgreichen Einführung der Luftintegration den Uwatec zu veräussern und durch ein backup-Finimeter zu ersetzen. Gerade in den Ferien bin ich aber zum Entschluss gelangt, dass ich den Uwatec sehr wohl behalten werde. Ob ich ein weiteres mal eine Reparatur machen würde, ist natürlich fraglich, aber solange das Ding läuft brauch ich es.
Ich hoffe, ich konnte dem/der einen oder anderen einen Einblick in mein Empfinden geben…
Cheers,
TauchKaterli