Re: Re: Nitrox-Norm: Gewinde M26x2

Tauchen in der Schweiz Foren Tauchausrüstung Nitrox-Norm: Gewinde M26x2 Re: Re: Nitrox-Norm: Gewinde M26x2

#57614

Walter Ciscato
Mitglied

Dieser Thread hält sich aber erstaunlich lange…

… und lange wird er weiter gehen da die Leute (wir), welche für Pro und Con sind, sich nicht finden und teilweise wie auch immer an der Realität, Praxis und aktueller Stand Technik vorbeidiskutieren. ABER, ES GILT DIE MEINUNGSFREIHEIT und davon lebt diese Diskussion. Interessant ist es, wenn z.B. Leute du immer wieder nach Erklärungen und Fakten suchen ohne ALLE technischen Hintergründe wirklich zu kennen (Thema: Sauerstoffausbrennsicherheit) Dipl. Ing. ETH hin oder her. Wenn du ehrlich mit dir selber bist, müsstest du für ca. 3000 bis 6000 CHF Normen kaufen oder die technischen Spezifikationen, Prüfverfahren, Zeichnungen usw. sonst irgendwie besorgen. Dies ist nur teilweise der Fall, da du im Internet eben nur ein Teil der nötigen Informationen dafür findest. Es gilt bei der Sauerstoffausbrennsicherheit nicht die Norm und Technik nach Dipl. Ing. ETH Beat Müller, sondern die offiziellen Ventilprüfverfahren. Die findest du im Detail im Papier SN EN ISO 10297 Ortsbewegliche Gasflaschen – Flaschenventile – Spezifikation und Typprüfung (ISO 10297:2006), Kostenpunkt: 111.00 CHF

Die Kosten kannst du dir sparen. Am 4. August erscheint unser Artikel: Nitroxnormen – was gilt nun? im neuen DiveInside. Darin „beschreiben“ wir das Prüfverfahren. Zur Illustration haben wir auch Fotos von:
– zwei G5/8 Luftventilbränden in der Schweiz und Deutschland mit Sauerstoff
– ein Luftautomatenbrand (1st Stufe) mit nur 29% Sauerstoff (EAN29)
– Innerer Sauerstoffbrand in einem Ventil, welches die Sauerstoffausbrennsicherheiten erfüllt
– 500-bar-Sauerstoff-Druckstossprüfstand für Armaturen und Anlagenteile der BAM
im Bericht publiziert. Der Artikel ist kritisch aus Anwendersicht geschrieben, ergänzt mit der Entwicklungsgeschichte, technischen Informationen und der Rechtsbelehrung über: Normen allgemein, Mängelgewährleistung, Schadensersatz- und Produkthaftungsrecht und strafrechtliche Aspekte. Er wurde von den Spezialisten aus dem CEN/TC 79/SC7 – diving apparatus Normenkomitee und internationale Ventilexperten von der BAM erstellt. Darunter sind auch Ingenieure und sogar jemand mit Doktortitel; Herr Doktor Urs Anliker ist es nicht…

http://www.swisscavediving.ch/PDF-dateien/AnmerkungenDiskussion_EN144_Forum.pdf

Natürlich ist es richtig UND wichtig, dass Leute wie du sich bemühen Informationen zusammenzutragen, davon profitieren wir hier alle. Danke an dieser Stelle dir diesbezüglich für deine Bemühungen und Zusammenstellung.

Psychologisch finde ich es hier immer wieder interessant wie Leute argumentieren.

Wie auch Frau Baumgartner vom SECO meint. Befreiung von der Strafbarkeit nach STEG/STEV heisst nicht automatisch, dass „man“ nicht haftest. Ich wünschte mir, dass du mal die Sichtweise über Produkthaftung, Verschuldungshaftung bei Schäden Dritter OR41 ff, Mängelgewährleistung usw. studieren und dokumentieren würdest.

An was hat sich zum Beispiel ein Tauchladen/Füllstation zu halten? Adapter ja oder nein? TL kauft Flaschen und Ventile als Einzelteile im Ausland und baut diese zu einer Baugruppe zusammen => ist somit der Inverkehrbringer der Baugruppe. Wie haftet der TL gegenüber dem Schüler (Beispiel: Cave Diver), welcher seine Stage taucht?
Verschiedene Anwälte (auch Frau Baumgartner) haben schon dazu Stellung genommen. Mich würde deine Ansicht interessieren.

Apropos Frau Baumgatner, anbei ihre Antwort auf meine Mitteilung bezüglich technischer Falschauslegung deinerseits. (im Unterschied zu dir habe ich sie vor der Veröffentlichung im Internet um Erlaubnis angefragt)
„Sehr geehrter Herr Ciscato

Besten Dank für Ihren Hinweis sowie Ihre Mitteilung und die Präsentation.
Wir werden Herrn Müller auffordern, die Aussagen auf seiner Homepage richtig- und klarzustellen. Betreffend Anwendung und Betrieb resp. Umrüstung von Tauchflaschen können wir uns nicht äussern – entsprechend möchten wir in dieser Angelegenheit auch keine Position beziehen. Die technische Beurteilung, welches Gemisch in welche Flasche gefüllt werden muss und ob sich Umrüstungen aufgrund einer neuen Norm aufdrängen, muss, auch mit Blick auf die Haftung, den entsprechenden Spezialisten überlassen werden.

Mit freundlichen Grüssen

Birgit Baumgartner
Juristische Fachspezialistin“

In deinem Papier fehlen mir noch die Anfragen und Stellungnahmen der zuständigen technischen Gremien:
– INB 120/UK 7
– CEN/TC 79/SC7 – diving apparatus
– ISO/TC 58/SC 2/WG 5 “Yoke type valve outlets for breathing air for diving”
usw.
Hast du von allen eine Antwort erhalten?

Und wenn ich dann Stauffer-Fett statt O2-komaptibles Fett an mein schönes, normenkonformes Nitrox-Ventil schmiere, dann fliegt mir das Ding trotzdem, mit oder ohne EN144, um die Ohren….

Studiere mal das Thema Sauerstoffausbrennsicherheit und die physikalischen Auswirkungen eines inneren Brandes der nicht ausbricht, sondern nach kurzer Zeit erlischt. Dann fliegt auch keine Flasche, Ventil, Automaten um die Ohren. Siehe „dann“ im Artikel auch die Fotos über Ventil und Automaten und deren inneren Brände welche nicht ausbrachen.

Wie sagte Urs Anliker in diesem Forum: solange nichts passiert, kümmert's niemanden. Das ist natürlich juristisch völlig incorrect, aber es trifft zu, es ist Realität.

Jaul, dass sehe ich auch so (wie vermutlich 100% aller Leser hier).
Aus Unfallanalysen kann ich dir aber mitteilen, dass sehr wohl die chemischen Substanzen analysiert werden. Und diese kommen dann in den Rapport des Sachverständigen. Richter und Versicherungsexperte entscheiden dann danach. Und auch da gab es in den letzten Jahren Fälle (schuldige und nicht schuldige).

Grüsse
Walter Ciscato