Re: Re: Regelmässiger Check zur Tauchtauglichkeit

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#64986
uanliker
Taucher

Versuche mal das ganze in ein Gesamtbild zu stellen. Die tauchärztliche Untersuchung ist ein Screening. Ziel ist es Personen vom Tauchen fern zuhalten, die ein Gesundheitsproblem haben, welches nicht mit dem Tauchen vereinbar ist.

Welche Punkte zu beachten sind schreibt für die Schweiz (mit internationaler Zusammenarbeit) die SUHMS „fest“, http://www.suhms.org

Das aktuelle Formular der Untersuchung findet man hier (und auf einigen weiteren Seiten):
http://www.suhms.org/downloads/ex1g.pdf

Viele Punkte kann ein Hausarzt ohne Untersuchung beantworten, da er die Krankengeschichte kennt (evtl. sogar die der Familie / Verwandten). Entsprechend kommt er mit weniger Untersuchung zu einem Urteil als ein Arzt, bei dem man sich zum ersten Mal zeigt (sprich hier in der Diskussion der Facharzt). Der Hausarzt kann z.B. beurteilen ob ein Belastungs-EKG nötig ist, der Facharzt wird es sehr wahrscheinlich tun, da er die Person nicht kennt.

Bei einem unsicheren Befund des Hausarztes bzw. bei Risikofaktoren wird ein Facharzt wichtig Inputs liefern können.

Die FTU hat mal was dazu geschrieben: http://www.ftu.ch/de/tipps/index.php?page=1081437310&kat=&skip=1

Aus meiner Sicht muss man bei Screening folgende Punkte beachten:
– man wird Personen für Gesund erklären die nicht Gesund sind
– man wird Personen für Krank erklären die Gesund sind
– man wird die richtige Diagnose stellen (Gesund / Krank)

Im Zusammenhang mir der Tauchtauglichkeitsuntersuchung heisst Gesund: tauchtauglich und krank: nicht tauchtauglich.

Das Risiko einer Fehldiagnose muss durch Fachpersonen beurteilt werden und entsprechende Untersuchungsempfehlungen abgegeben werden.

So wird z.B. auf ein PFO Screening verzichtet, da Kosten, Risiken und Nutzen in einem schlechten Verhältnis stehen. Ein grosser Teil der Taucher mit PFO wird ihre Tauchkarriere ohne Zwischenfall überstehen. Durch ein Screening würde man Unsicherheit oder falsche Sicherheit streuen. Taucht jeder wie wenn er ein PFO hätte, dann wird das Risiko einer DCS generell reduziert  8)

Screening wird immer gute Beispiele liefern (wie von Hans erwähnt), nur muss man auch die negativen Auswirkungen im Auge behalten. Diese sind oft nicht offensichtlich.

Grossflächig fand die Diskussion für das Brustkrebs-Screening statt, z.B.
http://www.slembeck.ch/pdf/M-Screening-Tagblatt-Mai07c.pdf
http://www.gdk-cds.ch/fileadmin/pdf/Themen/Gesundheitssystem_und_Strategien/Praevention/Krebspraevention/Notiz-Brustkrebs-Screening-d.pdf

Ich weiss, dass hier Personen mit diskutieren, die alles messen und testen wollen. Ich plädiere dafür, dass man Augenmass behält. Und vor allem sein eigenen Körper kennt und auf ihn hört.

Tauchen findet immer noch im Wasser statt und (alle) Risiken werden nicht durch ein Screening gelöst – tauchen muss man immer noch selbst.

Wieder mal viel zu viel Text  :-*

      viele Grüsse Urs

SWISS DIVERS › Foren › Tauchmedizin › Regelmässiger Check zur Tauchtauglichkeit › Re: Re: Regelmässiger Check zur Tauchtauglichkeit

#64986
uanliker
Taucher

Versuche mal das ganze in ein Gesamtbild zu stellen. Die tauchärztliche Untersuchung ist ein Screening. Ziel ist es Personen vom Tauchen fern zuhalten, die ein Gesundheitsproblem haben, welches nicht mit dem Tauchen vereinbar ist.

Welche Punkte zu beachten sind schreibt für die Schweiz (mit internationaler Zusammenarbeit) die SUHMS „fest“, http://www.suhms.org

Das aktuelle Formular der Untersuchung findet man hier (und auf einigen weiteren Seiten):
http://www.suhms.org/downloads/ex1g.pdf

Viele Punkte kann ein Hausarzt ohne Untersuchung beantworten, da er die Krankengeschichte kennt (evtl. sogar die der Familie / Verwandten). Entsprechend kommt er mit weniger Untersuchung zu einem Urteil als ein Arzt, bei dem man sich zum ersten Mal zeigt (sprich hier in der Diskussion der Facharzt). Der Hausarzt kann z.B. beurteilen ob ein Belastungs-EKG nötig ist, der Facharzt wird es sehr wahrscheinlich tun, da er die Person nicht kennt.

Bei einem unsicheren Befund des Hausarztes bzw. bei Risikofaktoren wird ein Facharzt wichtig Inputs liefern können.

Die FTU hat mal was dazu geschrieben: http://www.ftu.ch/de/tipps/index.php?page=1081437310&kat=&skip=1

Aus meiner Sicht muss man bei Screening folgende Punkte beachten:
– man wird Personen für Gesund erklären die nicht Gesund sind
– man wird Personen für Krank erklären die Gesund sind
– man wird die richtige Diagnose stellen (Gesund / Krank)

Im Zusammenhang mir der Tauchtauglichkeitsuntersuchung heisst Gesund: tauchtauglich und krank: nicht tauchtauglich.

Das Risiko einer Fehldiagnose muss durch Fachpersonen beurteilt werden und entsprechende Untersuchungsempfehlungen abgegeben werden.

So wird z.B. auf ein PFO Screening verzichtet, da Kosten, Risiken und Nutzen in einem schlechten Verhältnis stehen. Ein grosser Teil der Taucher mit PFO wird ihre Tauchkarriere ohne Zwischenfall überstehen. Durch ein Screening würde man Unsicherheit oder falsche Sicherheit streuen. Taucht jeder wie wenn er ein PFO hätte, dann wird das Risiko einer DCS generell reduziert  8)

Screening wird immer gute Beispiele liefern (wie von Hans erwähnt), nur muss man auch die negativen Auswirkungen im Auge behalten. Diese sind oft nicht offensichtlich.

Grossflächig fand die Diskussion für das Brustkrebs-Screening statt, z.B.
http://www.slembeck.ch/pdf/M-Screening-Tagblatt-Mai07c.pdf
http://www.gdk-cds.ch/fileadmin/pdf/Themen/Gesundheitssystem_und_Strategien/Praevention/Krebspraevention/Notiz-Brustkrebs-Screening-d.pdf

Ich weiss, dass hier Personen mit diskutieren, die alles messen und testen wollen. Ich plädiere dafür, dass man Augenmass behält. Und vor allem sein eigenen Körper kennt und auf ihn hört.

Tauchen findet immer noch im Wasser statt und (alle) Risiken werden nicht durch ein Screening gelöst – tauchen muss man immer noch selbst.

Wieder mal viel zu viel Text  :-*

      viele Grüsse Urs