kl. Matterhorn / Tauchverbot wegen Bootanleger ?

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Dieses Thema enthält 10 Antworten und 0 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  marc vor 6 Jahre, 3 Monate.

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  • #55344

    walticausch
    Taucher

    Im Thread unten, wurde das Thema Tauchverbot geruechteweise vom Flex schon mal angedeutet
    https://www.swiss-divers.ch/old/index.php?option=com_smf&Itemid=27&topic=1297.0
    Nun haben Kollegen von mir berichtet, dass es beim Einstieg eine Tauchverbotstafel der Gemeinde Herrliberg gibt.(siehe auch Eintrag im http://www.tcaarau.ch vom 29.4.2012)
    Weiss jemand, wie lange die schon dort ist und wie geht ihr damit um ?
    Taucht ihr weiterhin dort und lasst es darauf ankommen, das jemand reklamiert ? Polizei ?
    Wie sieht hier die rechtliche Lage aus, da ja der Steg nicht unbedingt ein Landepier darstellt und das Tauchverbot die “Naehe” zu Bojen/Liegeplaetzen nicht genauer definiert ist. Im Bereich wo die Boote festgemacht sind ist es ja ohnehin schon 5-6m tief und man stoert ja da nicht den Bootsverkehr.

    Hat hier jemand einen Draht zur Sepo, wie die das sehen ?

    Danke
    Walti

    #70470

    chraebby
    Mitglied

    Streng nach Binnenschifffahrtsgesetz dürfte man am Zürichsee nirgends legal tauchen, da fast nirgends die 100m Abstand zu jedem Steg und jeder Boje eingehalten werden kann (übrigens wird von der Seepo häufig auch 50m toleriert). Rein theoretisch könnte sie aber fast jeden Taucher im ZH-See verzeigen!

    Es bleibt uns Tauchern daher nichts anderes übrig, als auf das “Goodwill” der Anwohner zu zählen und uns eben auch entsprechend anständig zu verhalten, um niemanden zu verärgern, damit es nicht zu weiteren solchen Ärgernissen oder Anzeigen bei der Polizei kommt.

    #70471

    TauchKaterli
    Mitglied

    MORGA!

    Auch ich bin letztens ziemlich irritiert dort gestanden, und hab die Tafel betrachtet.

    Nachforschungen haben ergeben:
    1. Die darauf genannten Fakten sind wahr.
    2. Die Tafel ist kein Jux und auch nicht von verärgerten Anwohnern in einer Nacht&Nebel-Aktion installiert, sondern in der Tat legal von der Gemeinde-Verwaltung montiert.
    3. Der Ursprung kommt von einem Mieter von einer der Bojen, der von wortwörlich plötzlich auftauchenden Tauchern an der Boje überrascht wurde, als er mit seinem Segelboot im Begriff war, an selbiger festzumachen. Es geht betont nicht darum, uns unsere Freude zu verbieten, sondern auf ein Unfall zu sensibilisieren, welcher nur zwei, drei Meter entfernt war…

    Wenn es auch unklar ist, was “in Umgebung von Liegestellen” bedeutet, ob da jetzt die üblichen 100m oder auch nur 10m gemeint sind, es ist für mich klar, dass ein Auftauchen entlang einer Bojenkette – also im Epizentrum der Verbots-Zone – ungeschickt ist. Da müssen wir uns alle selbst an der Nase nehmen…

    Da die Parksituation am Matterhorn schon immer sehr angespannt ist, sollte man nun erst recht des öfteren von einem Tauchgang dort absehen: Hinfahren und nach freien Parkfeldern gucken, falls frei – umziehen, reinhüpfen und freuen… Falls aber alles voll, nicht irgendwo reinwürgen, sondern weiterfahren und weiter mit Plan B. Clubtauchgänge mit zehn Autos gehören von vornherein wirklich nicht dorthin.
    Auch die Parkfelder sind nicht einfach so zum Spass da, sondern sollen einem anzeigen, wo man parken soll – bitte respektieren. Und wenn jemand ein Parkverbotkleber auf die Zugangstüre zu seinem Grundstück klebt, so wäre es sinnvoll, diesen zu respektieren, auch wenn das Verbot nicht offiziell gültig ist, zumal dort vornedran auch kein Parkfeld markiert ist…

    Cheers,
    Tauchkaterli

    #70472

    walticausch
    Taucher

    Herzlichen Dank fuer die Aufklaerung des Ursprungs dieser Tafel.Gut ist, dass es nicht von Anwohnern und etwaige Verschmutzungen,Laerm etc.. herruehrt. Da kann man ja dann annehmen, wenn kein Bootsverkehr stattfindet auch keine Meldung an die Polizei geht. (Im Gegensatz zum Trueschenwaendli, wo ja der Nachbar jedesmal die Polizei rief, wenn jemand kurz am Fussgaengerweg sein Auto zum Ausladen parkierte.Er hatte einfach einen Hass auf alle Taucher, welche am Wiesli seine Ruhe stoerten).
    Ein Grundsatzfrage stellt sich aber aufgrund der Aussage von Chraebi noch, dass es theoretisch fast ueberall verboten sei und die Seepo buessen koennte.
    Warum stellt man dann Taucherfahnen noch auf, wenn irgendwo eine Boje sichtbar ist. Das wuerde ja die Seepo anlocken und definitv die Anwesendheit von Tauchern kundtun > Das vom Tauchkaterli vorgeschlagene Vorgehen Platz vorhanden >Anziehen>abtauche>geniessen wuerde nur kurz (und zwar das Ab & Auftauchen) auf Taucheraktivitaeten hinweisen.Die Flagge dazu ???? aber eher nachteilig wirken…………..Nur so ein paar Gedanken generell

    #70473

    StefanBachmann
    Mitglied

    Hallo zusammen

    das Schild datiert vom 19.6.2011, ist also schon ein Weilchen dort. Ich wollte von der Liegenschaftsverwaltung Herrliberg (die haben das Schild montiert) wissen, was der Grund dafür sei. Hier die Antwort (Veröffentlichung wurde genehmigt):

    Sehr geehrter Herr Bachmann

    Die Treppe führt zu einem kleinen Steg und/mit dem Beibootständer, welcher zum Bojenfeld gehört. Letztes Jahr ist ein Taucher neben einem Bojenmieter aufgetaucht, als der gerade von seiner Ausfahrt retour kam und sein Boot an der Boje anbinden wollte. Der Bootsführer hatte offenbar “den Schock fürs Leben”. Der Taucher sah die Situation weniger dramatisch, er sehe von unten gut was oben laufe. Der Bootsführer fragte anschliessend bei uns nach, wie die Rechtslage sei. Wir mussten das auch zuerst abklären. Anschliessend bat er darum ein Hinweisschild anzubringen, was wir gemacht haben.

    In den 8 Jahren, in denen ich mit den Bojenplätzen zu tun habe, war das der erste “Vorfall” mit Tauchern. Weitere Hinweistafeln sind bisher nicht geplant, auch wenn mir bekannt ist, dass auch an einem anderen Platz in Herrliberg der Einstiegsort der Taucher nahe bei einem Bojenfeld liegt. Die Verordnung gilt schliesslich auch ohne Hinweistafel und offenbar muss jeder Taucher diese Regel kennen. Sicher gibt es sensiblere und weniger sensible Bootsführer, was die Präsenz von Tauchern angeht. Ich denke es ist schlussendlich zum Vorteil der Taucher, wenn sich diese nicht mit Bojenmietern anlegen und bei Diskussionen an einen anderen Platz ausweichen. Dies insbesondere wenn die Rechtslage klar ist, sprich die 50 Meter unmöglich und bei weitem nicht eingehalten werden können wie beim Tauchplatz „Matterhorn“. Neben einem einlaufenden Boot aufzutauchen war im angesprochenen Fall halt wohl nicht so ideal.

    Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen gerne unter 044 915 91 62 zur Verfügung.

    Freundlich grüsst
    Stefan Sulzer

    Gemeindeverwaltung Herrliberg
    Finanzverwalter-Stv., Sachbearbeiter Liegenschaften/Landschaft
    Forchstrasse 9, Postfach 86, 8704 Herrliberg
    Telefon 044 915 91 62 / Fax 044 915 92 33
    stefan.sulzer@herrliberg.ch http://www.herrliberg.ch

    Hier wird “in der Nähe” also mit 50m gedeutet. Wie schon erwähnt, wäre wahrscheinlich an vielen Tauchplätzen im Zürichsee das Tauchen theoretisch verboten, wenn man Art. 77 der BSV buchstabengetreu umsetzen würde.

    Wir sind also auf Goodwill von Bootsbesitzer und Anwohner angewiesen. In diesem Sinne bitte ich alle TaucherInnen, sich bei solchen Tauchplätzen entsprechend zu verhalten und nicht auf Konfrontation aus zu sein – wir sind da nun mal am kürzeren Hebel!

    Auf das uns die Tauchplätze am Zürichsee noch lange erhalten bleiben – Guet Luft

    Stefan Bachmann

    #70474

    scubatinoo
    Taucher

    Der Worttext in der Binnenschifffahrts-Verordnung lautet:
    Art. 77  Baden und Tauchen
    3 Sporttauchen ist verboten:
    a. auf den Fahrstrassen der Kursschiffe;
    b. in engem Fahrwasser;
    c. bei Hafeneinfahrten;
    d. in der Nähe von behördlich zugelassenen Liegeplätzen;
    e. im Umkreis von 100 m um behördlich bewilligte Landungsstellen der Kursschiffe.

    Für's Matterhorn kommt wohl der Abschnitt d in Frage. “In der Nähe” ist allerdings ein schwammiger Begriff. An der Bojenkette aufzutauchen ist aber definitiv zu nahe…

    #70475

    Scubandro
    Mitglied

    man könnte aber auch sagen, dass an der Bojenkette auftauchen sicher ist, da selten einer mit dem Motor über die Boje fährt ;).

    Was mich an der Geschichte irritiert ist: wenn der da sein Boot festmacht an der Boje und neben ihm taucht ein Taucher an der boje auf, dann hätte der doch die Blubber schon längst bemerken müssen, oder dachte er evtl. die Boje verliert Luft? Oder hatte der Taucher zufällig grad nen Rebreather der keine blubber macht?

    Grade beim Matterhorn sollte es doch kein Problem sein, die Schiffe dürfen ja nicht zum Ufer fahren sondern müssen vom See her direkt senkrecht zu den Bojen fahren, soweit möglich. Das heisst also, zwischen Bojen und Steg sollte es kein Problem geben; ausserdem ist es eh immer klüger, ne kleine Taucherboje zu schiessen, wenn man bei nem Steg, seis auch nur wegen Ruderbooten… auch ein Ruderboot gibt böse Beulen 🙂

    #70476

    Anonym

    Ich schlage vor, dass jener Taucher, der uns das Tauchverbot eingebrockt hat  >:( sich beim Bootsführer mit einer Flasche Wein entschuldigt und darauf hinwirkt, dass das Tauchverbot wieder aufgehoben wird.

    #70477

    tdi_didi
    Taucher

    @ astacus:
    Das mit der Weinflasche finde ich sehr gut, jedoch aendert das nichts an der Tatsache, dass das Tauchen mit & ohne Hinweistafel (man beachte den Unterschied zw. Hinweis- und Verbotstafel)im Bojenbereich verboten ist.
    Ob nun die Tafel entfernt wird oder nicht, wird die Sache nicht “legal'er”

    #70478

    marc
    Taucher

    Ich schlage vor, dass jener Taucher, der uns das Tauchverbot eingebrockt hat  >:( sich beim Bootsführer mit einer Flasche Wein entschuldigt und darauf hinwirkt, dass das Tauchverbot wieder aufgehoben wird.

    Nach meinen Informationen hat der Taucher sich vor Ort bereits entschuldigt und versichert, dass er das Boot von unten schon gesehen hatte und das alles im grünen Bereich gewesen war. Der ältere Herr hatte sich ber trotzdem erschreckt und bei der Gemeinde gemeldet.

    #70479

    Scubandro
    Mitglied

    wieso kann man eigentlich nicht einfach sagen:

    Wenn man innerhalb von 50m von Liegeplätzen taucht, eine Boye mitgeführt werden muss? Ich mein, dort wo viel Bootsverkehr stattfindet, ist es prinzipiell sowieso sicherer, wenn man eine Boye mitführt. Das macht man ja im Meer auch so und es funktioniert.

    Da müsste man mal einen Juristen drüber lassen, der das prüft.

    #70480

    marc
    Taucher

    wieso kann man eigentlich nicht einfach sagen:
    Wenn man innerhalb von 50m von Liegeplätzen taucht, eine Boye mitgeführt werden muss? Ich mein, dort wo viel Bootsverkehr stattfindet, ist es prinzipiell sowieso sicherer, wenn man eine Boye mitführt. Das macht man ja im Meer auch so und es funktioniert.
    Da müsste man mal einen Juristen drüber lassen, der das prüft.

    Das könnte “man” schon sagen aber gesetzlich wurde etwas anderes beschlossen und leider haben es die Interessenvertreter von uns “Tauchern” verpasst, bei der Erarbeitung dieser Gesetze mitzureden. Darum: was Sinnvoll/Machber/Clever wäre ist eine Sache; was gesetzlich festgelegt wurde, eine andere.

    Da auch sie SePo weiss, dass das etwas schwierig ist mit den 50m, fanden sie es aktuell nicht. Ganz anders bei Kursschiffen und entsprechenden Anlegestellen.

    Die Tafel am TP Matterhorn ist kein spezifisches Verbot sondern ein Hinweis auf die aktuelle Gesetzgebung welche den ganzen Zürichsee betreffen. Diese Hinweistafel wurde wie geschrieben auf verlangen einen erschrockenen Bötli-Besitzers (=Mieter) durch die Gemeinde angebracht.

    Ich handhabe es so, dass ich bei den Bojenplätzen trotzdem hin und wieder tauchen gehe, mich aber versuche so rücksichtsvoll wie möglich zu verhalten, da ich mir bewusst bin, dass “die Andern” gesetzlich gesehen im Recht sind. …muss aber jeder für sich selbst entscheiden, wie er das handhaben will.

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