Preise von Tauchkursen für Freizeit-TL und Tauchschulen

Tauchen in der Schweiz Foren Tauchausbildung Preise von Tauchkursen für Freizeit-TL und Tauchschulen

Dieses Thema enthält 16 Antworten und 0 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  tho.mei vor 6 Jahre, 1 Monat.

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  • #55660

    Anonym

    ….Heute hat ja niemand mehr Zeit. Darunter leidet letztendlich die Ernsthaftigkeit, die unserem Hobby eingentlich zustehen sollte, um es sicher zu betreiben.

    Hi Scubatinoo

    Böse böse Unterstellung  😉

    Ich habe mir einmal gesagt, dass wenn ich bei der Schulung auf das Geld angewiesen bin, ich aufhöre zu schulen. Nach 10 Jahren TL kann ich von mir immer noch sagen, dass es mir auf einen oder zwei Tauchgänge mehr nicht ankommt. Ich schule mehrheitlich im Fortgeschrittenenbereich und geniesse es unter Wasser die Übungen vorzubereiten und zu demonstrieren, da bleibe ich dann immer vam Ball. Ich bin überzeugt, dass es in der Schweiz genügend TL's gibt die das gleich sehen und viele schwarze Schafe gibt es hier nicht.

    Punkto Ausrüstung kenne ich in unserer Region kein Schule die nicht mit Kaltwasser tauglichen Ausrüstungen ins Wasser geht. OK die Nassanzüge sind Leihware und bleiben nass. Aber ich habe auch schon OWD im Trocki abgehalten wenn es zu kalt war.

    Christian

    #72190

    scubatinoo
    Taucher

    Hi Drive

    Ich habe mir einmal gesagt, dass wenn ich bei der Schulung auf das Geld angewiesen bin, ich aufhöre zu schulen.

    Ein heikler Punkt. Es gibt Leute, die darauf angewiesen sind, dass für Kurse anständige Preise bezahlt werden – weil das ihr tägliches Brot ist. Ehrlicherweise müsstest du – wenn du privat schulst – den Kurs kostenlos anbieten. Weil gleichviel verlangen wie eine Tauchschule wäre unfair gegenüber dem Kunden, weil du ihm nicht den gleichen Service bieten kannst. Weniger verlangen wäre unfair gegenüber den professionellen Tauchshops, aus eingangs erwähnten Gründen. Etwas anders schaut es aus, wenn du quasi im “Angestellten-Verhältnis” schulst und pro Kurs einfach einen fixen Betrag bekommst. Dann ist es dem Divecenter wohl egal, ob du ein, zwei Lektionen mehr mit den Schülern verbringst. Im Gegenteil: Das fördert die Kundenbindung und ist eine Win-Win-Situation für Kunde und Divecenter. Du hingegen musst einfach bereit sein, den Mehraufwand als “Spass” abzubuchen… Insofern stimme ich deiner Einstellung zu.

    #72191

    blubbediblubb
    Mitglied

    Hy Scubatinoo,

    Ich verstehe grad echt nicht, was du meinst. Da du ja Instruktor Level angegeben hast, müsstest du doch wissen, was ein Kurs alles kostet (Unterhalt Equipment, Pool, Zeit, Benzin, Unterlagen etc.) Das sollte dann ein privat schulender Instruktor aus eigener Tasche bezahlen? Und wenn er den Kurs gratis gibt, nimmt er den TS weniger Leute weg, als wenn er günstiger ausbildet, oder wie? Und was kann der Drive denn dem Schüler nicht bieten, was die grosse TS kann?
    Das Preisniveau in der Schweiz für den OWD-Kurs finde ich  in Ordnung, vor allem im Vergleich zum Ausland. Und ein TL, der frei arbeitet, wird aus einem gleich bezahlten Kurs auch nicht reich. Vor allem weil er meist Kleingruppen oder einzelne Personen hat.

    #72192

    marc
    Taucher

    Moderator: Habe dieses Thema vom [iurl=https://www.swiss-divers.ch/old/index.php?option=com_smf&Itemid=27&topic=1878.0]ursprünglichen Thema[/iurl] abgetrennt.

    #72193

    Scubandro
    Mitglied

    Und was kann der Drive denn dem Schüler nicht bieten, was die grosse TS kann?

    Er kann ihm nicht gleich eigennützig sagen, was er alles kaufen soll im eigenen shop.  ;D

    Spass bei Seite: Ich glaube mit einem OWD Kurs wird niemand reich, der rechnet sich doch meistens sowieso nicht, da die meisten Shops irgend eine Misch-Gewinnrechnung machen mit dem Equipment das man dazu verkauft. Das ist ein Vorteil den ich sehe für Tauchshops. Und bitte, die Schweizer Tauchshops haben auf den Produkten teilweise eine unverschämt hohe Marge drauf. Letztes Beispiel eine Stahl-Backplate… 3mm in der Schweiz = wesentlich teurer als eine 6mm von Deutschland … gleicher Hersteller .. die 6mm insgesamt mehr als doppelt so teuer in der Schweiz wie in Deutschland.  ::) – aber das wär ja fast ne eigene Diskussion.

    Was halt ein Tauchshop wirklich bieten kann, was ein privater (meistens) nicht bieten kann, ist eine Auswahl an Leiausrüstungen. Private TL haben wenn dann einfach 1-2 Ausrüstungen die sie haben – aber grössen Auswahl oder alternativen gibts einfach nicht dann. Auch quasi einen Ersatz TL wenn mal ein TL krank ist. => gibts privat halt nicht und der Urlaub müsste gestrichen werden.

    Aber ich sehe in diesen Gründen oben keinen einzigen, der vom privaten Schulen absprechen sollte. Auch keinen Grund weshalb er jetzt günstiger sein soll. Wenn die professionellen Tauchshops das “unfair” finden, weil jemand privat die Kurse günstiger anbietet … das nennt sich Marktwirtschaft; dann muss man halt klar ausweisen, WIESO es sich lohnt zum professionellen Tauchshop zu kommen – und nicht dem privaten TL einen Vorwurf machen.

    #72194

    marc
    Taucher

    Die einen schulen zum Spass/Freude in der Freizeit und die Kostenrechnung ist weitgehend egal. Andere im selben Business müseen zwangsweise auf die Kostenrechnung achten, da sie Rechnungen von den Einnahmen aus dem Tauchsport zu bezahlen haben. Das beisst sich halt.

    Die einen sagen die anderen zocken die Leute ab; umgekehrt machen sie diesen aber auch den Markt “kaputt” (beides jetzt etwas hart formuliert).

    Ein OWD allein rechnet sich für keine der beiden aber kommt ein AOWD ins Spiel, bei dem man doch auch mal evtl etwas raus ziehen kann, ist von Geldmacherei die Rede. Selbes Spiel beim Verkauf von Equipment. Ich kann sogar – bis zu einem gewissen Punkt – sogar verstehen, dass die Margen hier grösser sind als in D-Land: mal die Lokalmieten etc. von D-Land und CH verglichen? 😉  …klar hat's irgendwo Grenzen und ich finde da auch nicht alles i.O.

    Wenn man überlegt, wie viel ein Shopbetreiber zum leben braucht und seine Ausgaben wie z.B. Ladenmiete, Lager, Wartung der Tauchausrüstung, bezahlen von TL's und Assistenten, usw. pro Monat braucht…  …hartes Business wenn man davon dann auch noch leben muss oder gar seine Familie zu ernähren hat; meine Meinung. (nein, ich bin bei keinem Shop angestellt und muss meine Rechnungen auch nicht vom Tauchen bezahlen 😉 ).

    D.h. dass ein Tauchshop sicher irgendwie Geld machen muss. Da aber keiner der Shopbesitzer, die ich kenne, die fette Karre fährt (sorry Leute) oder Rolex trägt, ist es mit Abzocke wohl nicht sooo weit her.

    Alles in allem: es sind verschiedene Welten die aufeinander prallen. Sowohl für den Anbieter wie auch Kunden: Freizeit/Ideologie meets Business.

    #72195

    scubatinoo
    Taucher


    Wenn man überlegt, wie viel ein Shopbetreiber zum leben braucht und seine Ausgaben wie z.B. Ladenmiete, Lager, Wartung der Tauchausrüstung, bezahlen von TL's und Assistenten, usw. pro Monat braucht…  …hartes Business wenn man davon dann auch noch leben muss oder gar seine Familie zu ernähren hat; …

    Die Überlegung geht noch weiter: Der Shopbetrieber bezahlt vom Einkommen auch seine Sozialleistungen, div. Steuern usw. Der private Tauchlehrer hingegen sackt das Einkommen “schwarz” ein. Natürlich hat er auch seine Auslagen, aber bei ihm wird verhältnismässig mehr hängen bleiben. Die Frage, wer jetzt der “Abzocker” ist, bleibt also offen… 😉

    Wenn letztendlich die Tauchausbildung nur noch in Restaurants und Garagen stattfindet, ist dem Markt, resp dem Kunden auch nicht gedient. Spätestens wenn es um Ausrüstungskauf, Reparaturen usw. geht brauchen wir die lokalen(!) Shops.

    Hier von “freier Marktwirtschaft” zu sprechen finde ich bedenklich, weil ein schwarz arbeitender privater Tauchlehrer nicht mit “gleich langen Spiessen” kämpft wie ein professioneller Tauchshop.

    Hier sollten die Tauchverbände mehr in die Pflicht genommen werden. Denn letztendlich haben sie bei dem “Wildwuchs” irgendwann auch ein Problem der Qualitäts-Sicherung.

    #72196

    Scubandro
    Mitglied

    also einen privaten TL als “Schwarzarbeiter” zu bezeichnen finde ich etwas dreist. Solange er die Einnahmen deklariert als Einkommen, ist das keine Schwarzarbeit und die Einnahmen werden genau wie die vom Shop versteuert.

    Der private Tauchlehrer trägt z.B. dafür ein höheres Risiko, da er meist keine GmbH oder AG ist und daher mit seinem Privatvermögen haftet, ist das ein höheres Risiko als bei einem Shop.

    Zum Thema “Abzocken” und harte Arbeit als Shopbetreiber… kann man sich schon einige Fragen stellen. Also ich kenne nur Tauchshops die 5 Tage die Woche offen haben, jeweils am Nachmittag, mindestens 5-8 Wochen im Urlaub sind pro Jahr (dieser wird grösstenteils durch die mitreisenden Teilnehmer bezahlt). Selbige Shops nehmen fürs vorne Aufschrauben eines Lungenautomaten und kurz mit Süsswasser durchspühlen horrende Beträge entgegen, genau so wie für's kurz in eine Flasche reinschauen, was ein Zeitaufwand von 10 Minuten ist! Das schöne ist, genau mit diesen “Services” rechtfertigen Sie ja die teilweise völlig überteuerte Ausrüstung (ok, nicht alle Ausrüstungsteile sind überteuert).

    Dabei gilt es ganz klar zu sagen: Ja wir haben teurere Mieten und etwas höhere Löhne in der Schweiz als in Deutschland – keine Frage! – aber ein Produkt deswegen gleich mehr als doppelt so teuer anzubieten kann einfach nicht funktionieren. Ich kaufe möglichst viel in der Schweiz. Da zahle ich auch für einen Bottom-Timer gern mal 200.- statt für den gleichen 120.- wenn ich ihn in Deutschland kaufe… 80.- … da fällt mir der Zacken nicht aus der Krone. Aber meine letzte Anschaffung hat mich insgesamt 1700.- gekostet in Deutschland: die haar genau gleiche Ausrüstung hätte mich über 4'000.- gekostet in der Schweiz, wenn ich alles beim gleichen Shop gekauft hätte und 3'500.- wenn ich jeweils die günstigsten Shops gesucht hätte. Das ist für mich einfach nicht “etwas” teurer sondern einfach nur unverschämt.

    Zum Thema Service: wenn ich etwas meiner Ausrüstung kaputt geht, krieg ich ein Ersatz vom Shop in Deutschland ohne Aufpreis. Das gibts in der CH nicht – zumindest ist mir das nicht bekannt; dort wo ich einmal was hatte in der Schweiz musste ich den Ersatz “mieten” für über 200.- für 1 woche. *kopfschüttel*.

    All diese Einnahmen hat ein privater Tauchlehrer also nicht – da bin ICH persönlich der Meinung, kann er sehr wohl genau so viel verlangen wie ein Tauchshop 🙂 – zumal er meist nur 1-2 Schüler nimmt und nicht 1:3 oder 1:5 einen OWD schult.

    Trotzdem würde ich jedem Schüler hingegen empfehlen, den Kurs bei einem Shop zu machen. Einfach damit er auch entsprechend ausgerüstet werden kann und schonmal einen ersten Kontakt zu nem Shop hat. Sobald man dann seine Ausrüstung hat, kann man sich für weiterführende Kurse einen privaten Lehrer suchen.

    So genug gejammert über die pöhsen Schweier Shops 😀

    #72197

    chefkoch
    Mitglied

    @ Scubandro

    Du hast meine Stimme  🙂

    Die einten Tauchartikel kann ich zb. jetzt nur mal in DE günstiger Einkaufen als der Shop in der Schweiz beim Importeur… da stelle ich mir schon so meine Fragen…Wiso schliessen sich nicht einige Shops zusammen? Und Importieren selber? So zb. etwas in die richtung direkt Import? Genau wie bei Autos etc. Ja es gibt halt etwas mehr zu tun…Sicherlich am Anfang,
    Aber eben im Endeffekt regelt die Nachfrage den Markt, wen es zuviel Tauchshops/ Tauchlehrer gibt gibt es früher oder später wider weniger…und man muss sich statt ein Hobbyjob(der Streng ist, das darf man nicht vergessen) wieder einen Job Suchen…So ist das Leben…

    #72198

    scubatinoo
    Taucher

    Der private Tauchlehrer trägt z.B. dafür ein höheres Risiko, da er meist keine GmbH oder AG ist und daher mit seinem Privatvermögen haftet, ist das ein höheres Risiko als bei einem Shop.

    Wieviel Risiko einer tragen will, ist ihm selbst überlassen. Das rechtfertigt im Bezug auf die Kosten gar nichts.

    Und was deine Aussage bezüglich Öffnungszeiten anbelangt: Hast mit den Shopbetriebern mal gesprochen und gefragt, was sie am Vormittag so machen? Oder denkst du einfach, dass die auf der faulen Haut liegen und ausschlafen? Könnte ja auch sein, dass sie in der Werkstatt stehen und Ausrüstung revidieren, oder dass sie einem zweiten Job nachgehen, um über die Runden zu kommen, oder einfach mal Stunden kompensieren und sich etwas Privatleben gönnen, weil sie an Abenden und am Wochenende mit Kursen beschäftigt sind, während alle anderen Feierabend haben? Ich glaub du hast da ein bisschen eine “romantische Vorstellung” vom Beruf Tauchshop-Betreiber  ;D

    Dass man teilweise in DE die Ware als Privatkunde günstiger kauft als ein Schweizer Shop zum Einkaufspreis beim Hänlder, ist leider Tatsache. Dafür kann der CH-Shop aber nichts – da sind die entsprechenden Marken an den Pranger zu stellen. Da gilt es auch mal genau zu schauen, wer überhaupt noch eine Vertretung in der Schweiz hat… Die Händler der meisten Marken bedienen den Schweizer Markt mittlerweile von Deutschland (oder Italien) aus. Auf die Verkaufspreise hat das bislang aber keinen Einfluss – der Gewinn durch den ausgelassenen Zwischenhanden wird munter abgeschöpft. Und die Entwicklung ist mehr als bedenklich.

    #72199

    Scubandro
    Mitglied

    Natürlich weiss ich, dass die nicht nur ihre 5 Stunden arbeiten. Jeder andere Arbeitnehmer aber auch nicht – oder? Ich kenne Leute die 10h am Tag arbeiten für nichtmal 4'000.- im Monat … und die arbeiten zu UNZEITEN und 6 Tage die Woche…

    Also ich glaube die Tauchshop-Betreiber sind definitiv nicht das untere Ende der Kette; zumindest die die ich kenne nicht. Die fahren ihre dicken SUV's haben nette Häuslein usw.

    Zum Thema, Preise etc. ist es sicherlich bedenklich, dass die schweizer shops mehr zahlen, als ich wenn ich's in Deutschland hole. Allerdings muss man dann auch sagen, müssen die sich was einfallen lassen. z.B. selber in DE einkaufen oder mal zusammenstehen und mit dem Hersteller / Lieferanten reden.

    Schlussendlich zählt für den Kunden nur eines: Was bekomme ich für welchen Preis. Und wenn die Leistungen in DE besser sind als in der CH und ich statt 1'700 satte 4'000.- bezahlen soll, ja mein Gott, da überlegt keiner zweimal, wo er das jetzt kauft. Vielleicht wenn ich mehere Millionen auf der Kante hab…

    #72200

    marc
    Taucher

    ich kann scubandro's tauchshop-erfahrungen anscheinend nicht teilen. kenne keinen mit eimem SUV. wohnverhältnisse kenne ich leider nicht. auch 2-3 fache presie kenne ich nicht und was ein “kurz in eine Flasche reinschauen” ist weiss ich genau so wenig wie “Aufschrauben eines Lungenautomaten und kurz mit Süsswasser durchspühlen”. …tönt recht abentteuerlich.

    Wundert mich, dass das Hobby dann noch Spass macht, wenn man durch's Band nur mit Tauchshop-Gaunern zu tun hatte. Respect!

    Bin nur froh, das meine bisherigen Erfahrungen mit den Shops hierzulande anscheinend eine positiver waren – auch wenn's anscheinend eine Ausnahmeerscheinung zu sein scheint…

    #72201

    scubatinoo
    Taucher


    All diese Einnahmen hat ein privater Tauchlehrer also nicht – da bin ICH persönlich der Meinung, kann er sehr wohl genau so viel verlangen wie ein Tauchshop 🙂 – zumal er meist nur 1-2 Schüler nimmt und nicht 1:3 oder 1:5 einen OWD schult…

    Mal zum genaueren Verständnis: Ein privater Tauchlehrer ist für mich jemand, der in seiner Freizeit eigenständig unterrichtet. Also jemand, der einen Job und somit ein festes und (mehr oder weniger) gesichertes Einkommen hat und aus Spass an der Sache sich etwas “Sackgeld” dazuverdient. Diese “Freizeit-Aktivität” kann von gelegentlich bis zu sehr intensiv gehen. Ich spreche also nicht von Privat-Tauchlehrern, die man für 500.- pro Tag plus Spesen mieten kann und die sich so den Lebensunterhalt verdienen 😉

    #72202

    PasSol
    Mitglied

    Ich möchte was zu diesem Thema sagen als „nicht-Tauchlehrer“ sondern als Tauchschüler. Meine Ausbildung ist schnell aufgezählt PADI OWD, dann AOWD, dann Nitroxkurs und dann Tiefkurs – und schon fertig bisher.

    Den OWD-Kurs hab ich im Ausland gemacht bei einer Tauchschule mit einem wirklich sehr guten Instruktor, welcher sich für mich Zeit genommen hat und alle meine Zusatzfragen welche so entstehen mit grosser Motivation beantwortet hat. Den Preis für diesen Kurs habe ich auf Grund der Zusatztauchgänge gerne bezahlt.

    Den AOWD-Kurs habe ich ein Jahr später in einer „bekannten“ CH-Tauchschule mit eigentlich gutem Ruf gemacht. Hier war ich enttäuscht, kam mir vor wie eine Nummer – möglichst schnell den Kurs beenden und die teure Quittung ausstellen – keine Zeit für zusätzliche Fragen / Erklärungen etc. und nur die min. Anzahl der Tauchgänge.

    Den grössten Teil habe ich mittlerweile von meinem Buddy gelernt, welcher glücklicherweise auch TL ist und mit dem ich seit längerer Zeit wöchentlich ins Wasser springe. Er konnte mir bei „entspannter Atmosphäre“ viel mehr mitgeben und Übungen immer und immer wieder mit mir machen.

    Daher habe ich meinen Nitroxkurs und meinen Tiefkurs bei ihm gemacht. Bisher war dies die beste Ausbildung, konnte so viel Fragen wie ich wollte und wir gingen unzählige Male ins Wasser – er schenkte mir nicht einfach das „Kärtli“, sondern schaute wohl noch viel mehr als eine Tauchschule, dass alle Übungen perfekt gemacht werden.

    Fazit: Die weiteren Kurse werde ich lieber bei einem „privaten Tauchlehrer“ machen der nicht nur auf das Geld aus ist, sondern eine Affinität zur Ausbildung hat und das mit Herzblut macht – auch zusätzliche Tauchgänge und Theorielektionen die etwas über das Thema heraus gehen.

    Dann bin ich auch gerne bereit sogar etwas mehr zu bezahlen für eine kompetente, nicht unter Zeitdruck leidende, Ausbildung. Daher ziehe ich den privaten Tauchlehrer vor – und die Tauchbasen sind selbst schuld, oder nicht?

    #72203

    Scubandro
    Mitglied

    Mal zum genaueren Verständnis: Ein privater Tauchlehrer ist für mich jemand, der in seiner Freizeit eigenständig unterrichtet. Also jemand, der einen Job und somit ein festes und (mehr oder weniger) gesichertes Einkommen hat und aus Spass an der Sache sich etwas “Sackgeld” dazuverdient. Diese “Freizeit-Aktivität” kann von gelegentlich bis zu sehr intensiv gehen. Ich spreche also nicht von Privat-Tauchlehrern, die man für 500.- pro Tag plus Spesen mieten kann und die sich so den Lebensunterhalt verdienen 😉

    Ich habe mich rein auf Deine Aussage zu “Schwarzarbeiter” bezogen. Solange er dieses “Sackgeld” als Einkommen versteuert und angibt, ist es kein Schwarzgeld.

    Ich kenne nicht gerade viele Menschen die “Tauchlehrer” als Hauptberuf haben. Schätzungsweise ein paar wenige können das so machen – vorallem im technischen oder beruflichen Tauchen und bei Höhlentauchen … oder in Ferienorten, aber ich gehe mal (ohne wissenschaftliche Berechnungen dazu gemacht zu haben) davon aus, dass 95% der Tauchlehrer nicht ausschliesslich von der Schulung leben. Viele sind Angestellte oder Tauchshopbetreiber.

    Für mich ist es kein Unterschied ob ich als Hauptberuf einen Tauch-Shop betreibe und dazu Schulung betreibe oder ob ich als Hauptberuf einen Modell-Eisenbahn-Laden betreibe und dazu Tauchschulung mache. Ausser, dass ich es als Vorteil sehe, dass ich den Schülern noch Sachen verkaufen kann, wenn ich einen Tauchshop habe. Schlussendlich versuchen aber beide mehr zu verdienen durch die Schulung.

    Wenn Du jetzt sagst, man kann als Tauchshop ohne Schulung gar nicht mehr überleben, dann frage ich mich ernsthaft, ob dieses Geschäft langfristig überhaupt noch eine Zukunft hat. Diese Frage stellen sich nämlich viele KMU-Betreiber – denn mit der globalisierten Marktwirtschaft haben viele eigenständige Geschäfte mittlerweile ein zweites Standbein aufbauen müssen oder aber sich entsprechend spezialiseren müssen, so dass die Kundschaft eben von einem grösseren Gebiet her kommt und der Umsatz stimmt.

    Was dich aber ursprünglich gestört hat, ist wohl die Aussage von Drive, die Du evtl. falsch interpretiert hast? Es hört sich so an, als gingst du davon aus, dass er einfach nebenher etwas Schult und wenn dann der Schüler grad noch was bezahlt, ist es ja noch besser.

    Auch wenn Drive da so lässig gesagt hat “das mach ich in der Freizeit” und “wenn ich auf das Geld angewiesen bin, höre ich auf zu schulen” macht er es ebenfalls um etwas mehr zu verdienen (wie der Shopbetreiber). Seine Existenz ist dadurch vielleicht nicht abhängig, aber ich gehe mal davon aus, dass er es nicht gratis macht, weil er eben das Geld auch brauchen kann. Seine Aussage bezog sich wohl eher darauf, dass er die Qualität der Ausbildung in Vordergrund stellt und einmal einen TG zuviel macht und es als nicht zweckmässig empfindet, jemanden zu brevetieren, der nicht alles wie gewünscht durchführen konnte, nur damit der Kurs verkauft wurde.

    Die Tauchlehrer die Du meinst, die wirklich einfach direkt gratis schulen… und mal hin und wieder nen OWD Kurs geben… ja von denen wirds wohl kaum viele geben. Aber die hast Du in JEDER Branche! Und in jeder Branche musst Du damit umgehen können. Z.B. bei den Fotografen ist das ganz extrem: Heute im Zeitalter der digitalen Fotografie hat jeder ne Kamera zuhause und schimpft sich Fotograf. Die Branche hat sich komplett geändert; früher lebte man von vielen kleinen Aufträgen, Standard-Aufträgen wie z.B. Familienfotos, Passfotos etc. pp und heute? Heute kämpft man sich durch grosse Aufträge bei Firmen, macht für Webshops Produktpaletten-Fotos, treibt aktives Marketing und networking in der Werbebranche usw.  … mit dem gleichen Konzept wie vor 30 Jahren hat man keine Chance mehr.

    Vielleicht wäre es an der Zeit, sich einmal über ein innovatives Konzept für Tauchgeschäfte konkret Gedanken zu machen. Aber schaden tun die 2-3 “gratis-Lehrer” wenn man sie mal so bezeichnen möchte, eigentlich niemandem ernsthaft.

    #72204

    marc
    Taucher

    @Passcol: Danke für Deinen interessanten Erfahrungen. Ist für Dich natürlich ein Glückstreffer, wenn Dein Standard-Buddy gleich TL ist. Haben vermutlich die Wenigsten.

    @scubandro: Du gehtst davon aus, dass ein Shopbetreiber die Schulungen als Freizeit bzw. neben 100% Tauchshopbetrieb macht und ohne Schulen rein mit Shop soviel Kohle macht wie anderer mit seinem Fulltime-Job? Habe ich das richtig verstanden?

    #72205

    Scubandro
    Mitglied

    @scubandro: Du gehtst davon aus, dass ein Shopbetreiber die Schulungen als Freizeit bzw. neben 100% Tauchshopbetrieb macht und ohne Schulen rein mit Shop soviel Kohle macht wie anderer mit seinem Fulltime-Job? Habe ich das richtig verstanden?

    Nein ich sage, wenn das nicht so ist, dann wäre es allenfals mal wichtig, sich zu überlegen, ob das Geschäftskonzept noch zeitgemäss ist und funktionieren kann in einer Zeit wo man weg kommt von Gebundenheit an einen Shop etc. Wie im Beispiel von Fotografen – da kannst Du nicht mehr das gleiche machen wie vor 20 Jahren.

    #72206

    tho.mei
    Administrator

    Nein ich sage, wenn das nicht so ist, dann wäre es allenfals mal wichtig, sich zu überlegen, ob das Geschäftskonzept noch zeitgemäss ist und funktionieren kann in einer Zeit wo man weg kommt von Gebundenheit an einen Shop etc. Wie im Beispiel von Fotografen – da kannst Du nicht mehr das gleiche machen wie vor 20 Jahren.

    Das Geschäftskonzept für einen Tauch-Shop oder Tauch-Schule in der Schweiz geht mit einigen wenigen Ausnahmen nie auf. Da ist meinst viel Idealismus und ein Neben- (Haupt-)Job nötig. Dafür ist die Dichte an Kunden einfach zu klein. An einem Ort wie Sharm el-Sheikh gibt es einfach mehr Kunden und tauchende Touristen gibt es in der Schweiz nur sehr wenige. In der Schweiz selbst ist der Markt einfach zu klein. Der Markt lässt auch keine viel höhere Preise zu, da die direkte Konkurrenz an Feriendestinationen so oder so gütigere Preise beiden kann.

    Für einen Fotografen sieht das doch auch heute noch etwas anders aus, auch wenn in der grafischen Branche sicher immer noch eine Strukturbereinigung im Gange ist.

    Kann ein TL seine Kosten decken, schön für ihn. Reich wird aber keiner mit Ausbilden in der Schweiz. Dazu müssten viele mehr Leute wirklich in den heimischen Gewässern ausgebildet werden.

    Wollte man den TL's ein sicheres Einkommen verschaffen, sähe ich nur eine gesetzliche Vorschrift, dass man in Schweizer Gewässern nur noch begleitet von einem professionelle TL tauchen dürfte. Auch im Ausland wird in der Tauchindustrie am meisten an geführten TG's und Ausfahrten verdient. Dafür gäbe es sogar einen Markt in der Schweiz, wenn es vorgeschrieben wäre. Ob wir aber eine solche radikale Kommerzialisierung des Tauchens in der Schweiz wollen, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Ich wäre jedenfalls gegen eine solche Regelung.

    Thomas from New Zealnd

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