Was verdient ein Tauchlehrer…

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  • #54532
    scubatinoo
    Taucher

    Hallihallo

    Mich würde mal interessieren, was Tauchlehrer ohne eigene Tauchschule (also angestellt bei einer Tauchschule) für ihre Arbeit so verdienen…

    Ist das z.B.
    – eine Pauschale pro Kurs, egal wieviele Schüler
    – eine Pauschale pro Schüler und Kurs
    – eine Pauschale pro Lektion und Schüler
    – gar nichts…
    – Umsatzbeteiligung

    Wer Lust hat, kann seine Angaben per PM schicken, dann kann ich mal eine Auswertung mit Bereich von…bis hier veröffentlichen. Wer kein Problem hat über Geld zu sprechen, kann seine «Entschädigung» auch hier öffentlich publizieren.

    Ich weiss, über Geld spricht man nicht 🙂 Aber vielleicht hilfts ja dem einen oder anderen bei der nächsten «Lohnverhandlung», wenn man mal eine Ahnung hat, in welchem Bereich sich der Lohn bewegen könnte…

    Einfach so als Idee

    gruss, tinoo

    #62755
    Anonym
    Inaktiv

    hallo scubatinoo
    ich bin momentan nicht in einer tauchschule angestellt und daher kann ich sorglos auskunft geben wie es «damals» bei mir war, ob dies andere auch öffentlich tun wage ich zu bezweifeln 😉
    – 25.- (früher 30.-) pro stunde, egal wieviele schüler
    – theorie, bad und freiwasser pro modul 2h
    – vorbereitungsarbeit nicht eingerechnet
    – eine pauschale von 40.- für administrativ und vorbereitungsarbeiten arbeiten (nur bei OWD und RES)
    – fahrzeiten nicht eingerechnet
    – hallen- und frei-bad eintritte als spesen abrechenbar

    hey, tauchlehrer sind noch nie reich geworden durchs schulen 😉 😀

    #62756
    scubatinoo
    Taucher

    Hallo Turtok187

    Es geht ja nicht darum, irgendwelche Tauchschulen an den Pranger zu stellen! Darum wollen wir auch keine Namen nennen 🙂

    Deshalb kann ich folgenden Beitrag leisten (allerdings in Euro, umrechnen kann jeder selbst):

    5.- € pro Schüler und Theorie-Modul
    5.- € pro Schüler und Pool-Modul
    10.- € pro Schüler und Freiwasser-Modul,
    wobei im Freiwasser max. 2 Schüler pro Tauchlehrer.

    Bei 2 Tauchschülern ergibt das dann 180.- € «Lohn»…

    #62757
    Anonym
    Inaktiv

    Hmmm… für einen so grossen Aufwand eigentlich ein unterbezahlter 'Job'… Dazu brauchts eine gehörige Portion Initiative, viel Zeit und noch viel mehr Freude – Respekt! Ich frage mich nur, wie ein hauptberuflicher Tauchlehrer da noch über die Runden kommt  ???

    #62758
    scubatinoo
    Taucher

    hoi ursusspeleo

    Tja, dem ist leider so! Und jetzt überleg mal, wie ein Tauchsport-Geschäft funktioniert, welches OWD's als «Aktion» für 99.- verkauft, oder dergleichen!

    Darum ist mir auch absolut unverständlich wie man als Kunde das Gefühl haben kann, man bezahle zu viel im Tauchsport. Jeder Waschmaschinen-Mechaniker hat weniger Verantwortung zu tragen als ein Tauchlehrer. Für den Waschmasch-Mech werden aber locker mal 125.- pro Stunde dem Kunden verrechnet…

    Mitunter kann es aber schon sein, dass wenn man auf einer Basis arbeitet, wo man Kost und Logis bekommt und die Drinks von den Kunden spendiert werden, ein Grossteil des Lohns aufs Sparkonto legen kann. Da bleibt je nach dem mehr übrig als wenn du Zuhause arbeites, Wohnung bezahlst usw.

    Und Shop-Betreiber haben ja noch andere Möglichkeiten, z.B. Ausrüstungsverkauf oder Reisen…

    #62759
    Anonym
    Inaktiv

    Tja Scubatinoo, ungerecht ist die Welt >:( vielleicht hat mich unter anderem auch darum die Ausbildung zum Instructor noch nie gereizt  :-X

    #62760

    dazu kommen noch die jährlichen Mitglied- und Versicherungsbeiträge (DAN usw.) Diese können schnell mal vierstellig sein (bei mir der Fall), wenn man TL verschiedener Verbände ist.

    #62761
    marc
    Taucher

    Hmmm… für einen so grossen Aufwand eigentlich ein unterbezahlter 'Job'… Dazu brauchts eine gehörige Portion Initiative, viel Zeit und noch viel mehr Freude – Respekt! Ich frage mich nur, wie ein hauptberuflicher Tauchlehrer da noch über die Runden kommt  ???

    ich kenne keinen TL der vom schulen alleine leben kann. die leute die vom tauchsport leben verkaufen dann meist noch equipment aber auch mit all den optionen wirst du nicht wirklich reich in der branche.

    habe mich damals auch etwas schlau gemacht betreffend der weiterbildung zum TL und dann als solcher arbeiten zu gehen (irgendwo wo's warm ist). das fazit war dann eigentlich:

    – als divemaster / guide kommt du im besten fall mit null raus
    – als tauchlehrer mit einigem an schulung und evtl. teilweise guiden kannst du leicht ins plus kommen sodass du evtl. auch mal deine familie besuchen könntest. aber wirklich gross erspartes für härtere tage geht da normalerweise nicht auf die seite.

    da ist wohl so ziehmlich jeder andere job lukrativer. wenn man sich für den job entscheidet hat es wohl primär mit der ideologie und der freude am job zu tun 😉

    #62762
    Anonym
    Inaktiv

    bin dann mal gespannt, was ich als rebi instructor so verdienen werde…

    #62763
    GAW
    Taucher

    Verdienen kommt nach dem Dienen

    aber bitte nicht ausnüzen lassen

    bei mir sind die Spesen und Umkosten gedeckt und die Anerkennung ist auch eine Art von Lohn.
    Ich geniesse es nicht davon leben zu müssen, somit kann ich meine Kurs genau an den Bedürfnissen von den Teilnehmer anpassen und kann sie brevetieren wenn sie die Reife dafür haben.

    Wir haben vom Verband minimal Ansätze, aber auch mit denen wird man nicht reich. Hand aufs Herz wenn man richtig Kaufmänisch rechnet, wäre ein Tauchkurs nicht mehr zahlbar.

    Schöe Abig Gruäss Walter

         

    #62764
    Anonym
    Inaktiv

    Gutes Statement Walti – Danke!

    #62765
    scubalino
    Taucher

    Hallo zusammen

    die Aussage von Walter kann ich voll bestätigen!

    Gruss Ennio

    #62766
    uanliker
    Taucher

    ich kenne keinen TL der vom schulen alleine leben kann. die leute die vom tauchsport leben verkaufen dann meist noch equipment aber auch mit all den optionen wirst du nicht wirklich reich in der branche.

    Tauchequipmentverkauf ist auch nicht mehr wirklich ein Geschäft … Die Einstandspreise für die Schweiz sind oft höher als der Verkaufspreis im Deutschen Online Shop.

    Dann gibt es viele die nebenbei Verkaufen, diese haben keine Infrastruktur kosten und sind oft nur eine «Poststelle». Entsprechend brauchen sie nur eine kleine Marge um ihr Hobby zu finanzieren. Als Shop mit fixer Ladenmiete musst du dir was einfallen lassen.

    Mit Spesen wird es in der Schweiz schon knapp:
    – Fahrt an den See
    – Essen
    – Ausrüstungsverschleiss
    – Versicherungen / Verbandsbeiträge
    – Mal ein Zusatztag / abgebrochener Tauchgang
    – Brevetierungskosten, Theorieunterlagen
    usw.

    Dann sind die Kurse (in der Schweiz) mit 3 oder 4 Leuten eher unwahrscheinlich, oft läuft es auf Privatkurs raus.

    Zum Glück finden im techn. Tauchen noch kein Preiskampf statt und kann so kosten deckend arbeiten (wenn man die Zeit nicht rechnet 😉 )

    In Europa haben es wenige geschafft Preise zu verlangen die einen verdienst ermöglichen. Aber auch da musst du schauen, dass a) deine Kurse voll sind und sie regelmässig statt finden. Entsprechend musst du oder dein Verband einen guten Ruf haben  ::)

    Ausland: Nicht vergessen, das AHV und Versicherungen in der Schweiz weiter laufen sollten. Oft geht schon dafür der Lohn drauf.

    @ Anonym
    Wie viele Stunden hatte ein Schulungstag bei dir? Abgerechnet von der Schule und wie lange warst du unterwegs?

        gruss Urs

    #62767
    Anonym
    Inaktiv

    @uanliker: gute frage 😉
    start um 08:30 abfahrt ans gewässer, rückkehr um 17:00.
    abzüglich mittagspause ergibt das einen aufwand von 7h-8h. ausbezahlt sind 4h.
    aaaaber:
    wie die meisten hier macht ich das aus freude und überzeugung. ausgenützt fühle ich mich auch nicht denn wie bei anderen ist mein lohn auch die anerkennung, noch heute treffe ich ehemalige schüler die vom OWD bis zum MD alles bei mir gelernt haben.
    stimme der aussage von GAW voll zu 🙂

    #62768
    scubatinoo
    Taucher

    Hi

    Hand aufs Herz wenn man richtig Kaufmänisch rechnet, wäre ein Tauchkurs nicht mehr zahlbar.

    Hm, was heisst «nicht mehr zahlbar»? Es wäre ja eigentlich ein leichtes, einen OWD-Kurs kaufmännisch durchzurechnen und dann die Preise festzulegen. Das Problem ist a) macht das niemand und b)stehen die hiessigen Tauchshops in mehr oder weniger direkter Konkurrenz zu den Feriendestinationen… Allerdings legen die Kunden ja auch Wert darauf, die Ausbildung hier in der Schweiz zu machen, da die Tauchschulen hier (noch) nicht den «Massenabfertigungs»-Ruf haben. Dafür sind die Kunden auch bereit, etwas mehr zu bezahlen, als sie dies z.B. in Ägypten müssten… Jetzt ist nur die Frage wieviel mehr dieses «etwas» sein darf…

    Schauen wir uns z.B. Skischulen an. Ein Halbtag Privatunterricht bei max. 2 Personen kommt doch den hiessigen Tauchkursen ziemlich gleich, oder? In der Skischule ist man bereit 220.- pro Halbtag und Person zu bezahlen. Münzt man das auf einen OWD um, ergibt das Kosten von 1'100.- Zum Skifahren bringt man normalerweise die eigene Ausrüstung mit, egal ob gekauft oder gemietet, die Skischule muss also nichts dafür in die Kosten einrechnen. Zum Skilehrer brauchts genaus so wenig einen Hochschulabschluss wie zum Tauchlehrer…

    Warum kostet dann hierzulande die OWDs «nur» zwischen 700.- und 800.- Franken? Kein Wunder jammert die Tauchbranche, weil sie nichts verdient…

    #62769
    Anonym
    Inaktiv

    Ganz einfach (wie schon erwähnt): Es gibt zu viele Tauchlehrer und dann noch ohne Infrastruktur welche das rein als Hobby machen und nicht davon leben müssen, ergo mit paar Franken (wieso nicht auch gleich noch schwarz einkassieren  ::)  :- ) auskommen und happy sind. Diese drücken nun mal den Preis, denn nur ein absolute Minderheit ist bereit 200% zu bezahlen für am Schluss das gleiche Kärtchen  ;D

    Wenn Du wählen kannst bei Tauchschule/Lehrer X den Kurs zu machen für 790.- oder bei Tauchschule Y für 1500.-, wo gehst Du eher hin wenn die Ausbildung ja das gleiche sein soll?! Sonst müsste man ein Kartell aufziehen und Preise vorschreiben  ::)

    Ich bin jetzt mal böse, aber… –> Einige Tauchschulen versuchen die Schüler möglichst zu noch mehr Kursen, noch mehr Kärtchen zu animieren und dann auch noch gleich die Profilaufbahn (gibt ja auch alles brav Umsatz) usw. Was soll das? Merken die nicht, dass man sich so selber den Markt zerschiesst und dann auch Pfeiffentaucher als «Lehrer» einstellt mit 100TG? Momentan ist es nämlich eine Freude die Kurse im Wasser zu sehen bei den Übungen, man sieht zur genüge Lehrer/DM welche selber wie ein Seepferdchen durch den Schlick pflügen und dabei ein Vorbild sein sollten  ;D .

    PS/EDIT: Über die «Weiterbildungsflut» könnte man wohl einen eigenen (Streit)Thread machen, das ist endlos zum diskutieren  ;D

    #62770
    marc
    Taucher

    wie festgestellt wurde, haben die tauchschulen mit OWD eh keine kostendeckung. da ist es für mich relativ gut nahvollziehbar das man mit dem owd evtl. auch gleich noch versucht ein nitrox- oder AOWD-kurs an den mann bzw. die frau zu bringen. ich finde das nicht grundsätzlich «böse» wenn's nicht übertrieben wird.

    das mit den preisen ist schon so, das man wohl eher zum günstigeren TL geht, wenn die unterschiede so happig wären. klar kann man sagen, das es bei den anderen evtl. eine seriösere oder «bessere» ausbildung gibt aber welcher tauchanfänger kann das denn schon beurteilen. d.h. am anfang seiner laufbahn muss man einfach davon ausgehen, das alle das selbe bieten. beim equipment verhällt es sich übrigens ähnlich. wer wusste denn bei seinem ersten jacket genau was er will/braucht? wenn's also vom verkäufer gut tönt und im budget drin liegt ist's gut.

    ich denke eine knacknuss beim sporttauch-business ist das es für den kunden freizeit und meisst auch eine gewisse leidenschaft ist. auf der anderen seite sind die shops und schulen kommerziell bzw. müssen davon ihre brötchen zahlen. so nach dem motto freizeit meets business. ist nicht immer ganz einfach.

    #62771
    Anonym
    Inaktiv

    also die meisten tauchlehrer die ich kennen gelernt habe (mein ex- lebenspartner war auch an den wochenenden tauchlehrer) machen das doch auch nur nebenberuflich oder? oder haben nen partner der genügend verdient 😉 sonst kommt man denke ich wirklich schwer um die runden  ???

    #62772
    Anonym
    Inaktiv

    In der Skischule ist man bereit 220.- pro Halbtag und Person zu bezahlen. Münzt man das auf einen OWD um, ergibt das Kosten von 1'100.-

    Wie schon erwaehnt, ist doch das Hauptproblem, dass es zwei Gruppen von Anbietern gibt. Diejenigen, die tauchen (und auch ausbilden) primaer als Hobby betrachten, und mit einem «Zustupf» an dessen Kosten zufrieden sind. Auf der anderen Seite diejenigen, die als Tauchlehrer den Lebensunterhalt verdienen moechten. Beides ist legitim.

    Das ist nicht nur beim Tauchen so, das gibt es fast ueberall, insb. im Sportbereich. Tausende von Freiwilligen, die Kurse geben, Anlaesse organisieren, Lager leiten etc. und das ohne oder fuer geringe materielle Entschaedigung zu erhalten. Daneben gibt es Profis, die davon leben wollen und muessen. Auch nicht jeder Skilehrer kassiert 400 Franken pro Halbtag und auch in dem Bereich gibt es unzaehlige Freiwillige… 

    #62773
    Anonym
    Inaktiv

    Wenn Du wählen kannst bei Tauchschule/Lehrer X den Kurs zu machen für 790.- oder bei Tauchschule Y für 1500.-, wo gehst Du eher hin wenn die Ausbildung ja das gleiche sein soll?!

    Leider stimmen die Kosten nicht immer mit der Erfahrung des TL's ueberein. Ich habe am Anfang meiner Tauchkarriere auch schon einen teuren Kurs bei einer Tauchschule gebucht, erhielt aber einen extrem jungen, lebensunerfahrenen Hobby-TL mit gerade mal 200 Tauchgaengen! Da fragt man sich dann, weshalb man bei einer «komerziellen» Tauchschule gebucht hat… Aber klar, das koennen immer auch Einzelfaelle sein… 

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