SWISS DIVERS › Foren › Tauchausrüstung › Warum sind Rebreather nicht Standard für Sporttaucher
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11. Januar 2011 um 22:58 Uhr #54978
Anonym
InaktivIst vielleicht ne blöde Frage, aber weshalb taucht man eigentlich nicht standardmässig mit Rebreather?! Man kann doch viel länger unter Wasser bleiben oder? – weniger Luft benötigt.. oder nicht?
12. Januar 2011 um 6:23 Uhr #67811
SquarryTaucherIch denke dafür gibt's sicher 1 simple Antwort:
Teurer und aufwendiger als normales Tauchen, bei beschränktem Zusatznutzen für den 08/15-Taucher.
Die Nullzeit wird Dir auch beim Rebreather davonlaufen, weshalb der Zeitgewinn je nach Taucher gar nicht so gross sein wird (Einfluss des Gases auf die Nullzeit kann ich nicht beurteilen). Dass man keine Blubberblasen produziert, ist sicher ein Vorteil beim Fotografieren, jedoch sollen ja einige Fische Freude haben wenn's kitzelt ;DZudem darf beim Rebreather niemals Wasser in den Kreislauf dringen, da sich dann ätzende Lauge bildet (Mundstück muss im Mund bleiben). Wenn Dir einer die Flossen um die Ohren haut, darfst Du auf's Backup-System wechseln und auftauchen… (kleine Toleranzgrenze)
12. Januar 2011 um 7:38 Uhr #67812Anonym
InaktivHm das hört sich umständlich an 🙂
Naja ich dachte all die typen die hier in den hölen für 2 Tage rumgurken haben alle nen rebreather, da dachte ich die halten halt entsprechend lang 🙂 – quasi ein No Limit TG 🙂 .. uncool fand ich dann die 15h DeKo die sie machten (die rede is von den Weltrekord typen letztens in den news)
Aber ja, nie ausm mund nehmen um zu lachen oder Grimassen zu schneiden? … neee dann lieber weniger Lang tauchen 🙂
12. Januar 2011 um 8:10 Uhr #67813marc
TaucherRebreather:
Du kannst schon viel länger unten bleiben mit einem Rebi, da er Dir je nach aktueller Tiefe immer das optimale Nitrox bzw. bei grösseren Tiefen dann das optimale Trimix mischt. Die krassen Höhli's (wie z.B. Hans) haben aber auch durchaus mehr als einen Rebreather auf dem Rücken und so geht's dann wirklich lange in der Höhle. Dann wie schon gesagt die fehlenden Blubbers sind natürlich schön – vorallem auch für Fotografen.
Nachteile sind der einiges höhere Wartungsaufwand, hohe bis sehr hohe Anschaffungskosten und Du musst beim Rebi einiges mehr wissen was Du wann wie zu tun hast als beim offenen Tauchen (OC). Kann alles gelernt und geübt werden aber man muss es tun. Dann brauchst Du beim Rebi auch ein sog. Bailout – ein Notsystem auf das Du ausweichen kannst wenn Du ein Problem mit dem Rebi hast. Häufig ist das dann eine Stageflasche(n) die Du zusätzlich zum Rebi mitschleppst. Nicht zu vergessen das immer wiederkehrende Nachfüllen des Atemkalkes und dessen besorgung.
Ich will hier Rebi's nicht schlecht reden (gäll Schnappi), aber denke für die Masse von Sport-/Freizeittauchern ist das noch nicht wirklich was. Vielleicht kommt's ja mal noch soweit das die Rebi's massentauglich werden – wer weiss.
12. Januar 2011 um 8:14 Uhr #67814marc
TaucherModerator: Habe mir erlaubt dieses Thema in einen eigenen Thread abzusplitten.
12. Januar 2011 um 8:27 Uhr #67815marc
TaucherFür lange Rebi-TG's kann das dann schon mal aussiehen wie in diesem Bild von Hans (Gerät geht – glaube ich *g* – von oranger zu oranger Flasche.
Oder dann unter Wasser so:
http://news.nationalgeographic.com/news/bigphotos/2733082.html
Wobei die dann auch in vor gängigen Tauchgängen Flaschendepots in der Höhle erstellen. Also einfach so mal schnell einen Rebi umgeschnallt und unendlich lange in der Höhle rumpaddeln geht nicht 😉
12. Januar 2011 um 8:49 Uhr #67816
TinuTaucherRebreathertauchen setzt mehr Vorbereitungen, Theorie und Aufmerksamkeit im Wasser voraus, so ist nichts mehr mit easy, fun & for everybody. Zudem auch die Anschaffung + der Unterhalt ins Geld geht.
Hier Links http://www.divesafety.net/Rebreather.html / http://www.rebreatherworld.com
12. Januar 2011 um 8:59 Uhr #67817Anonym
Inaktivahh danke für die Infos 🙂
wenn ich mir vorstelle, wie «dick» einer damit aussieht der normal dünn ist, dann komm ich gar nicht in so ne Höhle rein mit so ner Ausrüstung 😀 haha
12. Januar 2011 um 9:22 Uhr #67818
TinuTaucherwenn ich mir vorstelle, wie «dick» einer damit aussieht der normal dünn ist, dann komm ich gar nicht in so ne Höhle rein mit so ner Ausrüstung 😀 haha
Mein rEvo ist inkl. Wing & Platte keine 23cm dick (63cm hoch und 38cm breit) -> eine 12l ist dicker …
12. Januar 2011 um 13:48 Uhr #67819Anonym
Inaktivwarum rebis im sporttauchen (noch?) nicht weit verbreitet sind hat viele gruende:
– kosten
– logistik (gas, sofnolime etc)
– komplexitaet
– zeitaufwandein eccr kostet schnell mal 10K+ nur in der anschaffung. dann musst/solltest du noch eine geraete spezifische ausbildung drauf machen (sonst verkaufen dir viele hersteller noch nicht einmal den rebi), welche auch wieder +/- 1K kostet.
dann brauchst du entsprechende gase (luft/tmx und o2). das ist an sich einfach zu bekommen, braucht aber doch wieder etwas mehraufwand.
der aus meiner sicht aber wichtigste grund ist die komplexitaet des rebreather tauchens. rebreather haben immense vorteile gegenueber normalem open circuit tauchen:
– sehr geringer gasverbrauch
– keine oder nur minimale blasen, sprich es ist stiller
– ccrs haben einen konstanten ppo2, sprich je naeher an die oberflaeche du kommst, desto mehr o2 hat es im loop
– keine sprunghaften aenderungen des gemisches (ausser wenn du den loop «spuelst»)
– sieht sexy aus 😉diese vielen vorteile werden aber mit komplexitaet erkauft. zum beispiel kommt ein sogenannter setpoint controller dazu, welcher aus einem elektronik modul, batterie(n), sensoren und magnetventil besteht. all dies fuehrt auch entsprechende neue fehlerquellen ein. einerseits kann die elektronik versagen (soft- oder hardware problem) oder durch bedienfehler falsch arbeiten (z.b. sensoren nicht richtig kalibriert).
weiter braucht es einen co2 filter, welcher ebenfalls eine weitere quelle fuer fehler ist (z.b. falsch gepackt, abgelaufen, verbraucht, gar nicht eingesetzt etc).
all dies (und viel mehr) fordert sehr viel mehr zeit zur vorbereitung, pflege, erhoeht aber auch schon die «last» auf den taucher selbst. z.b. periodische ueberwachung/kontrolle des ppo2 (nicht einfach der elektronik vertrauen).
egal ob ich einen 3 h tauchgang mache oder nur 10 minuten unter wasser bin, brauch ich etwa 2 stunden vorbereitungszeit zu hause fuer den rebi. am tauchplatz nocheinmal so an die 30 min. da ist natuerlich der nutzen gering im sporttauchen. fuer technische tauchgaenge sieht es natuerlich wieder ganz anders aus.
gerade auch am anfang einer tauch-laufbahn sind die leute noch zu sehr mit sich selbst beschaeftigt, da sollte nicht noch die zusaetzliche belastung durch den rebi dazu kommen. zudem braucht es das richtige «mindset» zum rebreather tauchen. wenn mit der falschen einstellung getaucht wird, kann es unangenehme folgen haben.
ich wuerde selbst den rebi nicht mehr hergeben. gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass ich auf keinen fall frueher haette mit ccr anfangen wollen, weil doch sehr komplex…
cheers
–bruno12. Januar 2011 um 15:22 Uhr #67820Anonym
Inaktiv@ schnappi
bin da anderer meinung mit der vorbereitungszeit.
ich habe für meine tauchgänge höchstens inkl. kalk füllen 15min…
in 5 min ist am tauchplatz das gerät getestet und einsatzbereit. egal ob 10min, oder 3h 100m…zu hause 10min um das gerät auseinanderzunehmen und die sachen abzuspülen.
von dem her würde ich sagen, haltet sich der zeitliche mehraufwand ggü OC schon sehr in grenzen. vielleicht ist das aber auch geräteabhängig;-)
gruss
sebi12. Januar 2011 um 16:04 Uhr #67821Anonym
Inaktivkommt bisschen drauf an, was fuer vorbereitungen du machst 😉
ich schmiere oringe, reinige alle dichtflaechen, fuelle den scrubber, checke die batterien, analysiere gase etc
bin da halt pingelig, darum daurert es ein wenig. 😉nach dem tg brauch ich auch nicht viel mehr als 15min…
14. Januar 2011 um 9:30 Uhr #67822Anonym
InaktivDa bin ich doch froh, ein normaler Sportie zu sein ;-)… Easy, fun & for everyone wie Tinu sagt. In hiessigen Gewässern ist es für mich sowieso meistens die Wassertemperatur, die die Dauter eines TG bestimmt…
14. Januar 2011 um 10:02 Uhr #67823
TinuTaucherDa bin ich doch froh, ein normaler Sportie zu sein ;-)… Easy, fun & for everyone wie Tinu sagt. In hiessigen Gewässern ist es für mich sowieso meistens die Wassertemperatur, die die Dauter eines TG bestimmt…
Da hilft aber ein Rebreather mit warmer Luft. Ein ganz kleiner Selbstversuch:
Offen: nach 60min war mir kühl, nicht mehr bequem kuschelig
Geschlossen: 2 Tage später (also gleiche Wassertemp.), ganz bewusst im gleichen Trocki und mit der selben Unterwäsche etc: nach 90min fühlte es sich noch wärmer an als nach den 60min offen… nur die Fingerspitzen waren nicht mehr schön warm.
Mein Fazit daraus: Rebreather ergibt im kalten Wasser mind. plus 50% längere Tauchzeiten in Bezug auf Wärme.Die Erfahrungen der ersten paar Tauchgänge mit dem neuen, eigenen Teil zeigen in die selbe Richtung.
Meine Einschätzungen zur Vorbereitungszeit bei Sporttauchgängen:
Flaschen füllen: 2 Stk 3l füllen versus 1x 15l kommt auf das selbe raus (Zugang zu O2 samt Booster vorausgesetzt)
montieren: 2x 1. Stufen montieren -> das selbe / Atemschlauch an Rebi oder Jacket an Flasche -> das selbe
Batteriechecks -> das selbeZusätzlich bei Rebi: O2 kalibrieren (plus 2 min) + Kalk voratmen (plus 2-5min, denn dies kann während dem Gurte schliessen, Check Trocki + Blase, Handschuhe montioeren, Auto schliessen, … geschehen, zusätzlich Bailoutflasche kontrollieren und montieren (plus 3min).
Kalk füllen, Dichtigkeitsprüfungen, schmieren und salben, etc schlagen wohl mit zusätzlichen 15min zu Buche…Mit Uebung und seriöser Vorbereitung zu Hause gehe ich davon aus, dass ich auf dem Boot / am Tauchplatz gleich schnell im Wasser bin wie vorher offen.
14. Januar 2011 um 14:40 Uhr #67824Anonym
InaktivEine sehr grosse Anzahl an 0815 Sporttaucher sind nicht mal fähig OC richtig zu tauchen. Können schlecht tarieren und sind noch zufest mit sich selber beschäftigt. Dies sollte kein Vorwurf sein. Vieles kommt mit Erfahrung und hängt davon ab, wie oft man im Wasser ist.
Dennoch denke ich, dass einen Rebi noch mehr Awareness und Skills abverlangen als OC. Dann kommen noch die oben erwähnten Argumente dazu.
14. Januar 2011 um 17:04 Uhr #67825Anonym
InaktivIch bringe mal das Stichwort NITROX in die Runde.
Für viele Sporttaucher ist das schon zuviel Aufwand …Gruss Benny
15. Januar 2011 um 19:39 Uhr #67826Anonym
InaktivZu der Vorbereitungszeit meines SCR-Dolphin benötige ich ca 30 Minuten inkl. Kalk Füllen. Am Tauchplatz genügen mir auch ca 5 Minuten. Nach dem Tauchgang zu Hause zum zerlegen und Reinigen nochmals ca 15 Minuten.
Der ganze Aufwand nehme ich gerne in Kauf. Den das Zusammenbauen des Rebi macht schon Spass. Und das Tauchen mit einem Rebreather erst recht. Möchte das Ding nicht mehr her geben. Mit dem OC Tauchen hab ich ganz aufgehört.gruss roli
17. Januar 2011 um 8:17 Uhr #67827Anonym
Inaktivman muss schon unterscheiden, ob sportie- oder technisches tauchen.
ich bin klar der meinung, dass mein CCR nicht viel mehr Aufwand ist als wie OC-tauchen…
alleine schon die ewige Flaschenfüllerei OC braucht unmengen an Zeit und Autokilometer.
mit CCR tauche ich mit 2x3l (O2 & diluent) problemlos einige tauchgänge/stunden. ohne wieder füllen zu müssen.jedes mal alle oringe, etc. zu fetten macht aus meiner sicht/erfahrung keinen sinn und ist auch nicht notwendig.
auch die «awareness» im technischen tauchen halte ich für nicht wahnsinnig viel grösser als wie OC; wir müssen z. bsp. keine Gaswechsel mehr machen…
grüsse & guten wochenstart
17. Januar 2011 um 10:07 Uhr #67828Anonym
Inaktivman muss schon unterscheiden, ob sportie- oder technisches tauchen.
ich bin klar der meinung, dass mein CCR nicht viel mehr Aufwand ist als wie OC-tauchen…
alleine schon die ewige Flaschenfüllerei OC braucht unmengen an Zeit und Autokilometer.
mit CCR tauche ich mit 2x3l (O2 & diluent) problemlos einige tauchgänge/stunden. ohne wieder füllen zu müssen.jedes mal alle oringe, etc. zu fetten macht aus meiner sicht/erfahrung keinen sinn und ist auch nicht notwendig.
auch die «awareness» im technischen tauchen halte ich für nicht wahnsinnig viel grösser als wie OC; wir müssen z. bsp. keine Gaswechsel mehr machen…
grüsse & guten wochenstart
Geht ja nicht um die Techies. Die Frage war ja, warum Rebis nicht als Standard für Sporties gebraucht werden.
17. Januar 2011 um 11:16 Uhr #67829Anonym
Inaktivjedes mal alle oringe, etc. zu fetten macht aus meiner sicht/erfahrung keinen sinn und ist auch nicht notwendig.
ich reinige sie auch jedes mal 😉 besonders die oringe am loop selbst haben gerne etwas schmiere, sonst ists recht streng, den loop zu montieren…
auch die «awareness» im technischen tauchen halte ich für nicht wahnsinnig viel grösser als wie OC; wir müssen z. bsp. keine Gaswechsel mehr machen…
egal ob ich technischen oder im sport tauchen, ein ccr erfordert mehr awareness. klar, gaswechsel entfallen weitgehend (dafuer kommen einfach setpoint changes dazu). aber des weiteren, muss der ppo2 periodisch geprueft werden, gas vorrat (gleich 2x wegen o2/diluent) etc. vieles geht mit etwas erfahrung «automatisch», aber trotzdem erfordert es eine gewisse aufmerksamkeit…
abschliessend kann ich eigentlich nur sagen, dass ich es ganz gut finde, dass rebis im sporttauchen noch nicht so verbreitet sind. ccr (oder auch scr) erfordert nun einmal eine gewisse reife und erfahrung. wenn ich mir gewisse (nicht alle!) taucher ansehe, wie sie so ihr material vorbereiten und behandeln, dann ists gut dass da kein rebi im spiel ist.
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