Medizinisches Attest

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  • #56088
    Anonym
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    Hallo zusammen, ich wollte mal nachfragen wiso man bei SSI in der Schweiz und Deutschland ein medizinisches Attest nachweisen muss das nicht älter als 2 Jahre sein darf und in Australien wo ich mein OPWD gemacht habe gar keines?  ???
    Zudem frage ich mich ob ich jetzt wirklich zu nem Arzt rennen muss, das der mir mit meinen 26 Jahren sagt das ich noch Jung und Knusprig sei…
    Zudem wollte ich noch nachfragen ob für den Rescue kurs die limite vom Nothelfer in der schweiz auch nur 1 Jahr alt sein darf? Schaue mir im moment drum gerade kurse im Deutschen an. Da ich das so zimmlich ein schlechter scherz finde da mein jetziger knappe 2 Jahre alt ist und ja noch 2 Jahre länger gültig wäre… :-

    Danke schon mal zum vorraus. ;D

    #73676
    Anonym
    Inaktiv

    Grad mal vorweg: Ein Tauchtauglichkeitsattest machst du primär für dich, nicht für die Tauchschule. Bei einem gewissenhaften Untersuch werden Tests gemacht, die man im normalen Leben nicht einfach so mal macht. Sich fit fühlen und fit zum Tauchen sein, ist nicht in jedem Fall das Gleiche.
    Grundsätzlich gilt weltweit: Du füllst den medizinischen Fragebogen aus. Wenn überall nein steht, kann sich die Tauchschule damit zufrieden geben. Bei einem ja brauchst du eh ein Attest. Die letzte Entscheidung liegt aber bei der Tauchschule. Und da verlangen viele halt ein Attest, egal was suf dem Bogen steht. Da wird auch oft genug gelogen.
    Auch das mit dem CPR-Kurs ist weltweit geregelt. Laut SSI-Standards darf dieser nicht älter als 2 Jahre sein. Man kann Tauchschulen auch darauf ansprechen, weshalb sie davon abweichen. Grundsätzlich kann man aber auch 1. Hilfe Techniken nicht oft genug wiederholen.
    Die SSI Standards findest du hier: https://www.divessi.com/downloads_2013

    #73677
    thunER
    Taucher

    Haben die medizinischen atteste nicht auch was versicherungstechnisches an sich ? Was passiert wenn du ein tauchunfall hast ohne tauchattest ? Könnt mir vorstellen dass deine versicherung da probleme macht…

    #73678
    Anonym
    Inaktiv

    Haben die medizinischen atteste nicht auch was versicherungstechnisches an sich ? Was passiert wenn du ein tauchunfall hast ohne tauchattest ? Könnt mir vorstellen dass deine versicherung da probleme macht…

    ich hab keine ahnung, aber eigentlich nähme mich wunder warum man das dann in Australien nicht machen muss aber hier schon? Primär geht es ja um die Kurse machen zu können.

    #73679
    Anonym
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    wo mach ich das eigentlich? Beim Hausartzt?

    #73680
    Anonym
    Inaktiv

    In Australien musstest du das Attest nicht machen, weil die Australier auf Touris aus sind und krin Touri einen Kurs macht, wenn er dafür vorher zum Arzt muss. Den Rest habe ich oben schon beschrieben, bzw. steht in den Standards. Versicherungstechnische Probleme würde es wohl nur geben, wenn du im Fragebogen lügst und aufgrund dessen etwas passiert. Ansonsten reicht der ja «offiziell».
    Den Untersuch kannst du theoretisch beim Hausarzt machen. Die haben nur meist recht wenig Ahnung vom Tauchen und der Test ist dann zwar gemacht, bringt dir aber nicht allzuviel. Es gibt auch offizielle Tauchmediziner, die genau wissen, worauf sie achten müssen. Für einen ersten Untersuch empfehle ich unbedingt, zu so einem zu gehen. Dann bist du auch mal richtig aufs Tauchen gecheckt. Finden tust du welche unter http://www.suhns.org

    #73681
    Anonym
    Inaktiv

    Sorry blubbediblubb, aber „ein Tauchtauglichkeitsattest machst du primär für dich, nicht für die Tauchschule“ sehe ich komplett anders. Das tauchärtztliche Attest ist meiner Meinung nach überhaupt nicht für mich selbst, sondern ist eine weitere rechtliche Absicherung des Ausbilders/der Tauchschule, dass diese bei einem Zwischenfall während der Ausbildung nicht belangt werden können.

    Ich habe 2x eines machen lassen (bei einem Tauchmediziner, nicht beim Hausarzt), weil es für die Kurse vorgeschrieben war. Nach dem zweiten Attest hatte ich 10 Tauchgänge später eine relativ heftige DCS auf Grund eines bis dahin nicht erkannten PFO (Grad 3).

    Klar darf man das jetzt nicht pauschalisieren. Aber ob ich einen Druckausgleich machen kann, meine Lungen fit sind und ich nicht dauernd Medikamente, Drogen oder Alkohol konsumiere kann ich definitiv noch selbst beurteilen – viel mehr passiert beim Attest in der Regel nicht.

    Anstatt der Blick ins Ohr sollte doch ein Schluckecho verlangt werden (zumindest ab Stufe TMX) – ich muss zugeben, dass mein TL mir empfohlen hat dieses machen zu lassen ich aber darauf verzichtet habe – wäre dann auch günstiger geworden als die DCS.

    Ausserdem kannst du dich als Arzt nach einem 3-tägigen Seminar „Tauchmediziner“ nennen, selbst wenn du nur ab und zu im Urlaub blubberst (zumindest in Deutschland – wird aber hier nicht anders sein) und kein vertieftes Wissen über Tauchen hast.

    Als ich nach meinem PFO-Verschluss nochmals ein Attest brauchte, damit ich wieder eine Tauchversicherung abschliessen konnte, hat mich dann der „Tauchmediziner“ gefragt, warum ich denn auf der Deko auf 21m EAN50 geatmet hätte – der ppO2 sei doch in dieser Tiefe viel zu hoch, kein Wunder sei was passiert – so viel zum Wissen eines Tauchmediziners der dann entscheidet, ob du tauglich oder untauglich bist  ;D

    #73682
    Anonym
    Inaktiv

    @PasSol
    Allein schon der Grund, dass wir schon Schüler hatten, die sich für den OWD angemeldet hatten und beim Arzt aber für tauchuntauglich befunden wurden, lässt mich hinter dieser Anforderung stehen. Ist doch besser, wenn man etwas vorher erkannt, anstatt danach Probleme zu bekommen. Wobei ein gültiges Tauchtauglichkeitsattest auch nicht besagt, dass du nie Probleme bekommen kannst. Das hast du ja selbst gemerkt. Ein PFO wird halt standardmässig nicht untersucht, obwohl ca 25% dran leiden, da viel zu teuer. Viele haben auch nie Probleme damit.
    Du sagst ja selbst, dass du im Nachhinein das Schluckecho vielleicht besser gemacht hättest. Das wäre ja auch für dich gewesen- zu deiner Sicherheit. Eine TTU ist doch auch ein kleiner Weg dorthin, wenn auch nicht in Bezug aufs PFO. Klar sichert sich die Tauchschule damit auch ab. Wüsste jetzt aber auch nicht, was daran verkehrt sein sollte.
    Ärzte die Ahnung von ihrem Gebiet haben und welche, die es eben nicht haben, gibt es überall und ist nichts Neues.

    #73683
    Anonym
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    na ja auf jedenfall werde ich mir eines machen lassen weil ich ja eh nicht drum rum komme. Aber an alle danke fürs infosharing

    #73684
    tho.mei
    Administrator

    Auch mit 26 kann es med. Probleme geben von denen man nichts weiss, die das Tauchen gefährlich machen. Und leider ist es bei weitem nicht so, dass alles Menschen selbst ihre eigene Gesundheit beurteilen können. Besser eine Untersuchung zufiel als eine zuwenig.

    Klar kauft sich der Tauchlehrer und der Shop damit frei. Wieso nicht Risiken ausschliessen wenn man das relativ einfach kann? Was ist daran falsch? Tauchlehrer und Guides sind schliesslich keine Ärzte. Der Arzt verdienst meist auch etwas mehr für das Risiko welcher er trägt, las ein Tauchlehrer.

    Wenn ein ausgebildeter Taucher nach dem Kurs selbst tauchen geht stimmt es was «blubbediblubb» weiter oben sagte: «Ein Tauchtauglichkeitsattest machst du primär für dich, nicht für die Tauchschule.» Und da lohnt sich auch eine jährliche oder zweijährliche Wiederholung.

    Das Aussergewöhnliche an der von «marco032» im ersten Beitrag genannten Situation ist nicht, dass in der Schweiz ein Attest benötigt wird. Sehr ungewöhnlich scheint mir, dass in Australien kein solches verlangt wird.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Australien legal ohne ein med. Attest einen Tauchkurs machen kann. Da gibt es ja eines der strengsten Gesetze bezüglich des Tauchens weltweit. Vieles was in Australien für das Tauche vorgeschrieben ist geht weit über SSI- oder PADI-Standards hinaus.

    @blubbediblubb: Also hier in New Zealand, wo die Gesetze weniger streng sind als in Australien, müssen wir jeden Tauchschüler zum Arzt senden. Alle Fragen mit «nein» zu beantworten reicht rechtlich nicht aus. Das mit diesem PADI-Frageboden gilt eben genau nicht weltweit. Und in Australien und New Zealand ligt der Entscheid darüber nicht bei der Tauchschule.

    Auf der anderen Seite gibt es gerade in Australien leider auch einige Dive-Shop welche wirklich zu locker mit sicherheitsrelevanten Fragen umgehen. Da habe ich schon einiges erlebt/gesehen. Genau wegen solchen schwarzen Schafen gibt es diese strengen Gesetzte in Australien.

    Thomas from New Zealnd

    #73685
    Anonym
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    Danke für die Infos tho.mei. Gesetze eines jeweiligen Landes stehen natürlich immer über den Standards der Verbände. War mir allerdings bisher nicht bewusst, dass es Länder gibt, das mit Tauchtauglichkeitsattest gesetzlich regeln.

    #73686
    Anonym
    Inaktiv

    @ tho.mei

    Also was das Legal erwerben betrifft kann ich nur sagen, ja. Ich habe das OPWD in einem Zetrifiziertem SSI Center gemacht und wens das ned weist das eins brauchst, woher solltest du es auch wissen das eines brauchst/empfehlenswert ist? Des weiteren ist es ja eigentlich verwunderlich das Advanced von SSI so angeboten wird obwohls das ja eigentlich erst ab 4 Sepzials und mind. 25 tauchgänge bekommst. Und das habe ich sicher in 3 Shops so gesehen. Kontrolliert der Verband dies eigentlich nicht? Ich meine hätte ich es in Australien schon gemacht hätte ich mir hier Theor. (was ich nicht mache) die 4 extra kürse sparen können + das medi. attest.

    #73687
    Tinu
    Taucher

    Hallo zäme

    Wenn Du das wirklich für Dich machst, dann gehe zu einem Arzt hier auf der http://suhms.org/

    –> Liste unter documents

    Immer gut Luft
    Tinu

    #73688
    tho.mei
    Administrator

    @ tho.mei

    Also was das Legal erwerben betrifft kann ich nur sagen, ja. Ich habe das OPWD in einem Zetrifiziertem SSI Center gemacht und wens das ned weist das eins brauchst, woher solltest du es auch wissen das eines brauchst/empfehlenswert ist? Des weiteren ist es ja eigentlich verwunderlich das Advanced von SSI so angeboten wird obwohls das ja eigentlich erst ab 4 Sepzials und mind. 25 tauchgänge bekommst. Und das habe ich sicher in 3 Shops so gesehen. Kontrolliert der Verband dies eigentlich nicht? Ich meine hätte ich es in Australien schon gemacht hätte ich mir hier Theor. (was ich nicht mache) die 4 extra kürse sparen können + das medi. attest.

    Ich will hier keine Verbands-Diskussion beginnen. Deshalb etwas vorweg: Ich hatte vor Jahren mehrere Specialtys bei einem SSI-Shop in Ägypten gemacht und war sehr zufrieden. Diese Ausbildungen halte ich für besser als jede die PADI bietet. Ich sehe SSI als zwar teures, aber sehr gutes Ausbildung-System. Ich tauche in Europa manchmal mit Buddys (Tauch-Freunde) die nur SSI-Berevets besitzen. Nach allem was ich von denen weiss, muss ich wirklich sagen: Scheinbar machen einige SSI-Shop in Europa wirklich besser Arbeit, als gewisse PADI- oder CMAS-Shops. Da scheint die viel beworbene QS von SSI voll zu greifen.

    Etwas enttäuscht war ich von SSI-Shops in Australien. Ich würde sagen die zwei chaotischen und am stärksten die Sicherheitsregeln und den gesungen Menschenverstand missachtenden Shops, bei denen ich je tauchte, waren zwei SSI-Shops in Australien. Da wurde alles was SSI lehrt nicht ernst genommen. Teilweise total fahrlässig. Da scheint die hoch gelobte QS von SSI total zu versagen. Leider…

    Jetzt bitte nicht falsch verstehen: Ich habe auch schon PADI- und CMAS-Shops gesehen bei denen vieles falsch lief. Und ich bin wirklich an vielen Orten auf der Welt getaucht. Aber das mit SSI und Australien ist wirklich auffällig und beschränkte sich nicht nur auf zwei Shops. Ich mache deshalb seit etwa 5 Jahren einen Bogen um SSI in Australien. (Nur in Australiern.)

    So nun genug zum Thema SSI und Australien.

    Generell ist es natürlich so, dass nicht der Kunde aus Übersee selbst drauf kommen muss, dass er ein Attest benötigt. Das sollte die Tauchschule in die Vorbedingungen für die Ausbildung schreiben und dann einfordern. Die Tauchschule und der Tauchlehrer sind in der Verantwortung, wenn sie solche Gesetzt missachten. Nicht der Kunde.

    In der Tauchschule für die ich hier in New Zealand manchmal arbeite, handhaben wir das so: Bei der Anmeldung/Buchung sagen/schreiben den Kunden, dass sie ein Attest benötigen, welches nicht älter als 2 Jahre ist. Damit nenne wir gleich unseren Vertrauensartzt als Möglichkeit ein für den Untersuch. Hat ein Kunde bis zum Kursbeginn kein Untersuch gemacht, kann er über Mittag, am ersten Kurstag, zu unserem Vertrauensartzt gehen und dann ist die Sache erledigt.

    Mit den SSI-Standards kenne ich mich nicht im Detail aus. Ich bin nur PADI- und CMAS-Tauchlehrer. Es gibt aber vielleicht ein SSI-Instuctor hier im Forum, der dir genauer sagen kann, was für den SSI-Advanced benötigst.

    Thomas from New Zealnd

    #73689
    Anonym
    Inaktiv

    Ich habe doch weiter oben die SSI-Standards verlinkt. Da ist wunderbar nachzulesen, was man für den AOWD braucht. (4 Spezialkurse und 25 Tauchgänge bei Kursabschluss, anfangen kann man auch schon früher). Ob man sich Spezialkurse «sparen» kann, hängt davon ab, ob man sich dafür interessiert oder nicht. Kurse macht man ja nicht, um ein Kärtchen zu haben, sondern um während des Kurses etwas zu lernen. Neben dem AOWD gibt es bei SSI noch den Advanced Adventurer, wo du nur 4 «Spasstauchgänge» brauchst. Dieser ist das Äquivalent zum PADI AOWD. Vielleicht wurde auch da etwas durcheinander gebracht.
    Um Standardverstösse festzustellen, wird u.a. nach jedem SSI-Kurs ein Mail mit einem Link zum Fragebogen verschickt. Wird da ein Standardverstoss festgestellt, geht erstmal ziemlich was ab. Zusätzlich hat man auch immer die Möglichkeit, sich an den Verband direkt zu melden. Dass man als Schüler im Vorherein nicht alles wissen kann, ist klar.

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