Re: Re: Anzug Heizung oder mehr anziehen?

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#67277

Squarry
Mitglied

Diese Schlafsacktheorie ist in meinen Augen ziemlicher Unsinn bzw. beruht auf einer falschen Interpretation.

Dazu folgende Überlegungen:

Der Körper selbst produziert einiges an Wärme. Die Kleidung hat (prinzipiell) eine rein passive Funktion und verhindert eine Wärmeabgabe an die kältere Umgebung (wir lassen jetzt mal Verdunstungserscheinungen usw. weg).
Dicke Kleidung im Schlafsack verhindert somit, dass die Wärme in den Schlafsack abgegeben wird. Somit fühlt sich der Schlafsack innen kälter an. Zudem sind gerade Hände und Füsse schwer warm zu bekommen. Da ist es natürlich vorteilhaft, wenn sowohl der Körper mittels Blut von innen Wärme schickt, als auch von aussen durch die Luft im Schlafsack Wärme einwirken kann. Wenn der Wärme-abgebende Körper jedoch zu stark eingepackt ist, passiert genau das nicht und die Hände und Füsse bleiben kälter. Bei besonders eisigen Temperaturen dürfte der Schutzmechanismus des Körpers (Wärme zu den Organen) zudem dazu führen, dass auch die Wärme von innen zurückgefahren wird. Ähnliches gilt natürlich auch für das Gesicht.
Gerade beim Schlafsack könnte ich mir zudem vorstellen, dass sich der Mensch durch den scheinbar kälteren Schlafsack bei dicker Kleidung dazu verleiten lässt nach aussen auszuatmen, weil die nach innen geatmete Wärme subjektiv ziemlich verpufft. Ist bereits Wärme im Schlafsack, gibt man wohl eher noch zusätzliche Wärme per Atemluft dazu ab, weils subjektiv mehr bringt. Bei einem kalten Schlafsack wird die Atemluft kaum dazu beitragen die Hände und Füsse zusätzlich zu erwärmen.

Wenn man also keine externe Wärmequelle hat, dann ist es in meinen Augen definitiv besser sich dick einzupacken um die selbst produzierte Wärme bei sich zu behalten. Stehen externe Quellen zur Verfügung, ist das natürich anders. Mit Händen und Füssen ist es dann eben ein Mix. Denn da hat der Körper ein Stück weit die Funktion einer externen Quelle. Da man besonders kalte Hände und Füsse schnell spürt, ist es in meinen Augen vorteilhaft wenn man sich nicht zu dick einpackt um subjektiv an diesen Stellen möglichst viel Wärme zu haben.

Im Optimalfall ist die Kleidung so gewählt, dass nur gerade soviel Wärme wie nötig am Körper blockiert wird, und der Rest in den Zwischenraum (Luftbereich im Trocki) abgegeben wird um weniger gut durchblutete Körperregionen zusätzlich von aussen zu versorgen. Wird vom Körper zuwenig blockiert, dann verringert dieser irgendwann die Versorgung der Extremitäten wodurch das subjektive Kältegefühl (taube Finger) zusätzlich steigt.

Wer mag streiten?  ;D