SWISS DIVERS › Foren › Tauchausbildung › Betrug an Tauchschülern – wenig Ausbildung für viel Geld
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24. April 2008 um 18:51 Uhr #54160
Anonym
InaktivWer sich heute als Verband höchste Ausbildungsstandards auf die Fahne schreibt, muss nicht mehr viel leisten dafür. Solange sich Tauchschüler gutgläubig auf die Konditionen der Tauchlehrer einlassen und gegen in der Branche übliche Vorauskasse für eine Ausbildung unterschreiben, läuft das Geschäft. Dass die Ausbildung dann auch gemäss diesen sogenannt hohen Standards durchgeführt wird, scheint reine Glückssache zu sein. Ich spreche hier nicht von den Tauchlehrern, die tatsächlich a) geübte erfahrene Taucher sind (und zwar in den Gewässern, in denen sie ausbilden!) und b) mit viel Freude und Engagement ihre Schüler fördern und fordern (und zwar im Wasser!). Ich spreche von jenen, die ausser Vorträge halten und sich präsentieren nichts mehr bieten, dies dafür wie gesagt gegen Vorauskasse.
Das ist meiner Meinung nach Betrug an Tauchschülern, die diesen Sport ernst nehmen, seriös betreiben und sich weiterbilden möchten.
So geschehen Ende 2007 bei einer Tauchlehrerin aus Horgen in der Schweiz, die sich als Privatlehrerin auf VIP Basis anpreist und deshalb doppelt (!) so hohe Kurskosten erhebt. Ich habe mich als Tauchschüler darauf eingelassen, weil ich die CMAS*** Ausbildung bis Ende Jahr absolvieren wollte und die Terminplanung sehr flexibel gestaltet werden konnte. Weit gefehlt!
Die Ausbildung bestand aus
a)einer administrativen Vorbesprechung bei ihr zu Hause, die zur Hauptsache dazu diente, dass sich die Tauchlehrerin selber vor- bzw. darstellen konnte sowie dem aushändigen ihrer D3-Prüfungsbögen (!)
b)zwei Übungen im Schwimmbad
– nachdem sie mich mit dem ganzen Gerödel an den See bestellt hatte und
selber nicht erschien
– auf meine Nachfrage die Lektion dann ins Schwimmbad verlegt wurde
(offensichtlich hatte ein Helfer abgesagt)
– wo ich unvorbereitet 1 Std. Schnorcheln und 1 Min. Zeittauchen
absolvierteDie Dame erlitt dann leider einen Hörsturz, worauf sie sich eine 6-monatige Tauchpause auferlegte. Auch die Selbsteinweisung in die Druckkammer hat daran nichts geändert.
Bedingt durch die Tauchuntauglichkeit der VIP-Lehrerin konnte der Kurs nicht weitergeführt werden und der Vertrag war hinfällig.
Mit meiner Ablehnung ihres Vorschlages, die Ausbildung doch weiterzuführen und einfach mal die Oberflächenübungen zu absolvieren und sobald irgend ein anderer Tauchlehrer gefunden sei dann auch die Tauchgänge zu machen, stiess ich bei der Tauchlehrerin auf Unverständnis.
Eigentlich klar, dass es sich hier um einen äusserst lächerlichen Vorschlag für die Ausbildung in der angeblich höchsten Stufe im Sporttauchen handelt.
Sie schien ebenso vergessen zu haben, dass es hier um eine D3 Ausbildung auf VIP Basis ging – daher ja auch der doppelte Preis. Persönliche Betreuung, individuelles Coaching und flexible, auf mich abgestimmte Terminplanung inklusive.
Es wäre an dieser Stelle auch durchaus interessant, was ihr Verband, mitgliederstärkster in Deutschland und nach eigenen Angaben federführend bei der Erarbeitung europaweit anerkannter Richtlinien für die Tauch- und Tauchlehrerausbildung, zu solch unqualifiziertem Verhalten sagen würde. Leider kann oder will sich niemand dazu äussern, trotz mehrmaligem Nachfragen. Man habe wohl mal einen schriftlichen Bericht von der Tauchlehrerin angefordert, der aber nie eingegangen sei.Die VIP-Tauchlehrerin stellte in der Folge fest, dass ich den Kurs nicht weiterführen wolle und schickte mir eine Abrechnung über 660 CHF !! Auf meinen Protest hin, jedoch ausdrücklich aus Goodwill, liess sie 100 CHF für administrativen Aufwand ab. Mich hat die Sache bis dahin mehr als 300 CHF gekostet (Fahrtkosten, Lehrmaterial, Verpflegung, etc.). Eine Ausbildung habe ich keine erhalten.
Das war Mitte Oktober 2007. Seither habe ich weder mein Geld noch eine Bestätigung für absolvierte Module erhalten. Sie weigert sich, eine solche auszustellen und meint, zukünftige Instruktoren könnten sich ja bei Bedarf bei ihr erkundigen. Ebenso wies sie mich darauf hin, dass gemäss ihrem Anwalt juristisch immer eine Entschädigungspflicht für erhaltene Leistungen bestehe.
Ich frage mich, welche Leistungen? Habe ich mich aus Versehen für Schwimmbad-Schnorchel-Lektionen angemeldet anstatt für den CMAS***? Wo bleibt hier der Anstand gegenüber dem Tauchschüler? Und wo bleibt die Verantwortung des ausbildenden Verbandes? Wieso fordern alle von uns Tauchern ständig Eigenverantwortung beim Ausüben dieses Sportes, während viele Ausbilder unqualifiziert vor sich hin „schulen“?
Schade. Schade dass für diese Leute Tauchen beim Fun-Dive endet (keine gute Variante für Schweizer Seen). Enttäuschend, dass sie nicht einstehen können/wollen für ihr Tun. Bedenklich, was sie mit diesem Sport anrichten.
Ich konnte die Ausbildung bei qualifizierten Ausbildern neu beginnen und habe zum Glück nichts an meiner Begeisterung der CMAS Ausbildungs-Richtlinien eingebüsst. Es gibt sie also, die fähigen und anständigen Tauchlehrer – sie sind nur schwer zu finden. Glücksache eben!
24. April 2008 um 21:30 Uhr #58534
Walter CiscatoTaucherRiffhai
Habe ich dich richtig verstanden, war die Tauchlehrerin eine CMAS TL2 von einem deutschen Verband. Oder eine CMAS TL2 von CMAS.CH ?
Grüsse
Walter Ciscato24. April 2008 um 22:15 Uhr #58535Anonym
InaktivHallo Walter
Gemäss ihren eigenen Angaben ist sie TL2 von CMAS DE, weil CMAS CH ihre Vorstellung eines Crossovers nicht akzeptiert hatte. CMAS CH allerdings weiss nichts davon. Alles im Blauen also.27. April 2008 um 16:54 Uhr #58536Anonym
InaktivHoi Riffhai
Es gibt sie also, die fähigen und anständigen Tauchlehrer – sie sind nur schwer zu finden. Glücksache eben!
Ich denke, die meisten Tauchlehrer, die hier in der Schweiz ausbilden und auch ihre eigene Ausbildung in schweizer Gewässern gemacht haben, sind fähig. Anständig ist keine Frage vom Tauchlehrer her sondern vom Menschen selber und mit welchem enthusiasmus er hinter seinem Job steht.
Für viele Tauchlehrer die ich kenne ist das Tauchen halt mehr als nur ein Job. Etwas vo man voll dahinter steht und sein versucht, dem Schüler eine «gute» Ausbildung zu geben.
Das CMAS System kenne ich nicht, auch nicht die Standarts und die Ausbildungsmaterialien, deshalb kann ich meinen Senf nicht dazugeben.
Aber in jeder Branche, egal ob Tauch-, Fahr- oder sonstige Lehrer, gibt es halt die schwarzen Schafe. Trotzdem cool dass du deine Ausbildung anscheinend doch noch gut abgeschlossen hast.
Grüsse,
Markus
27. April 2008 um 19:07 Uhr #58537Anonym
InaktivHallo zusammen!
Tauchausbildung? Horgen?
Damit keine Gerüchte aufkommen: Weder die Dive Academy GmbH in Horgen noch ich als Inhaberin und Tauchlehrerin haben mit diesem Fall etwas zu tun.
Allzeit gut Luft,
Bettina Waller
PADI CD 90096527. April 2008 um 19:48 Uhr #58538
OctopusTaucherDer Bericht ist sehr einseitig gefärbt. Wäre interessant, eine Gegendarstellung zu erhalten.
Ich denke, dass es kaum eine «Tauchschule» mit Geschäftssitz in der Schweiz gibt, die sowas macht und länger als das erste Geschäftsjahr existiert. Kenne keine Tauchschule in der Ostschweiz, die solche Ausbildungsprinzipien hat. Man hört ja viel von Tauchschülern. Aber ob das dann immer auch die objektive Wahrheit ist wage ich zu bezweifeln…
War es ein Kurs «unter der Hand»?
Bei «Privatkursen» unter der Hand kann ich natürlich nichts sagen.Den Bericht könnte man auch entfernen, da er in der Region zu Spekulationen veranlasst und gewissen Schulen schaden könnte!
@ Bettina: Ich verstehe Dich! Aber von Dir hört man grundsätzlich ja eigentlich nur Gutes! 🙂27. April 2008 um 19:59 Uhr #58539
Walter CiscatoTaucherChristoph
bei uns im TN
http://www.taucher.net/forum/ausbShow.html?messageNummer=1688findest du noch ein bisschen mehr Facts (verband) usw…
Grüsse
Walter Ciscato27. April 2008 um 20:14 Uhr #58540
OctopusTaucher@ Walter:
Danke. Aber viel mehr als wilde Spekulationen sind auch da ncith erhältlich. Solche Beiträge werfen einfach einen schlechten Schatten auf Tauchschulen in der Gegend ZH, und es kann zu Verwechslungen etc. führen.
Lieber das Kind beim Namen nennen und ihm die Möglichkeit zu einer Stellungnahme bieten.Einfach so: Ich registrier mich in einem Forum, mach schnell einen Beitrag und weg bin ich, finde ich sehr problematisch.
Früher sagte man: Papier ist geduldig… Ich wage zu behaupten, Internetforen sind es auch! 😉27. April 2008 um 20:35 Uhr #58541Anonym
InaktivHoi zäme
Geht schon fast in die gleiche Richtung wie dieser Beitrag..
Aber ich finde auch dass man doch einfach sagen kann es war die oder der, damit auch nicht spekuliert wird und man womöglich selber als Tauchschule in ein schlechtes Bild gerückt wird.
Grüsse,
Markus
29. April 2008 um 8:46 Uhr #58542Anonym
InaktivHallo zusammen
bezüglich der «wilden Spekulationen» und dem schlechten Licht das auf alle Tauchschulen rund um den Zürichsee fallen soll. habt ich einen anderen text?
Zitat: Tauchlehrerin aus Horgen in der Schweiz, die sich als Privatlehrerin auf VIP Basis anpreist
ich sehe da keinen hinweis auf eine Tauchschule. Und Horgen ist nicht ganz Zürich.
grüsse Bruno
29. April 2008 um 9:29 Uhr #58543Anonym
InaktivIch möchte an dieser Stelle nochmals wiederholen, dass es sich um eine selbständig tätige Tauchlehrerin handelt und nichts mit einer Tauchschule zu tun hat. Einen Namen werde ich nicht nennen, da es mir nicht um persönliche Rache in einem öffentlichen Forum geht. Die entsprechenden Stellen wurden bereits vor einiger Zeit informiert – für Informationen bez. der TL könnt ihr euch an den zuständigen Verband wenden.
@Octopus: Das Kind, wie du das nennst, hat seit Monaten die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Nichts lieber als das. Gerne auch mit einer Bestätigung der erbrachten Ausbildung – wie es eigentlich Vorschrift wäre.
Es geht auch nicht darum, meinen Fall in alle Einzelteile zu zerlegen, weil es ja stimmt – schwarze Schafe gibt es in jeder Sparte. Und solche, die darauf reinfallen.
Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass dem Tauchschüler offensichtlich nur der Weg einer Zivilklage bleibt, wenn die Ausbildung unqualifiziert, überteuert, unbestätigt oder sogar abgebrochen wird. Genau das steht hier zur Diskussion.
Es wäre doch so viel korrekter und diesem Sport angemessener, wenn der Verband, in dessen Namen die Tauchlehrer unterwegs sind, wenigstens Stellung zu solchen Meldungen beziehen würde. Er hat in diesem Fall auch nach mehrmaligen Nachfragen keine Position bezogen – weder für noch gegen die fehlbare TL.
So stellt sich doch die Frage, wozu ein Verband denn Mitgliederbeiträge erhält. Jede Dienstleistung am Tauchschüler wird einzeln berechnet…und im Problemfall wird er unsichtbar.
Ich denke nicht, dass ein Schatten um den Zürichsee zieht. Nicht für all jene, die faire, qualifizierte Tauchausbildungen anbieten und durchführen. Ich hoffe lediglich, dass solche Tauchlehrer, wie ich eine erwischt habe, nicht länger durchkommen mit ihrem unprofessionellen Verhalten. Der CMAS***Kurs sollte übrigens total CHF 3100 kosten…inkl der im Nachhinein dazugekommenen 3 Spezialkurse zum „halben“ Preis (je CHF 300 anstatt 600). Eins-zu-Eins Training, deswegen der doppelte Preis. Hm, gibt es einen Tauchlehrer, der CMAS*** Übungen auf einer Tiefe von 40m mit einer Gruppe durchführt? Wohl kaum. Das weißt du aber als Tauchschüler zum voraus nicht.
Ich möchte hier übrigens auch erwähnen, dass ich von CMAS CH, die ja nicht direkt betroffen sind, ich aber um Rat gefragt hatte, umgehend eine ausführliche Antwort bekam.
Wenn meine Erfahrung also dem einen oder anderen Tauchschüler bei der Wahl seiner Tauchausbildung hilft oder den einen oder anderen Tauchlehrer dazu motiviert, auch mal wieder seine eigenen Qualifikationen zu prüfen, hat es wenigstens für den Sport was Positives bewirkt. Auch ohne Mitwirken des Verbandes.
Wir betreiben schliesslich eines der schönsten Hobbies die es gibt – das nicht zu einem rein kommerziell betriebenen Business verkommen sollte…oder ist das bereits geschehen?
29. April 2008 um 10:56 Uhr #58544Anonym
InaktivWir von Swiss Divers möchten diesen Beitrag an dieser Stelle schliessen. Sollte sich jemand durch den Beitrag persönlich angesprochen oder verletzt fühlen, so sollte er sich mit dem SD Staff in Verbindung setzten.
Ich denke positive Erfahrungen mit Tauchschulen und Empfehlungen helfen den meisten Schülern und Tauchern eher weiter als «anonyme» Negativ-Meldungen.
Gruss und guet Luft
reto -
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