Flaschentauchen für Dummies

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  • #55031
    tho.mei
    Taucher

    Ich bin gerade von jemandem auf folgenden Artikel aufmerksam gemacht geworden:http://www.eppenberger-media.ch/flaschentauchen-fuer-dummies-sbb-kundenzeitschrift-via-april-2008/

    Was ich zuerst mit einem leisen inneren Lächeln zu lesen begann, (ha, du Newbe! 😉 ) schlug in reines Mitleid um als ich «25min», «6°C» und «Nussanzug» las. :'( Da hat es wohl jemand mit den «Dummies» zu wörtliche genommen. Kein nur minimal ausgebildeter Tauche würde so Tauchen gehen.

    Ich will niemandem zu nahe treten: Entweder bin ich selbst wirklich verweichlicht oder jemand hat hier eine sehr effektive Methode gefunden um Leute vom Tauchen abzuschrecken.

    Wenn man «während des ganzen Jahres Schnuppertauchgänge im Thunersee» anbietet, und selbst jeweils im Trockenanzug (siehe Bilder) nebenher taucht, merkt man natürlich nicht wie der Schnuppertaucher sich fühlt. Nur gut ist der wahrsch. schon genug aufgeregt, um sich auf die Temperatur zu konzentrieren. Aus Sicht der Sicherheit (z.B. Essoufflement) und dem psychischen Empfinden (z.B. Panik) des Neulings, ist das auch bei nur 4.5m Teife zu hinterfragen.

    Was denkt ihr dazu?

    LG Thomas

    #68307
    Frau Drache
    Taucher

    also ich finde das nicht so schlimm und verantwortungslos wie du. ausserdem sind es 15 min, nicht 25 min, was ich noch einen gewaltigen unterschied finde. habe auch schon in eistauch-ausschreibungen gelesen, mit vorteil trocki, was ja nicht heisst, dass es im nassanzug unmöglich wäre 😉 
    ich bin natürlich jetzt ein trocki-weichei, aber bis ich meinen trocki hatte, tauchte ich auch wie alle anderen anfänger nass bis tief in den herbst hinein.
    und zum vor dem tauchen abschrecken: ich habe eher das gefühl, dass man die leute im sommer mit den miesen sichtverhältnissen abschreckt, warum soll man denn da tauchen wenn man nichts sieht??? 😉

    #68308
    Pömä
    Taucher

    Gibts durchaus. Wer keinen Trocki hat, resp. sich den nicht leisten kann, der muss halt so ins Wasser… Ist sicherlich nicht ganz gesund, aber wenn man bedenkt, dass es sich um Schnuppertauchen handelt und die Leute den TG ja selbstständig abbrechen können… Zumal wissen wir ja nicht exakt, was für einen Anzug bei dem TG getragen wurde…

    Und wie das Frau Drache schon geschrieben hat, tauchte auch ich bevor ich mir einen Trocki leisten konnte bis tief in den herbst/Winter hinein nass.

    #68309
    Tinu
    Taucher

    Ich sehe diese 15min auch nicht tragisch, auch im Winter nicht.

    Ruedi Omlin's Laden (TTT) hat eine grosse Garderobe samt Dusche und von dort sind es keine 20m in den See. Daher steigt man warm ins Wasser und ist sofort nach dem TG wieder in der Wärme. Dies ist nicht zu vergleichen, wie wenn man sich am Tauchplatz in eisiger Luft umzieht.

    #68310
    Anonym
    Inaktiv

    Sollte kein Problem sein. Früher gabs noch gar keine Trockis, und es ging auch. Meine Partner und ich haben noch Mitte der Neunziger Winter-TGs, inkl. Eistauchen, im Halbtrocki (oder eher halb nass) gemacht, mit etwas warmen Wasser aus der Thermoskanne in den Anzug und eben recht kurzen Tauchzeiten ging das prima. Ekelig war nur das umziehen danach.
    Cheers,
    Martin

    #68311
    Anonym
    Inaktiv

    ausserdem sind es 15 min, nicht 25 min, was ich noch einen gewaltigen unterschied finde.

    Der Autor schreibt:»Unglaubliche 25 Minuten waren wir unter Wasser.» Während weiter unten beschrieben wird: «Ein Tauchgang dauert rund 15 Minuten.» Der Autor des Artikels kam also in den Genuss einer ausgedehnten Schnupperei.

    Was die Kälte betrifft: Man kann das meiner Meinung nach weder befürworten noch verteufeln, weil ich bzw. wir die Bedingungen für den jeweiligen Tauchgang nicht kennen. Je nach den Faktoren kann ein solcher Tauchgang eine riskante Schlotterpartie sein, oder eben auch eine schöne und angenehme Erfahrung.
    Ich kenne den Kursleiter Ruedi Omlin nicht. Allerdings wird erwähnt, er sei Berufstaucher und somit würde ich annehmen, dass er über das nötige Know-How verfügt einzuschätzen was mit dem jeweiligen Kursteilnehmer unter den herrschenden Bedingungen vertretbar ist und was nicht.
    Was ich noch relevant finde, ist der Satz:»Geblendet von der warmen Sonne lachen uns das Stockhorn und den Niesen an. Phantastisch! Ich hab es geschafft!» Für mich zeigt sich da, dass der Tauchgang richtig Spass gemacht hat. Macht mir nicht den Eindruck als sei der Autor des Artikels damit vom «Tauchen abgeschreckt» worden.

    #68312
    tho.mei
    Taucher

    «…„Im Tauchsport gibt es keine starken Männer“, sagt Ruedi….» Zitat aus dem Artikel.

    Scheinbar gibt es die starken Männer trotzdem, wie man den Antworten hier entnehmen kann. 😉 Ich gehöre scheinbar aber nicht dazu und der Ruedi auch nicht. 😉 Auch er hatte selbst auch den Trocki angezogen.

    LG Thomas

    #68313
    Pömä
    Taucher

    Tja, wenn man sich einen Trocki leisten kann, dann verweichlicht man… 😉 Wenn man keinen Trocki hat, aber trotzdem im Winter tauchen möchte, bleibt einem wohl nichts anderes übrig als die Machonummer 🙂

    #68314
    Anonym
    Inaktiv

    Schätze mal Ruedi hatte nen Trocki an, weil er am Tag nicht nur 1 Tauchgang a 15min macht, sondern mehrere «Schnuppertaucher» da sind 🙂

    => Zumindest wars bei mir so im Urlaub, da waren recht viele da, die in Gruppen a 5 Tauchern eingeteilt wurden. Zuerst instruktionen etc. danach Ausrüstung fassen und dann ans Meer wo dann einer nach dem andern «rumgeführt» wurde auf ca. 10m. .. dh. der Tauchlehrer machte 5 TG's hintereinander.

    Wenn ich mir also vorstelle, dass der arme Ruedi da 5x in Folge 15min bei 4° nen Tauchneuling rumführen würde, dann wär DAS verantwortungslos… weil dann wäre es wohl für ihn selber riskant!

    Aber Frage am Rande:
    Bis wann kann man «gut» im Nasstauchanzug tauchen und jeweils ca. 30min unter Wasser bleiben im ZH- oder Bodensee? Kann man das den ganzen September noch machen? Oder ist ende August langsam aber sicher fertig mit nass tauchen?
    Gibts ne Faustregel wann man raus sollte? – denke mal wenn die Lippen blau sind und meine Augenlider zugefrohren sind, is es wohl zu spät oder? 🙂

    Oder is es wirklich einfach so, dass wenns unangenehm wird von der temeratur her, sollte man langsam aber sicher den Rückweg antreten?

    #68315
    Anonym
    Inaktiv

    Bis wann kann man «gut» im Nasstauchanzug tauchen und jeweils ca. 30min unter Wasser bleiben im ZH- oder Bodensee? Kann man das den ganzen September noch machen? Oder ist ende August langsam aber sicher fertig mit nass tauchen?

    Hallo Scubandro

    Generell kannst Du in einem guten Halbtrockenanzug bis Wassertemperaturen um die 10 Grad tauchen gehen. (Gut sitzender Nassanzug 7 mm allenfalls bis 12 Grad). Je nach Witterung fallen die Temperaturen im November langsam unter 10 Grad, Tiefsttemperaturen im Januar/Februar 4° und an der Oberfläche drunter (Witterungsabhängig). Im März April steigen dann die Werte wieder an.

    Problematisch ist eigentlich das Umziehen nach dem Tauchgang. Bei Kälte und Wind riskierst Du einen Schnupfen oder noch mehr  😉

    Es gibt ja auch Personen die gehen täglich im See oder der Aare schwimmen und das 365 Tage im Jahr. Es ist also nicht unbedingt eine Frage der Ausrüstung sonderen des Willens und der Konstitution Deines Körpers  😉

    Betreffend Zeitdauer unter Wasser musst Du in Dich hineinhorchen. Fröstelt es Dich langsam, ist es Zeit das Wasser zu verlassen. Spätestens wenn Du zu zittern beginnst, ist das Wasser umgehend zu verlassen (unabhängig der Ausrüstungskonfiguration) Mit einer Unterkühlung ist nicht zu spassen .

    Im Buch Ehm, Tauchen noch sicherer, findest Du mehrere Kapitel zum Thema Unterkühlung beim Schwimmen/Tauchen

    Das Auskühlen im Wasser ist exponential zur Wassertemperatur.  Ein Absinken der Kernkörpertemperatur um 3° Celsius Führt zu starkem Zittern und Schmerzen in Füssen Knien und Genitalbereich.  Die Körperkoordination wird zusehends eingeschränkt und Du wirst Mühe haben Dinge mit den Händen zu bedienen und aus dem Wasser zu kommen.

    Bei Wärmekonvektion an 25° Warmer Luft ist der Temperaturhaushalt im Körper in etwa gleich gross wie in 33° warmen Wasser. Durch die Erhöhung des Stoffwechsel im Körper kann der Wärmeverlust bei diesen beiden Temperaturen ausgeglichen werden. Im Wasser hast Du in etwa einen 75%-igen höheren Wärmeverlust. Bei 20° Wassertemperatur hast Du bereits einen 4-fach grösseren Wärmeverlust als an der Luft. Bei 4° kaltem Wasser, ohne Schutzanzug, wirst Du wahrscheinlich nach 10 bis 20 Minuten ohnmächtig und ertrinkst, bzw. erfrierst  :-

    Magere Menschen können den drohenden Wärmeverlust im Wasser nicht durch mehr Arbeit, sprich Bewegung und Schwimmen ausgleichen. (Ein bisschen Bipopren hält auch warm  :D) Wie lange Du nun im «kalten Wasser» tauchen kannst, ist eine Frage Deiner persönlichen Konstitution und des Anzuges.

    In Wikipedia findest du auch noch einiges zum Thema Unterkühlung

    http://de.wikipedia.org/wiki/Unterk%C3%BChlung_(Medizin)

    Gruss Christian

    #68316
    Anonym
    Inaktiv

    …. ausgeglichen werden. Im Wasser hast Du in etwa einen 75%-igen höheren Wärmeverlust. Bei 20° Wassertemperatur hast Du bereits einen 4-fach grösseren Wärmeverlust als an der Luft. Bei 4° kaltem Wasser, …..

    Die 75% zweifle ich schon bisschen an…

    Grüsse Hans

    #68317
    Anonym
    Inaktiv

    Habe ich aus dem Ehm Kapitel Unterkühlung beim Schwimmen/Tauchen

    Und warum zweifelst Du das an?? (also im Prinzip darf ja jeder alles anzweifeln ;))

    Christian

    #68318
    Anonym
    Inaktiv

    Die 75% gelten nur bei sehr warmem Gewässer, die sind für einen Leser etwas verwirrend. Bei 20°C sind es ja 4-fache gemäss deiner Quelle wären dann um die 400%. Ich versuche jeweils bei einer Mengeneinheit im Text zu bleiben.

    Wie sieht es den bei unseren Kaltwassertemperaturen aus?

    Grüsse Hans

    #68319
    tho.mei
    Taucher

    Magere Menschen können den drohenden Wärmeverlust im Wasser nicht durch mehr Arbeit, sprich Bewegung und Schwimmen ausgleichen. (Ein bisschen Bipopren hält auch warm  ) Wie lange Du nun im «kalten Wasser» tauchen kannst, ist eine Frage Deiner persönlichen Konstitution und des Anzuges.

    Verlasse mich lieber auf den Anzug und das drunter als auf das Bipopren. 😀

    LG Thomas

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