Tarieren mit Jacket und Trocki oder nur mit dem Trocki

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  • #66728
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo Firediver

    Padi ist eine weit verbreitete Lehrmeinung und im Sportbereich sicher eine qualitativ hoch stehende Tauchausbildung.

    Wenn ich nun die IANTD Standards durchsehe, definiert IANTD dies variabel….

    Zitat aus den Standards 2007 (Technical Diver Programms, im Sportprogramm geht man vom Nasstaucher aus  ;))
    «Wenn der Taucher mit dem Dry-Suit sich nicht austarieren kann, ist ein Primär- und Backup-BCD notwendig. Der Dry Suit kann in diesem Fall als Backup BCD angesehen werden.»

    Nehmen wir ein Austauchen am Ufer an. In irgend einer Tiefe wird eine Boje gesetzt und wir «spoolen» uns hoch, so muss ich für die Tarierung jeweils die linke Hand für das Tarieren mit dem Jacket frei machen und das Spool/Real mit der Rechten sichern. Mit dem Trocki hebe ich nur den linken Arm hoch und tariere «einfacher».

    Mit dem BCD zu tarieren ist am Anfang einfacher/sicherer, da das Sicherheitsgefühl aus dem «Nasstauchen» mitgenommen werden kann. Aber was ist schon «einfacher»? So wie es ein Taucher erlernt hat, wird er es anwenden.

    Es ist und bleibt also eine Verbandsfrage oder Philosophiefrage.

    Wenn es DIR Taucher unter den Lesern gibt, würde mich ihre Meinung und Begründung zu diesem Thema sehr interessieren.

    Grüsse aus dem Seeland

    Christian

    #66729
    marc
    Taucher

    Nicht das ich mich als DIR-Taucher bezeichnen würde, aber bei Gesprächen mit solchen zu diesem Thema war klar das Statement, dass mit dem Wing tariert wird und der Trocki nur für Komfort gefüllt wird. Wasserlage ist sicher eines der Kriterien aber vermutlich könnte Un1x hier einiges mehr dazu erläutern.

    #66730
    Anonym
    Inaktiv

    Ein grosses Problem beim Füllen des Trockis ist, dass man die «grosse» Menge Luft nicht kontrollieren kann, wenn man in eine «abnormale» Schwimmlage kommt: z.B Kopfüberabstiege, Rückenschwimmen um nur einige Stichwörter zu nennen… Bei solchen «Übungen» ist die Luft um welten besser aufgehoben, wenn sie im Jacket ist… Gerade in Notsituationen ist man froh um diese Stabilität…

    #66731
    chraebby
    Taucher

    Also, ich weiss ja nicht, aber wenn du eine «Grosse Menge» Luft für das Tarieren brauchst, hast du vermutlich zu viel Blei dabei (ausser du tauchst mit Doppelgerät & Stages und Co)…

    #66732
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo Miganz
    Da kann ich Dir nicht ganz zustimmen
    Es spielt keine Rolle in welcher Lage und auf welcher Tiefe ich bin
    Ich kann in meinem Trocki Kopfüber stehen oder auf dem Rücken liegen und mich ganz einfach wider in die Normallage drehen
    Das ist eine Frage der Rutine und der Erfahrung

    Ich stelle bei mir fest, dass ich im Trocki viel feiner und Differenzierter tarieren kann als mit dem BCD
    Wie aber teile ich dies einem Beginner mit?

    Christian

    #66733
    Excalibur
    Taucher

    @firediver

    Danke für Deine Berichtigung

    #66734
    Anonym
    Inaktiv

    @Drive/Christian: da hst Du mit Deinen Ausführungen absolut recht! Es ging mir einfach um das Verhindern eines Dogmas, dass PADI nur über den Anzug tariert (Vergleiche das Posting von Exi)!
    In der Ausbildung bei PADI macht man beim Freiwassertauchgang zuerst das «pivoting» und dann das «hovering». In den Outlines ist nicht definiert wie du tarieren musst (Anzug oder Jacket), es ist nur definiert, dass man tarieren können muss!
    Als ich den Dry-Insti gemacht habe hat mir mein CD folgendes beigebracht: Um den Erfahrungswert und den Lerneffekt für den Schüler so gross wie möglich zu gestalten, mache diese 2 Übungen insgesamt 3x! Im Freiwasser 1 beim ersten Durchlauf nur mit dem Jacket (gewohnt) beim 2.Durchlauf nur mit dem Anzug (ungewohnt)! Beim 2.Freiwassertauchgang mchst du die 2 Übungen das dritte Mal…. aber jetzt unter Einbezug BEIDER Mittel. Lasse den Schüler entscheiden, wie es ihm besser gelingt und was er besser kann. Seine Meinung war klar: Der Anzug ist kein Tariermittel aber Du musst das Teil in jeder Situation beherrschen können und wissen was das Teil kann und was nicht.

    Es spielt keine Rolle in welcher Lage und auf welcher Tiefe ich bin
    Ich kann in meinem Trocki Kopfüber stehen oder auf dem Rücken liegen und mich ganz einfach wider in die Normallage drehen
    Das ist eine Frage der Rutine und der Erfahrung

    Da stimme ich voll zu und da mache ich auch mit Spass und Freude mit meinen Schülern diverse solche Übungen…wie gesagt….das Teil beherrschen.

    #66735
    Excalibur
    Taucher

    4. Anpassen der Tarierung unter Wasser.
    a. Unter Wasser fügst du nur deinem Trockentauchanzug Luft bzw. Argon hinzu – dein
    Jacket verwendest du unter Wasser nicht.

    1. Dies vermeidet einen Anzug-„Squeeze“ (ein unangenehmes Zwicken beim Abstieg
    aufgrund des zunehmenden Drucks).
    2. Du musst auf diese Weise nicht zwei Systeme bedienen und bei Tiefenwechsel
    nicht zwei Systemen Luft bzw. Gas hinzufügen oder ablassen.
    3. Dadurch bleibt immer eine ausreichende Menge Luft bzw. Argon im Trockentauchanzug,
    damit der Unterziehanzug gut isolieren kann.

    In den Standards für die Tauchgänge steht nicht explizit geschrieben, ob nun mit dem Trocki oder dem Jacket die neutrale Tarierung durchgeführt werden soll. Jedoch wird in der Theorie klar der Ansatz verfolgt, dass unter Wasser nur mit dem Anzug tariert wird (siehe mein fett geschriebener Absatz (Achtung: Im Manual ist dieser nicht fett geschrieben und daher kein muss!)).

    #66736
    chraebby
    Taucher

    Wer es wie macht ist doch eigentlich unwichtig…
    Wirklich relevant ist doch nur, dass der Buddy darüber informiert ist, wie man tariert, damit er im Notfall die Tarierung übernehmen kann und weiss, wo Luft drin ist.

    #66737
    marc
    Taucher

    Wer es wie macht ist doch eigentlich unwichtig…
    Wirklich relevant ist doch nur, dass der Buddy darüber informiert ist, wie man tariert, damit er im Notfall die Tarierung übernehmen kann und weiss, wo Luft drin ist.

    guter punkt. frage ich mich schon seit vor meiner DM ausbildung anno domini, wie man bei einem taucher in die tarierung «eingreift» der trocken taucht und das ggf. noch nicht so ganz im griff hat, wenn dieser ausschliesslich über den anzug tariert (bzw. eben nicht). auftrieb herstellen ist kein problem => jacket. aber ihn beim hochschiessen abfangen/bremsen geht mangels notablass nur schlecht.

    #66738
    Anonym
    Inaktiv

    Marc,

    Interessante Frage, die ich mir auch schon gestellt habe…!

    Mein bisheriger Lösungsansatz:
    Ich tauche prinzipiell rechts vom «Schüler» (oder weniger Erfahrenen).
    Er hat grundlegende Anweisung, sich bei einem Problem an meinem ihm zugewandten (=linken) Arm / Ellenbogen zu halten (dies geschieht dann automatisch mit seiner rechten Hand).
    Geht er dann nach oben, so dreht es ihn leicht auf die rechte Seite, womit sein Auslassventil nach oben kommt, und mich dreht es ebenfalls nach rechts, da er meine linke Hand und damit auch mein Auslassventil nach oben zieht, und wir beide lassen Luft ab: Seine positive Tariierung wird neutral, meine neutrale wird negativ, der Aufstieg wird verhindert.
    Schade an der Methode ist einfach, dass man eine Menge Luft zur Trockifüllung verbraucht… Und da man ja mit einem solchen Buddy nicht gleich an Steilwände geht, dürfte die Positionierung (links oder rechts) eher kein Faktor sein.
    Aber dieser Lösungsansatz setzt natürlich voraus, dass beide mit dem Trocki tariieren – womit ich mich gleich ge-outet habe… 😉

    Wie sieht eurer Lösungsansatz aus?

    #66739
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo Gemeinde

    Ich tauche mit einem Beginner auf der linken Seite.
    Wenn er sich negativ tariert legt er sich in den Schlick, bei positiver Tarierung komme ich so rasch an seinen linken Oberarm bzw kann am Finimeterschlauch leicht korrigierend eingreifen. Ich Suche mir immer vorhergehend ein Ausrüstungsteil aus, an dem ich den Beginner bei positiver Tarierung sichern kann (Finimeterschlauch oder Jacketöse) so kann er selbstständig seine Tarierung kontrollieren und merkt nicht dass ich ihn unterstütze.

    Christian

    #66740
    Anonym
    Inaktiv

    Mir spielt es keine Rolle ob links oder rechts vom «Schüler». Ich tauche grundsätzlich auf der «Seeseite» und mein unerfahrener Buddy auf der «Landseite».
    Ich versuche immer, dass auch der unerfahrene Partner seine Tarierung selber kontrolliert. Dabei achte ich darauf, dass ich immer einen «Haltepunkt» im Blickfeld habe. Wenn er einen «Schlicktaucher» macht, dann kann ich ihn schnell noch versuchen zu halten weil meistens sieht man, dass der Partner «absäuft». Wenn er das Gefühl hat er müsse jetzt sehr schnell nach oben gehen dann kann ich nach dem zugreifen mit dem Schnellablass meines Jackets sehr schnell entgegenwirken. Da ich mich dabei auch noch aufrichte geht die Luft aus dem Anzug in den oberen Teil und ich kann bei Bedarf noch mit dem linken Arm in der Höhe auch da noch Füllgas verlieren.

    #66741
    Anonym
    Inaktiv

    Ich tariere ausschliesslich mit dem Wing. Der Trocki befülle ich nur so fest, dass es mich nicht einengt und nicht zwickt. Das Wing kann ich um einiges schneller belüften und entlüften. Das Gas im Wing bringt mich in die richtige Position und hält mich stabil im Wasser.

    Der Trocki ist meines Erachtens ein zu grosser Hohlraum und die Kontrolle der Luft ist da viel schwieriger. (mit sicherheit machbar) Bei schnellen Aufstiegen habe ich mit dem Wing bedeutend mehr kontrolle.

    Ich gebe Chraebby recht, dass man viel zu viel Blei hat wenn man unmengen an Gas in den Trocki oder Wing lassen muss. Wenn man aber mit schwereren Geräten oder mit Stages taucht ist man zu Beginn des Tauchganges etwas überbleit.

    99.99% der Taucher die Fussblei haben, haben in meinen Augen zu viel Gas im Trocki oder haben noch nie etwas von einer balancierten Ausrüstung gehört. Sie kompensieren den Auftrieb mit Fussblei. Man fügt dem einzigen Körperteil dass hunderte von Bewegungen pro Tauchgang macht noch ein Blei an. Das ist als würde man einen Porsche mit angezogener Handbremse fahren 🙂

    Aber die Diskussion ob Fussblei oder nicht, ist ein anderes Thema

    just my 2 c
    Chris

    #66742
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo
    seit einigen TGs tariere ich auch nicht mehr mit dem Anzug, sonder nutze dazu  das Jacket.
    Dabei fällt mir aber auf, dass ich oft beim Auslassventil nass werde. Ist das «normal», habe ich zuwenig Luft im Anzug? oder ist das Ventil defekt?

    Zuerst hatte ich gedacht, das kommt daher, dass ich das Ventil manuell benutzt habe, aber inzwischen ist das Ventil so eingestellt, dass ich es nie manuell betätigen muss.

    #66743
    Anonym
    Inaktiv

    hab ich manchmal auch das Problem. meist dann wenn ich akkzuwenig Gas in den Anzug reinlasse und ein Unterdruck entsteht. ich lass einfach so viel gas rein, dass er bequem sitzt, dann hab ich auch mit dem Ventil kein Problem mehr (außer natürlich er ist Sand oder so drin 😉 )

    cheers aus texas
    –bruno

    #66744
    Anonym
    Inaktiv

    Ok, vielen dank für die Antwort. Unbequem empfand ich den Anzug nicht. Werde mal mehr Luft in den Anzug lassen, aber dann hab ich wohl kaum mehr Luft im Jacket zum tarieren. Mehr Blei?

    #66745
    Anonym
    Inaktiv

    Normalerweise braucht es wirklich nicht viel mehr Luft im Anzug, damit kein Unterdruck mehr vorhanden ist…

    Wenn du dich mit einer «leeren» Flasche am Ende des Tauchgangs immer noch wohl fühlst (noch Luft im Trocki vorhanden), brauchst du nicht mehr Blei… Wenns du nur noch flasch atmen kannst, dann wirds wohl etwas Blei ertragen…

    #66746
    Anonym
    Inaktiv

    Hab's gestern Abend getestet. Wenn ich soviel Luft in den Anzug lasse, dass das Ventil nicht leckt, dann habe ich keine Luft mehr im Jacket zum tarieren.
    Irgendwie fühle mich aber sicherer und bequemer ist es auch, wenn ich noch etwas Luft im Jacket habe.
    Also mehr Blei oder ist doch das Ventil «zu schwach» und sollte ausgetauscht werden?

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