SWISS DIVERS › Foren › Smalltalk › Flaschentauchen für Dummies › Re: Re: Flaschentauchen für Dummies
Bis wann kann man «gut» im Nasstauchanzug tauchen und jeweils ca. 30min unter Wasser bleiben im ZH- oder Bodensee? Kann man das den ganzen September noch machen? Oder ist ende August langsam aber sicher fertig mit nass tauchen?
Hallo Scubandro
Generell kannst Du in einem guten Halbtrockenanzug bis Wassertemperaturen um die 10 Grad tauchen gehen. (Gut sitzender Nassanzug 7 mm allenfalls bis 12 Grad). Je nach Witterung fallen die Temperaturen im November langsam unter 10 Grad, Tiefsttemperaturen im Januar/Februar 4° und an der Oberfläche drunter (Witterungsabhängig). Im März April steigen dann die Werte wieder an.
Problematisch ist eigentlich das Umziehen nach dem Tauchgang. Bei Kälte und Wind riskierst Du einen Schnupfen oder noch mehr 😉
Es gibt ja auch Personen die gehen täglich im See oder der Aare schwimmen und das 365 Tage im Jahr. Es ist also nicht unbedingt eine Frage der Ausrüstung sonderen des Willens und der Konstitution Deines Körpers 😉
Betreffend Zeitdauer unter Wasser musst Du in Dich hineinhorchen. Fröstelt es Dich langsam, ist es Zeit das Wasser zu verlassen. Spätestens wenn Du zu zittern beginnst, ist das Wasser umgehend zu verlassen (unabhängig der Ausrüstungskonfiguration) Mit einer Unterkühlung ist nicht zu spassen .
Im Buch Ehm, Tauchen noch sicherer, findest Du mehrere Kapitel zum Thema Unterkühlung beim Schwimmen/Tauchen
Das Auskühlen im Wasser ist exponential zur Wassertemperatur. Ein Absinken der Kernkörpertemperatur um 3° Celsius Führt zu starkem Zittern und Schmerzen in Füssen Knien und Genitalbereich. Die Körperkoordination wird zusehends eingeschränkt und Du wirst Mühe haben Dinge mit den Händen zu bedienen und aus dem Wasser zu kommen.
Bei Wärmekonvektion an 25° Warmer Luft ist der Temperaturhaushalt im Körper in etwa gleich gross wie in 33° warmen Wasser. Durch die Erhöhung des Stoffwechsel im Körper kann der Wärmeverlust bei diesen beiden Temperaturen ausgeglichen werden. Im Wasser hast Du in etwa einen 75%-igen höheren Wärmeverlust. Bei 20° Wassertemperatur hast Du bereits einen 4-fach grösseren Wärmeverlust als an der Luft. Bei 4° kaltem Wasser, ohne Schutzanzug, wirst Du wahrscheinlich nach 10 bis 20 Minuten ohnmächtig und ertrinkst, bzw. erfrierst :-
Magere Menschen können den drohenden Wärmeverlust im Wasser nicht durch mehr Arbeit, sprich Bewegung und Schwimmen ausgleichen. (Ein bisschen Bipopren hält auch warm :D) Wie lange Du nun im «kalten Wasser» tauchen kannst, ist eine Frage Deiner persönlichen Konstitution und des Anzuges.
In Wikipedia findest du auch noch einiges zum Thema Unterkühlung
http://de.wikipedia.org/wiki/Unterk%C3%BChlung_(Medizin)
Gruss Christian