DCI – Unfall oder Krankheit?

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Dieses Thema enthält 13 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  stefan vor 3 Monate, 3 Wochen.

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  • #103041

    VooDust
    Taucher

    Kennt jemand den aktuellen Stand, ob Schäden durch eine DCI als Unfall oder Krankheit behandelt werden?

    Das Netz liefert mir widersprüchliche Aussagen. Aber da heutzutage bloss 10% der Renten aufgrund Unfall geleistet werden, überrascht es mich nicht, wenn die Rechtssprechung eine DCS ebenfalls als Krankheit behandeln würde.

    http://www.swiss-cave-diving.ch/News/archiv/deko-unfall2.html

    https://taucher.net/forum-suva_als_tauchversicherung__-ioz81768

     

    Konkret beschäftige ich mich mit dem Beitritt in den Gönner-Verein der Paraplegiker Stiftung. Allerdings sprechen sie dort ebenfalls explizit von Unfall – nicht Krankheit. (Aber: KVG und UVG spielen bei den Paraplegikern keine Rolle, da es sich um einen Verein handelt, in dem ein Gremium über alle Leistungen entscheidet).

     

    Meine Unfallversicherung schliesst Wagnis und Grobfahrlässigkeit über eine Zusatzversicherung ein. Ausserdem habe ich eine DAN-Mitgliedschaft.

    Insofern fühle ich mich ausreichend gegen Unfall versichert – Allerdings fallen meine Leistungen aus der 2. Säule im Krankheitsfall bedeutend geringer aus. Und genau das ist der Punkt. Unfall oder Krankheit?

     

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    #103046

    tho.mei
    Administrator

    Hallo VooDust

    Ich bin kein Jurist und deshalb nur wiedergeben, wie ich es bisher verstanden habe.

    Kennt jemand den aktuellen Stand, ob Schäden durch eine DCI als Unfall oder Krankheit behandelt werden? Das Netz liefert mir widersprüchliche Aussagen, aber da heutzutage bloss 10% der Renten aufgrund Unfall geleistet werden, dann überrascht es mich nicht, wenn die Rechtssprechung eine DCS ebenfalls als Krankheit behandeln würde.

    http://www.swiss-cave-diving.ch/News/archiv/deko-unfall2.html

    https://taucher.net/forum-suva_als_tauchversicherung__-ioz81768

    Ja, diese Angaben sind wirklich etwas widersprüchlich.

    Die Diskussion auf T.net ist leider so eine Sache… da weiss man nie wirklich, wem man glauben soll oder wer einfach nicht auf den Neusten stand ist?

    Ich habe im Kopf, dass die normale KK die Behandlung/Rehabilitation einer DCS zahlen muss solange man nicht über 40m taucht. Für tiefer denkt einem DAN, Aquamed oder die Versicherung des SUSV.

    Aber die Bergungs- und Rettungskosten gehen meines Wissens bei einem Tauchunfall zu Lasten der Unfallversicherung…

    Ich bin allerdings nicht ganz sicher ob das so noch stimmt?

    Konkret beschäftige ich mich mit dem Beitritt in den Gönner-Verein der Paraplegiker Stiftung. Allerdings sprechen sie dort ebenfalls explizit von Unfall – nicht Krankheit. (Aber: KVG und UVG spielen bei den Paraplegikern keine Rolle, da es sich um einen Verein handelt, in dem ein Gremium über alle Leistungen entscheidet). Meine Unfallversicherung schliesst Wagnis und Grobfahrlässigkeit über eine Zusatzversicherung ein. Ausserdem habe ich eine DAN-Mitgliedschaft.

    Es scheint mir, dass du mit KK, einer Unfallversicherung die Wagnis und Grobfahrlässigkeit einschliesst, sowie der DAN mehr als ausreichend geschützt bist. Wenn nicht sogar schon überversichert?

    Ich selbst bin Mitglied bei der Paraplegiker-Stiftung, aber nicht weil ich Angst hätte zu wenig versichert zu sein, sondern weil ich einen Bruder habe, der Querschnittgelähmt ist und ich deshalb die Arbeit der Paraplegiker-Stiftung unterstützen möchte.

    Insofern fühle ich mich ausreichend gegen Unfall versichert – Allerdings fallen meine Leistungen aus der 2. Säule im Krankheitsfall bedeutend geringer aus. Und genau das ist der Punkt. Unfall oder Krankheit?

    Bei Invalidität, springt nach der Rehabilitation so oder so die IV ein. Die Frage ist nur, ob du zuständlich noch Leistungen der PK bekommst?

    Thomas from New Zealnd

    #103047

    VooDust
    Taucher

    Genau, es ist nicht so einfach im Versicherungsdschungel. Man muss unterscheiden zwischen Rettungseinsatz, Heilungskosten und Taggeld-Leistungen / Renten.

     

    Viele wissen nicht, dass die Heilungskosten praktisch immer gedeckt sind, auch im Wagnis. Regress nimmt die Versicherung erst bei Taggeldern und Renten. Aber auch da nur bis max. 50%! Darüber hinaus gilt das meist nur für 2 Jahre, danach übernimmt sowieso die IV.

     

    Das soll keine Werbung für kopfloses (haha) Verhalten sein. Aber wichtig zu wissen, dass man in der Grundversicherung schon sehr gut dabei ist. Wenn bloss die ewige Unterscheidung zwischen Krankheit oder Unfall nicht wäre.

     

    Mein Eingangsposting mag einen falschen Eindruck vermittelt haben, aber ich selbst bin nicht wirklich Fan von Versicherungen.

     

    Mir macht es nichts aus, wenn ich unter einer Kartonschachtel leben müsste oder gleich ganz drauf gehe. Seit unserer Familiengründung keimt in mir allerdings das Bedürfnis, für alle so gut wie möglich zu sorgen, allen zukünftigen Rückschlägen zum trotz.

     

    Danke für deine Infos. Um auf deine Frage zurückzukommen: Ja, neben der IV zahlt die berufliche Vorsorge in meinem Fall ebenfalls Renten aus.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  VooDust.
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    #103051

    VooDust
    Taucher

    https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/eine-rega-goennerschaft-ist-keine-versicherung-jetzt-zahlen-die-eltern-die-kosten-fuer-den-toten-sohn-132818544

     

    Bei Unfall ist der Rega Heli zu 100% gedeckt, bei Krankheit bloss 50%.

     

    Solange das Bundesgericht DCI als Krankheit einstuft, bedeutet dies doch dass die Rega Gönnerschaft für den Taucher wichtiger wäre als für den Skifahrer.

     

    Jetzt wird’s abgefahren: Im Umkehrschluss müsste das bedeuten, bei Krankheit ist ein Wagnis unmöglich? Sonst wären alle Raucher ja arm dran. Grünes Licht also für 100m Drop Dives im Zürichsee? (ist nicht ernst gemeint).

     

    #103060

    Devin
    Taucher

    Wie kommt das Bundesgericht eigentlich dazu DCI, nach einem Unfall, als Krankheit zu klassifizieren? Irgendwie erschliesst sich mir das als Nicht-Jurist nicht ganz.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  Devin.

    LG Devin

    #103067

    VooDust
    Taucher

    Wie kommt das Bundesgericht eigentlich dazu DCI, nach einem Unfall, als Krankheit zu klassifizieren? Irgendwie erschliesst sich mir das als Nicht-Jurist nicht ganz.

    “Aufgrund jahrzehntelanger Rechtsprechung gilt als Unfall im Rechtssinne «die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper». Nach Meinung der Luzerner Bundesrichter liegt beim umschriebenen Tauchereignis kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor.
    Der Taucher habe einen routinemässigen Tauchgang unternommen und sich dabei normal verhalten. «Das Einzige, was von aussen auf ihn eingewirkt und die nachfolgende Lähmung verursacht haben kann, ist der sich verändernde Druck des Wassers. Dieser wurde aber nicht durch irgendetwas „Programmwidriges“ von ausserhalb beeinflusst», heisst es wörtlich im Urteil aus Luzern. Und weiter: «Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Druckveränderungen, welchen der Versicherte beim gesamten Tauchgang ausgesetzt war, sich im üblichen Rahmen hielten.» Daraus schliesst das Eidgenössische Versicherungsgericht, dass kein Unfall vorlag und deshalb nicht die Unfallversicherung, sondern die Krankenkasse für die Kosten des Tauchunglücks aufzukommen hat.”

    Ist allerdings aus 2004.

     

     

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  VooDust.
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    #103071

    Devin
    Taucher
    «Das Einzige, was von aussen auf ihn eingewirkt und die nachfolgende Lähmung verursacht haben kann, ist der sich verändernde Druck des Wassers. Dieser wurde aber nicht durch irgendetwas „Programmwidriges“ von ausserhalb beeinflusst», heisst es wörtlich im Urteil aus Luzern. Und weiter: «Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Druckveränderungen, welchen der Versicherte beim gesamten Tauchgang ausgesetzt war, sich im üblichen Rahmen hielten.»

    Ach so, wenn einer unter Missachtung aller Deco-Regeln taucht, ist dies “nichts Programmwidriges”? Einfach so entsteht ja kein DCS/DCI. Das Prinzip von Ursache und Wirkung ist doch nicht aufgehoben? Das grenzt für mich an eine Verdrehung der Tatsachen. Da muss eine Versicherung aber schon einen ganz ausgeschlafenen Anwalt haben, damit die Richter so etwas glauben?

    Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so dumm als wie zuvor! 🙂

    Gibt es keine anderen realistischere Urteile, als diese eine?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 4 Wochen von  Devin.

    LG Devin

    #103074

    VooDust
    Taucher

    Du kannst die Treppe runterstürzen und es wird u.U. als Krankheit ausgelegt. Kein Scherz! Da muss man echt höllisch aufpassen, wie man den Unfallhergang beschreibt. Also ohne Anwalt fast nicht zu schaffen.

     

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 4 Wochen von  VooDust.
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    #103078

    joebar
    Taucher

    Interessant vielleicht auch im Nereus 6-2018 den Artikel auf Seite 16

    https://www.susv.ch/de/nereus

    #103079

    scubatinoo
    Taucher

    Der SUSV schreibt:

    Sporttauchversicherung – gut zu wissen

    Immer wieder gibt es Unsicherheiten zur Sporttauchversicherung des SUSV. Es ist aber sehr wichtig, dass die versicherten Mit­glieder genau Bescheid wissen, was die Versicherung beinhaltet und wie sie funktioniert, damit im Schadenfall richtig reagiert werden kann.

    Hier nun einige Erklärungen – siehe:

    https://www.susv.ch/sites/default/files/documents/field_global_dateien/2018/12/14/gut_zu_wissen.pdf

    Wir empfehlen unseren Mitgliedern die Sporttaucherversicherung des SUSV. Unser Verein (tcjr.ch) ist Clubmitglied – dadurch erhalten unsere Mitglieder die SUSV-Mitgliedschaft sogar vergünstigt. Empfehlung darum: Schweizer Lösung für Schweizer Taucher.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 3 Wochen von  scubatinoo.
    #103081

    Devin
    Taucher

    Du kannst die Treppe runterstürzen und es wird u.U. als Krankheit ausgelegt. Kein Scherz! Da muss man echt höllisch aufpassen, wie man den Unfallhergang beschreibt. Also ohne Anwalt fast nicht zu schaffen.

    Da fragt man sich, was diese Juristen so rauchen. 😉

    Interessant vielleicht auch im Nereus 6-2018 den Artikel auf Seite 16

    https://www.susv.ch/de/nereus

    Der SUSV schreibt:

    Sporttauchversicherung – gut zu wissen

    Immer wieder gibt es Unsicherheiten zur Sporttauchversicherung des SUSV. Es ist aber sehr wichtig, dass die versicherten Mit­glieder genau Bescheid wissen, was die Versicherung beinhaltet und wie sie funktioniert, damit im Schadenfall richtig reagiert werden kann.

    Hier nun einige Erklärungen – siehe:

    https://www.susv.ch/sites/default/files/documents/field_global_dateien/2018/12/14/gut_zu_wissen.pdf

    Wir empfehlen unseren Mitgliedern die Sporttaucherversicherung des SUSV. Unser Verein (tcjr.ch) ist Clubmitglied – dadurch erhalten unsere Mitglieder die SUSV-Mitgliedschaft sogar vergünstigt. Empfehlung darum: Schweizer Lösung für Schweizer Taucher.

    Ja, ja, ist klar, der SUSV will natürlich seine überteuerte Versicherung von Vaudoise oder Helsana anpreisen. Die verdienen wahrsch. nicht schlecht an den Provisionen dafür. Schlussendlich bietet SUSV-Vaudoise/Helsana nur zu einem höheren Preis, was DAN oder Aquamed auch anbieten. Kein Vorteil.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 3 Wochen von  Devin.
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    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 3 Wochen von  Devin.
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    LG Devin

    #103086

    scubatinoo
    Taucher

    Achtung: Aquamed und DAN sind KEINE Versicherungen. Aquamed ist im Grunde genommen eine medizinische Helpline. Die Versicherungen, welche sie anbieten, laufen über Partner. Wie dies beim SUSV der Fall ist. Ob du nun 49.- EUR pro Jahr an Aquamed bezahlen willst für etwas, was eigentlich in deiner Unfallversicherung/Krankenkasse enthalten ist, überlasse ich dir… Auf jeden Fall sollte man nicht bloss den Jahresbeitrag vergleichen, sondern auch was dahinter steht… Und unter Umständen denkst du das nächste Mal an den SUSV, wenn du in der Verzasaca oder irgendwo anders den bequemen Zugang ins Wasser nutzt…

    Wie immer gilt: Wer liest und versteht, ist im Vorteil 🙂

    #103105

    tho.mei
    Administrator

    Admin-Anmerkung:

    Ich habe die restlichen Posts in nach “SUSV-Mitgliedschaft ohne Tauchversicherung möglich?” verschoben, weil es in ihnen längst nicht mehr um die ursprüngliche Frage geht. Der Administrator.


    Thomas from New Zealnd

    #103108

    stefan
    Administrator

    Wer ausschliesslich in der Schweiz und nur bis auf 40 Meter Taucht benötigt  keine zusätzliche Versicherung. KK und NBU sind vollkommen ausreichend, für die Bergung, Rettung, Behandlung und Rehabilitation.

    Lese dazu auch das Taucher-FAQ. (siehe dort: “Muss ich mich als Taucher zusätzlich versichern?”)

    Wer Auto fährt hat meist auch eine geeignete Rechtsschutz-Versicherung, falls eine Tauchunfall vor Gericht kommt.

    Wie sich das auf allfällige PK- und IV-Renten auswirkt ist mir allerdings nicht ganz klar.

    Immer gut Luft wünscht
    Stefan

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